Die Behauptung
Aktuell kursiert die Behauptung, der rumänische Zoll habe 75 Kilogramm Kokain beschlagnahmt. Die Drogen seien auf einem Getreideschiff aus der Region Odessa gefunden worden. Auf den Paketen sei ein Porträt des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu sehen.
Aufgestellt von: Unbekannt
Faktencheck: Falsch
Die Behauptung ist falsch.
Das Bild ist offenbar eine manipulierte Version eines älteren Fotos aus den USA.
Für eine solche Beschlagnahme in Rumänien gibt es keine belastbaren Nachweise.
Aktuell kursieren Beiträge, die angeblich eine rumänische Zollbeschlagnahmung von Kokain mit Selenskyj-Porträts zeigen. Das Foto davon wird mit einem Schiff aus der ukrainischen Region Odessa verknüpft und soll so einen Zusammenhang zwischen der Ukraine, Selenskyj und Drogenschmuggel herstellen.
Dafür gibt es nach der vorliegenden Recherche keinen belastbaren Beleg. Das geteilte Foto ist demnach nicht aus Rumänien, sondern eine manipulierte Fassung eines älteren Bildes der US-Zoll- und Grenzschutzbehörde.
Das Foto stammt nicht aus Rumänien
Das verbreitete Bild basiert auf einem echten Foto der US-Behörde Customs and Border Protection. Das Original zeigte demnach unmarkierte Drogenpakete, die im Mai 2024 bei einer Kontrolle eines kommerziellen Lastwagens nahe Laredo im US-Bundesstaat Texas sichergestellt wurden.
On Thursday, Laredo CBP officers seized 15 packages containing a total of 37lbs of cocaine hidden within a conveyance hauling cotton candy.
— CBP (@CBP) May 14, 2024
Read more: https://t.co/IoNKpPAyRw pic.twitter.com/7DrZ9cqFDx
In der nun verbreiteten Version wurden Bilder von Selenskyj auf die Pakete montiert. Genau diese Veränderung ist der Kern der Täuschung: Ein echtes Behördenfoto wird mit einem neuen Motiv versehen und anschließend in einen politischen Kontext verschoben.
Keine belastbare Spur zu rumänischem Zollfund
Für die behauptete Beschlagnahme von 75 Kilogramm Kokain durch rumänische Behörden auf einem Schiff aus Odessa liegt kein belastbarer Nachweis vor. Auch glaubwürdige Medienberichte oder offizielle Regierungsmitteilungen zu einem solchen Fall wurden darin nicht gefunden.
Das ist entscheidend: Die Behauptung stützt sich nicht auf eine überprüfbare rumänische Quelle, sondern auf ein verbreitetes Bild, das bereits in seiner Bildgrundlage falsch eingeordnet und manipuliert ist.
Die Erzählung passt zu bekannten Desinformationsmustern
Der Beitrag kombiniert mehrere Elemente, um glaubwürdig zu wirken: ein scheinbares Behördenfoto, ein Zoll-Logo, konkrete Zahlen und ein politischer Bezug zur Ukraine. Diese Mischung erzeugt die Wiedergabe einer offiziellen Meldung.
Gleichzeitig bedient die Behauptung ein bekanntes pro-russisches Narrativ gegen Selenskyj. Sie greift unbelegte Erzählungen über angeblichen Drogenkonsum und angebliche ukrainische Drogennetzwerke auf. Solche Zuschreibungen werden nicht belegt, sondern über ein manipuliertes Bild emotional verstärkt.
Verbreitung über pro-kremlnahe Kanäle
Die Behauptung wird seit Anfang Juli 2026 in mehreren Sprachen verbreitet, darunter Englisch, Deutsch, Französisch, Spanisch, Russisch und Rumänisch. Auch das sogenannte Pravda-Netzwerk soll die Meldung vielfach aufgegriffen haben.
Die zeitliche Einbettung ist relevant: Die Verbreitung fiel demnach in eine Phase, in der Selenskyj bei einem NATO-Gipfel für weitere militärische Unterstützung der Ukraine warb. Die Falschbehauptung zielt damit nicht nur auf ein einzelnes Foto, sondern auf die politische Glaubwürdigkeit der ukrainischen Führung.
Worauf Nutzer achten sollten
Bei angeblichen Behördenfotos ist nicht nur das Logo wichtig. Entscheidend ist, ob es eine überprüfbare Originalmeldung gibt: eine Pressemitteilung, ein Aktenzeichen, eine Behördenseite oder übereinstimmende Berichte seriöser Medien.
Fehlen solche Belege und taucht das Bild gleichzeitig in politisch aufgeladenen Beiträgen auf, ist besondere Vorsicht geboten. In diesem Fall spricht die Bildherkunft klar gegen die verbreitete Darstellung.
Fazit
Bewertung: Falsch.
Das Foto wurde manipuliert und in einen erfundenen Rumänien-Ukraine-Kontext gestellt.
FAQ zum Thema: Selenskyj und Kokainpakete
Hat Rumänien 75 Kilogramm Kokain mit Selenskyj-Porträts beschlagnahmt?
Dafür gibt es keinen belastbaren Nachweis. Nach der vorliegenden Recherche fanden sich keine offiziellen rumänischen Meldungen oder glaubwürdigen Medienberichte zu einem solchen Fund.
Ist das Foto echt?
Das Ausgangsfoto ist offenbar echt, aber der verbreitete Inhalt ist manipuliert. Die Selenskyj-Porträts wurden demnach auf ein älteres Foto einer US-Beschlagnahmung montiert.
Warum wird Selenskyj mit Kokain in Verbindung gebracht?
Die Behauptung greift ein wiederkehrendes unbelegtes Narrativ auf, das Selenskyj diskreditieren soll. Das manipulierte Bild dient dabei als scheinbarer Beweis.
Quellen
Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise) Welche Quellen wir verwenden und was für uns kein Beleg ist, steht auf unserer Quellenseite.
