Lieber sicher sein … Nein! Ein Anwalt hat das NICHT empfohlen!

Autor: Kathrin Helmreich

Bullshit: "Lieber sicher sein, als dass es einem Leid tut"

„Lieber sicher sein, als dass es einem Leid tut.“ – So beginnt ein Text, der seit Jahren auf Facebook sein Unwesen treibt. Ein Konstrukt aus verschiedenen Kettenbriefen, das sich äußerst hartnäckig hält.

Es geht dabei um diesen ellenlangen Statusbeitrag auf Facebook, der immer wieder kopiert und neu hochgeladen wird:

Screenshot by mimikama.org
Screenshot by mimikama.org

Lieber sicher sein, als dass es einem Leid tut. Ein Anwalt hat uns empfohlen, dies zu posten. Gut genug für mich. Die Verletzung der Privatsphäre kann gesetzlich bestraft werden. HINWEIS: Facebook ist jetzt eine öffentliche Einrichtung. Alle Mitglieder müssen eine solche Notiz posten. Wenn Sie eine Erklärung nicht mindestens einmal veröffentlichen, wird stillschweigend davon ausgegangen, dass Sie die Verwendung Ihrer Fotos sowie der Informationen in den Aktualisierungen Ihres Profilstatus zulassen. Ich erkläre hiermit, dass ich meine Erlaubnis nicht gebe.

Kopieren und erneut senden.

Termin morgen !!! Alles, was Sie jemals gepostet haben, wird ab morgen öffentlich. Auch gelöschte Nachrichten oder Fotos sind nicht zulässig.

Ein einfaches Kopieren und Einfügen kostet nichts, besser sicher als leid.

Channel 13 News sprach über die Änderung der Datenschutzerklärung von Facebook.

Ich gebe Facebook oder den mit Facebook verbundenen Personen keine Erlaubnis, meine Bilder, Informationen, Nachrichten oder Beiträge zu verwenden, sowohl in der Vergangenheit als auch in der Zukunft. Mit dieser Erklärung gebe ich Facebook eine Mitteilung. Es ist strengstens untersagt, auf der Grundlage dieses Profils und / oder seines Inhalts gegen mich weiterzugeben, zu kopieren, zu verbreiten oder sonstige Maßnahmen zu ergreifen. Der Inhalt dieses Profils ist vertraulich und vertraulich. Die Verletzung der Privatsphäre kann gesetzlich geahndet werden (UCC 1-308-1 308-103 und das Römische Statut).

HINWEIS: Facebook ist jetzt eine öffentliche Einrichtung. Alle Mitglieder müssen eine solche Notiz posten.

Wenn Sie möchten, können Sie diese Version kopieren und einfügen.

Wenn Sie eine Erklärung nicht mindestens einmal veröffentlichen, wird sie die Verwendung Ihrer Fotos sowie die Informationen in den Profilstatusaktualisierungen technisch zulassen.

NICHT TEILEN. Kopieren und einfügen von Ihrer eigenen Seite

Der Faktencheck

Wir haben es hier mit einer Vielzahl an verschiedenen Kettenbriefen zu tun, die zu einem einzigen Konstrukt zusammengefügt wurden.

Allein die vage Zeitangabe von „morgen“ haut nicht ganz hin, denn der Text wird bereits seit Jahren auf Facebook immer wieder neu kopiert und hochgeladen. Theoretisch müsste also bereits die letzten drei Jahre alles von jedem, der damals diese „Erklärung“ NICHT gepostet hat, veröffentlicht worden sein – und wurde alles veröffentlicht? Nein!

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Als Zweites soll das ein Anwalt geraten haben? Welcher denn? Ein anonymer Anwalt, der nicht genannt werden möchte? Äußerst dubios oder äußerst erfunden, um eine Behauptung zu untermauern. Ergo gibt es keine belegten Quellen, wann wer wo was gesagt haben soll.

Wie aber kommt dann ein solcher Text zustande?

Leider wissen wir noch immer nicht genau, was der Text eigentlich aussagen soll.

Er ist jedoch nicht nur auf Deutsch, sondern auch in englischer Sprache unterwegs. Es handelt sich also um keinen aktuellen Text – und somit auch um keine aktuellen Änderungen bei Facebook.

Auch die Widersprüche zu den „UCC 1-308-1 1 308-103 und das Rom-Statut“ sind uns – und Facebook – nicht unbekannt:

Ergebnis:

Es gibt weder eine Frist, noch braucht man einen Widerrufshinweis auf Facebook zu teilen oder neu zu posten.

Dieser Text kann nach beinahe drei Jahren getrost als Kettenbrief eingestuft werden, der falsche Informationen verbreitet. Denn „morgen“ wird auf gar keinen Fall alles öffentlich gepostet werden!

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