Kostenlose Physiotherapie-Ausbildung? – Fake-Anzeigen auf Facebook

Anzeigen auf Facebook locken mit falschen Versprechen einer kostenlosen Physiotherapie-Ausbildung, angeblich unterstützt von offiziellen Stellen. Dahinter verbergen sich allerdings kommerzielle Interessen.

Die Behauptung

Über Facebook-Anzeigen werden kostenlose Physiotherapie-Ausbildungen vom Österreichischen Physiotherapeutenverband und dem Roten Kreuz beworben.

Irreführend

Die Anzeigen sind Täuschungsversuche, um Klicks auf kommerzielle Websites zu generieren. Hinter den Angeboten stecken keine offiziellen Institutionen, sondern wirtschaftliche Interessen. Nutzer sollten wachsam sein und keine persönlichen Daten preisgeben.

Kurze Faktenübersicht:
Falsches Angebot: Es gibt keine kostenlose Physiotherapie-Ausbildung, die vom Österreichischen Physiotherapeutenverband und dem Roten Kreuz unterstützt wird.
Klickköder: Nutzer werden auf Sammelseiten weitergeleitet, die kostenpflichtige Angebote präsentieren.
Wirtschaftliches Ziel: Betreiber verdienen durch Affiliate-Links.

Bewertung: Achtung. Die Anzeigen sind irreführend und darauf ausgelegt, Nutzer in die Irre zu führen.

💬Wie erkennt man Facebook-Betrug im Alltag? Antworten finden Sie im Leitfaden Facebook-Betrug.

Facebook-Werbung lockt mit falschen Versprechungen

Auf den ersten Blick erscheinen solche Facebook-Werbungen verlockend: Eine kostenlose Ausbildung – betitelt als „Physiotherapie-Assistentenprogramme“, noch dazu direkt vom Österreichischen Physiotherapeutenverband und dem Roten Kreuz mit Unterstützung des österreichischen Bildungsministeriums, wie das Logo suggerieren soll. – Wer könnte da widerstehen?

Mimikama braucht Verstärkung – hilf uns, eine weitere Person ins Team zu holen
Screenshot der entsprechenden Facebook-Anzeigen
Screenshot der entsprechenden Facebook-Anzeigen

Der Text in den Anzeigen suggeriert, dass es einen Fachkräftemangel gäbe, was das kostenlose Ausbildungsangebot argumentieren soll: „Physiotherapie- Assistentenprogramme (kostenlos). Aufgrund eines akuten Mangels an Stellen für Physiotherapeuten-Assistenten sind die Kurse für Physiotherapeuten-Assistenten ab Juli 2024 für alle kostenlos. Der Kurs ist vom Österreichischen Physiotherapieverband akkreditiert und kann in 4 Wochen abgeschlossen werden.“

Doch gerade diese verlockende Einfachheit lockt viele Nutzer in die Falle. Denn die Realität sieht anders aus. Weder gibt es eine kostenlose Fortbildung noch eine Akkreditierung oder sonst irgendeine Verbindung zum Österreichischen Physiotherapieverband, dem Roten Kreuz oder dem Ministerium.

Was steckt hinter den Links?

Der Klick auf den Link führt nicht wie erwartet auf eine offizielle Seite der genannten Institutionen, sondern auf eine Art „Sammelseite“. Hier werden zahlreiche weitere Seiten gelistet, die alle auf kostenpflichtige Ausbildungen im Bereich der Physiotherapie verweisen.

Screenshot der Sammelseite
Screenshot der Sammelseite

Das anfängliche Versprechen einer kostenlosen Ausbildung entpuppt sich somit als Farce.

Hintergrund einer solchen Seite ist, dass auf der Domain selbst keine Webseite mehr betrieben wurde, die Domain dann von einer Marketingfirma gekauft wurde, Google Werbung ausspielt und damit Geld verdient, wie man hier erkennen kann:

Screenshot Auszug der Webseite mit Hinweis auf Werbung
Screenshot Auszug der Webseite mit Hinweis auf Werbung

Das wahre Ziel: Geld verdienen

Das Ziel dieser irreführenden Anzeigen auf Facebook ist klar: Dahinter stecken Affiliate-Links. Und bei jedem Klick darauf verdienen die Betreiber Provisionen. Jedes Mal, wenn Nutzer diese Links öffnen, profitieren sie finanziell – unabhängig davon, ob der Nutzer am Ende tatsächlich einen Kurs bucht oder nicht.

Außerdem können hier auch persönliche Daten der Interessenten gesammelt und für weitere Werbemaßnahmen genutzt werden.

Gefährdung der Nutzerdaten

Nicht nur die Falschinformationen hinter den angepriesenen Möglichkeiten ist ein Problem, auch der Umgang mit persönlichen Daten ist bedenklich. Wer seine Kontaktdaten auf einer der verlinkten Seiten angibt, riskiert, dass diese missbraucht werden – sei es für Werbezwecke oder sogar für betrügerische Aktivitäten.

Werbung in mehreren Sprachen: Die internationale Dimension

Die Facebook-Seite „Best offer ever“ schaltet ihre Werbung nicht nur in Österreich, sondern auch in anderen Ländern und in verschiedenen Sprachen für verschiedene Ausbildungen.

Screenshot anderssprachiger Anzeigen der Facebook-Seite "Best offers ever"
Screenshot anderssprachiger Anzeigen der Facebook-Seite

Auch Anzeigen zu anderen Themen wie zum Beispiel kostenlosen Haustierversicherungen, Bestattenversicherung oder Operationen zur Entfernung von Tränensäcken werden hier gelistet. Und auch hier führen die Links zu Sammelseiten.

Screenshot weiterer Anzeigen der Facebook-Seite
Screenshot weiterer Anzeigen der Facebook-Seite

Die Seite selbst hat kein Impressum und keine Kontaktdaten, was sofort Zweifel an der Seriosität aufkommen lässt.

Fazit

Die auf Facebook beworbenen vermeintlich kostenlosen Physiotherapie-Ausbildungen sowie weitere Anzeigen derselben Seite sind eine Täuschung. Sie dienen lediglich dazu, Nutzer auf kostenpflichtige Angebote zu locken und durch Klicks Einnahmen zu generieren. Wenn Interesse zu den beworbenen Themen besteht, sollte man selbst im Internet recherchieren. Wer auf solche Anzeigen stößt, sollte sie unbedingt ignorieren und keine persönlichen Daten hinterlassen.

Abonnieren Sie unseren Newsletter, um auf dem Laufenden zu bleiben. Erkunden Sie auch unser umfangreiches Medienbildungsangebot.

MIMIKAMA · FAKTENCHECK

Faktencheck als Bild teilen

Den Faktencheck per Artikellink teilen oder das 4:5-Faktenbild als PNG herunterladen.

Social-Faktenbild · 4:5 · 1080 × 1350 px

Bild wird vorbereitet …

Bitte prüfe beim Teilen, ob der gekürzte Text die Aussage korrekt wiedergibt. Die vollständige Recherche ist im Artikel verlinkt.


Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise) Welche Quellen wir verwenden und was für uns kein Beleg ist, steht auf unserer Quellenseite.