Fotos von der Geburtstagsfeier, Erinnerungen an den Familienausflug oder Bilder vom Spielen am Strand: Solche Bilder landen oft schnell in sozialen Netzwerken oder werden über Messenger geteilt. Doch was ist, wenn auch fremde Kinder auf den Bildern zu sehen sind? Und dürfen Großeltern Aufnahmen ihrer Enkelkinder online teilen?

Viele Menschen sind unsicher. Nur 26 Prozent wissen genau, wann und unter welchen Umständen Kinderfotos in sozialen Netzwerken geteilt werden dürfen. Noch weniger, nämlich nur 7 Prozent, sind sich über das Teilen solcher Bilder in Messengern im Klaren. Das hat eine Umfrage des Digitalverbands Bitkom ergeben.

In diesem Artikel erfahren Sie alles Wichtige über die rechtlichen Rahmenbedingungen und worauf Sie achten sollten, um keine Fehler zu machen.

Die rechtliche Situation: Persönlichkeitsrechte und Recht am eigenen Bild

Kinder haben wie Erwachsene Persönlichkeitsrechte und ein Recht am eigenen Bild. Wer Fotos von Kindern in sozialen Medien oder über Messenger teilen möchte, muss daher die Einwilligung aller Erziehungsberechtigten einholen.

Ist das Kind alt genug, um die Folgen einer Veröffentlichung zu verstehen, muss auch seine Einwilligung eingeholt werden. Dies wird in der Regel ab einem Alter von 14 Jahren angenommen, kann aber von Fall zu Fall variieren. Ohne diese Einwilligung dürfen Fotos, die fremde Kinder zeigen, nicht geteilt werden.

Ausnahmen im Familienkreis

Eine Ausnahme besteht, wenn Kinderfotos in einem begrenzten Kreis, z.B. innerhalb der Familie, geteilt werden. So darf die Großmutter ein Bild ihres Enkels in der Familiengruppe eines Messengers verschicken, es aber nicht als öffentliches Profilbild verwenden.

Auch bei größeren Veranstaltungen wie Schul- oder Kindergartenfesten ist die Zustimmung aller Erziehungsberechtigten erforderlich, bevor Bilder veröffentlicht werden dürfen.

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Datenschutz und Sicherheit: Wichtige Hinweise

Seien Sie besonders vorsichtig, wenn Sie Fotos von Kindern veröffentlichen.

  • Nutzen Sie die Privatsphäre-Einstellungen von sozialen Netzwerken und Messengern, um Bilder nur mit ausgewählten Personengruppen zu teilen.
  • Vermeiden Sie es, persönliche Daten wie den vollständigen Namen oder den Wohnort anzugeben, insbesondere bei frei zugänglichen Fotos im Internet.
  • Kinder sollten nicht in peinlichen oder unangemessenen Situationen gezeigt werden.
  • Behalten Sie im Hinterkopf, dass durch den technischen Fortschritt und künstliche Intelligenz Kinderfotos auch Jahre später noch zugeordnet werden können.

Gefahren im Netz: Cyber-Mobbing und mehr

Fotos im Internet können zahlreichen Gefahren ausgesetzt sein, darunter Cyber-Mobbing, Cyber-Grooming und die Nutzung durch Kriminelle.

Fremde Kinder sollten mit Bildbearbeitungsprogrammen oder speziellen Apps aus Fotografien entfernt oder unkenntlich gemacht werden. Denken Sie daran: Das Internet vergisst nicht. Was heute harmlos erscheint, kann den abgebildeten Kindern später peinlich sein oder sogar schaden.

Unsicherheit auch bei Erwachsenenfotos

Nicht nur bei Kinderfotos gibt es Unsicherheiten. Viele Menschen wissen nicht genau, ob und wie sie Bilder von anderen Erwachsenen in sozialen Netzwerken oder Messengern teilen dürfen. Auch hier gilt die Faustregel, immer die Einwilligung der abgebildeten Person einzuholen.

Häufig gestellte Fragen zu Kinderfotos in sozialen Netzwerken

  1. Welche rechtlichen Konsequenzen hat das unerlaubte Teilen von Kinderfotos?
    Dies kann schwerwiegende rechtliche Folgen haben. Neben Unterlassungs- und Schadensersatzansprüchen kann sogar eine Straftat vorliegen, die eine Strafverfolgung nach sich zieht. Daher ist es wichtig, vor dem Teilen die erforderlichen Einwilligungen einzuholen.
  2. Was ist die Einsichtsfähigkeit eines Kindes und ab wann gilt sie?
    Die Einsichtsfähigkeit beschreibt die Fähigkeit eines Kindes, die Konsequenzen einer Veröffentlichung zu verstehen. In der Regel wird dies ab einem Alter von 14 Jahren angenommen. Diese Einschätzung kann jedoch von Fall zu Fall variieren und bedarf einer individuellen Prüfung.
  3. Dürfen Fotos von Kita- und Schulfesten ohne Einwilligung gemacht werden?
    Nein, bei Veranstaltungen wie Kita- und Schulfesten dürfen Aufnahmen nur mit Einwilligung aller Erziehungsberechtigten der abgebildeten Kinder veröffentlicht werden. Ohne diese Einwilligung ist eine Veröffentlichung nicht erlaubt.
  4. Wie kann ich fremde Kinder aus Fotos entfernen?
    Mit Bildbearbeitungsprogrammen oder speziellen Apps können fremde Kinder einfach aus Bildern herausgeschnitten oder zumindest unkenntlich gemacht werden. Das schützt ihre Persönlichkeitsrechte und verhindert unerlaubtes Teilen.
  5. Welche Sicherheitsmaßnahmen sollte ich beim Teilen von Kinderfotos beachten?
    Achten Sie auf die Privatsphäre-Einstellungen in sozialen Netzwerken und Messengern. Vermeiden Sie die Angabe persönlicher Daten und teilen Sie Bilder nur mit ausgewählten Personengruppen. Zeigen Sie Kinder niemals in unangemessenen oder peinlichen Situationen und denken Sie daran, dass das Internet nichts vergisst.
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Fazit

Das Teilen von Kinderfotos in sozialen Netzwerken und Messengern erfordert besondere Vorsicht und Aufmerksamkeit. Es ist wichtig, sich der rechtlichen Rahmenbedingungen und der möglichen Konsequenzen bewusst zu sein.

Holen Sie immer die notwendigen Einwilligungen ein und schützen Sie die Privatsphäre und Rechte der abgebildeten Kinder. Achten Sie darauf, keine persönlichen Daten zu veröffentlichen und seien Sie sich der Gefahren im Internet bewusst. Mit diesen Maßnahmen können Sie verantwortungsvoll und sicher mit Kinderfotos umgehen.

Quelle: BITKOM

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