Kein „Sturm von Linken“ aufs Berliner Abgeordnetenhaus

Protestaktion von Mitarbeitenden der Berliner Frauenhäuser wurde gezielt als Angriff inszeniert – eine klare Irreführung

Die Behauptung

In sozialen Medien wird behauptet, „die Linken“ hätten einen „Sturm auf das Berliner Abgeordnetenhaus“ verübt. Dazu kursieren Fotos und Videos, die Menschen in dem Gebäude zeigen. Einige Beiträge unterstellen, der öffentlich-rechtliche Rundfunk (ÖRR) habe das Ereignis „wohlwollend begleitet“ weil „war natürlich vor Ort“.

Aufgestellt von: Social Media

Falsch

Die Aktion war kein Angriff oder Sturm, sondern eine Protestaktion von Mitarbeitenden Berliner Frauenhäuser gegen geplante Kürzungen. Es handelte sich um eine friedliche Kundgebung, nicht um eine politische oder gewaltsame Aktion. Der RBB war journalistisch vor Ort, wie bei jeder größeren Kundgebung üblich. Die gegenteilige Darstellung ist bewusste Desinformation, um Misstrauen und Feindbilder gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und politische Gruppen zu schüren.

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FAQ: Protest im Abgeordnetenhaus erklärt

Viele fragten sich, was genau dort passiert ist – hier die wichtigsten Fakten!

Abgeordnetenhaus Kein „Sturm von Linken“ aufs Berliner Abgeordnetenhaus
Screenshot der falschen Behauptung auf Social Media

Was ist wirklich passiert?

Am 18. September 2025 protestierten Mitarbeitende von Berliner Frauenhäusern in und an dem Abgeordnetenhaus in Berlin. Der Protest blieb friedlich.

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Wer stand hinter der Aktion?

Die Protestierenden kamen aus Berliner Frauenhäusern. Ziel war, auf die Folgen der Sparpolitik hinzuweisen. Eine politische Partei war nicht Veranstalterin. Initiiert hat die Aktion die Berliner Initiative gegen Gewalt an Frauen (BIG).

Warum war der öffentlich-rechtliche Rundfunk vor Ort?

Der RBB berichtete, wie bei vielen anderen politischen und sozialen Protesten auch. Die Berichterstattung war neutral und informativ – kein „Mitmarschieren“, wie Falschmeldungen behaupten.

Wie kam es zur falschen Darstellung in sozialen Medien?

Einige Accounts stellten Bilder des Protests ohne Kontext ins Netz, versehen mit Schlagwörtern wie „Sturm“, „Die Linken!!“ oder „ÖRR dabei!“. Dadurch sollte der Eindruck eines gefährlichen Aufruhrs entstehen. Das ist ein typischer Manipulationstrick: Emotionen wecken, Feindbilder erzeugen.

Die Fakten dahinter – MIMIKAMA-ANALYSE

Friedlicher Protest wird als Angriff dargestellt

Der RBB-Bericht vom 18. September 2025 zeigt eindeutig: Es handelte sich um eine Protestaktion, nicht um Gewalt oder Chaos. Dutzende Frauen besetzten die Treppen des Abgeordnetenhauses und riefen unter anderem: „Berlin lässt uns verrecken.“ Die Polizei löste die Versammlung auf. Diese war nicht genehmigt.

Falsche Schlagwörter erzeugen Alarmstimmung

Der Begriff „Sturm“ wird bewusst eingesetzt, um eine Parallele zum Angriff auf das Reichstagsgebäude 2020 oder zu rechtsextremen Aktionen zu schaffen. Das ist gezielte Irreführung. Solche Begriffe lösen sofort Alarm aus, obwohl die Realität harmlos war.
Das Muster ist bekannt: neutrale Proteste werden dramatisiert, um politische Gegner zu diskreditieren.

Misstrauen gegen Medien soll geschürt werden

Der zweite Teil der Behauptung – „Unser ÖRR natürlich vor Ort“ – zielt darauf, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu diffamieren. Die Botschaft: Medien würden „linke Aktionen“ unterstützen. In Wahrheit ist das Gegenteil der Fall: Der RBB erfüllte seine journalistische Pflicht, über gesellschaftliche Ereignisse sachlich zu berichten.
Solche Aussagen sollen das Vertrauen in unabhängige Berichterstattung untergraben.

Wie Desinformation funktioniert

Die Falschmeldung kombiniert ein reales Ereignis (den Protest) mit emotionalen Übertreibungen. Bilder echter Menschen werden aus dem Zusammenhang gerissen. Dazu kommt ein Schlagwort („Sturm“), das Angst oder Wut auslöst.
So wird ein harmloser Vorgang in einen „Skandal“ verwandelt. Die Strategie ist simpel, aber wirkungsvoll: Emotion ersetzt Information.

Warum das gefährlich ist

Wenn friedliche Demonstrationen als „Angriffe“ dargestellt werden, entsteht ein Klima der Polarisierung. Menschen verlieren den Blick für echte Probleme – in diesem Fall für den drohenden Abbau von Frauenhilfe-Angeboten. Stattdessen wird über angebliche „linke Krawalle“ diskutiert.
Desinformation verschiebt so den Fokus und vergiftet die politische Debatte.

FAZIT

Die Behauptung über einen „Sturm von Linken“ auf das Berliner Abgeordnetenhaus ist frei erfunden. Tatsächlich protestierten Mitarbeitende aus Frauenhäusern friedlich gegen Kürzungen.
Das Beispiel zeigt erneut, wie einfache Worte wie „Sturm“ oder „Aufstand“ gezielt eingesetzt werden, um Angst und Misstrauen zu erzeugen. Wahrheit bleibt überprüfbar – Täuschung lebt von der Absicht, zu spalten.

Quelle: Mitarbeitende von Berliner Frauenhäusern protestieren gegen Einsparungen | rbb24

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MIMIKAMA · FAKTENCHECK

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