Fische schwimmen im Wasser, Hummeln fliegen in der Luft. Okay, es gibt auch fliegende Fische und Hummeln, die ungeschickterweise in der Limonade landen, aber die sind jetzt weniger das Thema, sondern es geht um die pummeligen, recht gutmütigen Gesellen, die durch ein Gerichtsurteil in Kalifornien tatsächlich unter bestimmten Umständen als Fische angesehen werden.

Das Gerichtsurteil

Das kalifornische Gesetz über gefährdete Arten wurde zum Schutz „einheimischer Arten oder Unterarten von Vögeln, Säugetieren, Fischen, Amphibien, Reptilien oder Pflanzen“ geschaffen. Was sich darin aber nicht findet: Hummeln. Und die sind auch gefährdet. Was also tun? Hummeln in das kalifornische Gesetz miteinbeziehen? Viel zu einfach! Stattdessen lieber bestimmen, dass Hummeln Fische sind!

Das am 31. Mai veröffentlichte Urteil (siehe HIER, PDF-Datei) hob ein früheres Urteil auf, wonach Hummeln nicht als „Fische“ im Sinne des kalifornischen Gesetzes über gefährdete Arten gelten. Es stellte sich die Frage, ob Hummeln als wirbellose Landtiere unter die Definition von Fischen fällt, so wie er im Gesetz verwendet wird.

Und da wurde ein Schlupfloch gefunden:
Das Gesetz selbst definiert einen „Fisch“ als „einen wild lebenden Fisch, ein Weichtier, ein Krebstier, ein wirbelloses Tier, eine Amphibie oder einen Teil, Laich oder eine Eizelle eines dieser Tiere“. Durch die Ausweitung der Definition von Fischen auf wirbellose Tiere können diese von der kalifornischen Fisch- und Wildkommission werden, so das Gericht.

2020 wurde es noch abgelehnt

Im Jahr 2020 stellte das Oberste Gericht von Sacramento County fest, dass sich die in der Definition von Fischen aufgeführten „Wirbellosen“ nur auf wirbellose Meerestiere bezogen – nicht auf Insekten wie Hummeln – und dass die kalifornische Fisch- und Wildkommission nicht befugt war, Wirbellose im Rahmen des Gesetzes aufzuführen.

Doch das neue Urteil hob diese Entscheidung auf und stellte fest, dass der Begriff „Fische“ auch Hummeln einschließen kann, zumindest im Sinne des kalifornischen Gesetzes über gefährdete Arten. Umgangssprachlich seien Fische zwar im Meer beheimatet, der Begriff „Fisch“ sei aber dadurch nicht eingeschränkt.

Somit können nun in Kalifornien gefährdete Arten wie Crotch-Hummel, die Franklin-Hummel, die Suckley-Kuckuckshummel und die Westliche Erdhummel effektiv geschützt werden, bis sie explizit namentlich in das kalifornische Gesetz über gefährdete Arten aufgenommen werden.

Quelle: CNN

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