Die Behauptung
In sozialen Medien kursiert die Behauptung, 3,5 Millionen im Ausland lebende Deutsche seien als Wähler registriert gewesen, hätten jedoch keine oder verspätete Wahlunterlagen erhalten. Dadurch würden sechs Prozent der Stimmen fehlen, was die Wahl ungültig mache.
Falsch
Diese Behauptung ist falsch. Laut der Bundeswahlleiterin waren nur rund 214.000 Deutsche im Ausland als Wähler registriert. Die Zahl der registrierten Auslandswähler liegt also weit unter den behaupteten 3,5 Millionen.
Kurze Faktenübersicht:
- Tatsächliche Zahl der registrierten Wähler: Bis kurz vor der Wahl waren etwa 214.000 Auslandsdeutsche in ein Wählerverzeichnis eingetragen.
- Gesamte Anzahl der im Ausland lebenden Deutschen: Schätzungen zufolge leben 3 bis 4 Millionen Deutsche im Ausland, aber nicht alle sind wahlberechtigt.
- Wahlbeteiligung unklar: Die Wahlbriefe von Auslandsdeutschen werden nicht separat erfasst, sodass keine genauen Zahlen zur Wahlbeteiligung vorliegen.
- Probleme mit der Briefwahl: Viele Wähler berichteten von Schwierigkeiten, ihre Stimme rechtzeitig abzugeben, doch eine Wahlanfechtung hat laut Experten kaum Chancen.
Die Fakten zur Wahlbeteiligung von Auslandsdeutschen
Woher kommt die irreführende Zahl von 3,5 Millionen?
Die Zahl von 3,5 Millionen basiert offenbar auf einer fehlerhaften Annahme: Laut dem Auswärtigen Amt leben schätzungsweise drei bis vier Millionen Deutsche im Ausland. Allerdings sind nicht alle wahlberechtigt, und noch weniger registrieren sich tatsächlich zur Wahl.
Wahlberechtigt ist nur, wer:
- mindestens 18 Jahre alt ist,
- eine enge Verbundenheit zu Deutschland nachweisen kann,
- nicht länger als 25 Jahre dauerhaft im Ausland lebt.
Tatsächliche Registrierungszahlen zur Wahl
Die Bundeswahlleiterin gab bekannt, dass bis zwei Tage vor der Wahl über 213.255 Eintragungen von Auslandsdeutschen im Wählerverzeichnis verzeichnet waren. Diese Zahl könnte sich bis zum Wahltag nur geringfügig erhöht haben.
Zum Vergleich:
- Bundestagswahl 2021: 129.000 registrierte Auslandswähler.
- Aktuelle Bundestagswahl 2025: Rund 214.000 registrierte Auslandswähler.
Die behaupteten 3,5 Millionen registrierten Wähler existieren also nicht.
Lässt sich die Wahlbeteiligung aus dem Ausland messen?
Nein. Laut der Pressestelle der Bundeswahlleiterin werden Wahlbriefe von Auslandsdeutschen nicht gesondert erfasst. Sie werden gemeinsam mit den übrigen Briefwahlstimmen in Deutschland ausgezählt. Daher gibt es keine offiziellen Zahlen zur Wahlbeteiligung von Deutschen im Ausland.
Gab es Probleme mit der Briefwahl?
Ja. Zahlreiche Auslandsdeutsche berichteten von Schwierigkeiten bei der Stimmabgabe, vor allem wegen der verkürzten Fristen der vorgezogenen Wahl. Bei der Bundeswahlleiterin gingen dazu viele Beschwerden ein.
Macht das die Wahl ungültig?
Nein. Eine Wahlanfechtung wegen der Auslandswahl hätte keine Erfolgsaussichten.
Fazit zum Thema Auslandswähler und Bundestagswahl
Die Behauptung, dass 3,5 Millionen Deutsche im Ausland registriert waren und keine Wahlunterlagen erhielten, ist nachweislich falsch. Tatsächlich waren nur rund 214.000 Deutsche im Ausland registriert. Auch wenn es Probleme mit der Briefwahl gab, gibt es keine Belege für eine systematische Beeinträchtigung der Wahl. Eine Wahlanfechtung ist daher äußerst unwahrscheinlich.
Quellen:
- https://www.bundeswahlleiterin.de/info/presse/mitteilungen/bundestagswahl-2025/23_25_wahlteilnahme-auslandsdeutsche.html
- https://www.bundeswahlleiterin.de/bundestagswahlen/2025/informationen-waehler/deutsche-im-ausland.html#Internetangebot%20der%20Bundeswahlleiterin
- https://www.gesetze-im-internet.de/bwahlg/__12.html
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