Jamie Oliver gegen McDonalds –> eine uralte Story!

Autor: Andre Wolf

Eine Geschichte, die immer wieder gerne auf Blogs und Webseiten aufgerollt wird und viel Aufmerksamkeit bekommt, denn Konzernbashing funktioniert immer!

Was jedoch alle diese Seiten (auch die aktuelle, recht erfolgreich auf Facebook verbreitete Version) gemeinsam haben, bzw. eben alle NICHT haben, ist die korrekte chronologische Einordnung der Geschichte. Dieses (wohl bewusste) Auslassen führt dazu, dass die Story vermeintlich aktuell klingt, daher schauen wir genau hin:

An dieser Stelle zählen wir punktuell auf, um was es wirklich ging bzw. beantworten wir hier Nutzer-Anfragen, die wir erhielten.

1. Hat der bekannte Koch Jamie Oliver gegen McDonalds einen Prozess gewonnen?

JA!

2. Handelt es sich um eine aktuelle Geschichte?

NEIN! Es handelt sich um Vorkommnisse aus den USA, die Jamie Oliver 2011 / 2012 moniert, er hat diesen Lebensmittelzusatz tatsächlich angeprangert und daraufhin wurde die Nutzung des “Pink Slime” deutlich eingeschränkt.

3. Betrifft diese Geschichte bzw. die Nutzung des “Pink Slime” auch Deutschland oder Österreich?

NEIN! Es geht dabei um den sogenannten “Pink Slime”, der in den USA genutzt wurde.

Wer nun noch Interesse hat, den ganzen Hintergrund zu erfahren, der kann ab hier weiterlesen… Es ist tatsächlich so, dass Oliver in seiner Sendung „Jamie Oliver’s Food Revolution“ aufdeckte, was in den Burgern von US-Fastfood-Ketten landet: Unter anderem monierte er, dass minderwertiges Rindfleisch, das sonst in Hundefutter steckt, mit Hilfe von Ammoniumhydroxid wieder genießbar gemacht wird. Das Produkt daraus, was er im Original “Pink Slime” (rosa Schleim) nannte, war zu jenem Zeitpunkt in den USA offiziell erlaubt. Mit bis zu 15% Anteil durfte mit dieser minderwertigen Masse das Endprodukt gestreckt werden. In der Episode von “Jamie Oliver’s Food Revolution”, die am vom 12. April 2011 ausgestrahlt wurde, sagte Oliver:

Basically, we’re taking a product that would be sold at the cheapest form for dogs and after this process we can give it to humans

Er kreidet also an, dass diese billige Form von Fleisch, die eigentlich nur für Hunde verkauft wird, hier aufbereitet und für Menschen zubereitet wird. Wie sich herausstellte, arbeiteten auch Burger King und Taco Bell in den USA so – wohlgemerkt zu diesem Zeitpunkt völlig legal.

Zu diesem Zeitpunkt

Die DailyMail titelte zum Beispiel am 26.01.2012:

Victory for Jamie Oliver in the U.S. as McDonald’s is forced to stop using ‘pink slime’ in its burger recipe

Die gesamte Schlagzeile stammt also von Ende Januar 2012.

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(Screenshot: Ibitimes)

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(Screenshot: CBS)

Ebenso erfährt man aus dem Artikel der DailyMail, dass der monierte “Pink Slime” in den USA genutzt wurde. Eine Nutzung des “Pink Slime”, also des aufbereiteten Fleisches, gab es im Vereinigten Königreich und Irland nicht. Ebenso gibt es auch keine Nachweise für die Nutzung in Deutschland oder Österreich. Der Grund, warum dieses Thema immer wieder im Fokus der Nutzer landen könnte, ist das Freihandelsabkommen TTIP und die Befürchtungen, dass derartige Praktiken durch Knebelverträge in Mitteleuropa landen.

Also halten wir abschließend fest

Es handelt sich hier nicht um eine aktuelle Geschichte, sondern um zu der Zeit legale Praktiken aus den USA, die auf 2011 und 2012 zurückgehen. Jamie Oliver hat diese Vorkommnisse tatsächlich angeprangert und daraufhin wurde die Nutzung des “Pink Slime” deutlich eingeschränkt. Es gibt nun sehr viele fremdsprachige Quellen zu diesem Thema, an dieser Stelle möchten wir als weiterführende Information noch einen ausführlichen deutschsprachigen Artikel nennen: AMMONIUMHYDROXID Starkoch Jamie Oliver gewinnt langen Kampf gegen McDonalds Artikel- Vorschaubild:  Mr Pics / Shutterstock.com

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