Ein Aufruf geht viral: Vom 5. bis 11. Mai 2025 sollen Nutzer weltweit auf die Dienste von Meta verzichten, also auf Facebook, Instagram, WhatsApp, Messenger und Threads. Was auf den ersten Blick wie ein loses Community-Projekt wirkt, hat in Wahrheit einen brisanten politischen Hintergrund. Denn Meta steht aktuell massiv in der Kritik: wegen rechter Kurswechsel, aufgegebener Faktenchecks und dem Bruch mit Grundwerten wie Inklusion und Schutz marginalisierter Gruppen.
Worum geht es beim META-BOYKOTT?
Zwischen dem 5. und 11. Mai 2025 rufen User auf verschiedenen Plattformen (u.a. TikTok, Reddit und Bluesky) dazu auf, Meta konsequent zu boykottieren.
Hinweis: Mimikama informiert über den Meta-Boykott, unterstützt ihn aber nicht, weil unsere Aufgabe Aufklärung und nicht politischer Aktivismus ist.
Der Aufruf lautet:
„META-BOYKOTT vom 5. bis 11. Mai
Melde dich in dieser Woche nicht bei Facebook, Instagram, Threads, Messenger oder WhatsApp an und nutze keinen dieser Meta-Dienste.
Wenn du planst, deinen Account zu deaktivieren oder zu löschen, kannst du das ebenfalls während dieser Boykott-Woche tun.
Ziel des Boykotts:
Die Zahl der Werbeeinblendungen auf Meta-Plattformen in dieser Woche massiv senken, um zu zeigen:
Wir haben Macht, wenn wir uns zusammenschließen, und wir lehnen Faschismus und Oligarchie in den USA ab.“
Ziel der Aktion:
- Meta durch sinkende Werbeeinnahmen unter Druck setzen
- Ein deutliches Signal an Politik und Öffentlichkeit senden: „Wir lassen uns nicht von Tech-Oligarchen manipulieren, und wir wehren uns gegen den Rechtsruck.“
Der politische Hintergrund: Meta rückt nach rechts
Der eigentliche Auslöser für den Boykott ist eine Reihe schockierender Maßnahmen von Meta, offiziell eingeführt, nachdem Donald Trump erneut zum US-Präsidenten gewählt wurde.
Laut Berichten von NBC News und Forbes umfasst Metas neue Ausrichtung folgende Punkte:
- Ende des Fact-Checkings: Meta hat sein Fact-Checking-Programm in den USA komplett eingestellt. Unabhängige Faktenprüfungen, einst als Bollwerk gegen Desinformation gedacht, entfallen.
- Weniger Moderation politischer Inhalte: Meta will sich aus der Inhaltsmoderation rund um politische Themen zurückziehen. Stattdessen setzt man auf ein sogenanntes „Community Notes“-System, ähnlich wie es Elon Musk bei X (ehemals Twitter) eingeführt hat.
- Erlaubnis für Hassrede: Laut aktualisierter Richtlinien dürfen Nutzer nun u.a. LGBTQ-Personen als „psychisch krank“ bezeichnen, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen.
- Auflösung von Diversity-Teams: Das gesamte interne Team für Diversity, Equity & Inclusion (DEI) wurde bei Meta aufgelöst.
Diese Maßnahmen werden von vielen als massiver Rückschritt gewertet, und als Versuch, sich bei Trump & rechten Kreisen anzubiedern.
Die Reaktionen: Wut, Protest, Ausstieg
Die Reaktionen auf Metas Kurswechsel ließen nicht lange auf sich warten:
- Künstler:innen, Aktivist:innen, LGBTQ-Vertreter:innen und Journalist:innen verlassen Meta-Plattformen.
- Zahlreiche Posts dokumentieren einen digitalen Exodus, hin zu Plattformen wie Bluesky, Mastodon, Tumblr oder Amigahood.
- Die Google-Suchanfragen nach „Facebook löschen“ oder „Instagram deaktivieren“ schossen in die Höhe.
💬 „Ich fühle mich nicht mehr sicher, auf Facebook oder Instagram zu posten, nicht als queere Chicana-Frau“, sagt Künstlerin Marie Valencia, die über 20.000 Follower hatte.
Auch prominente Persönlichkeiten wie Cord Jefferson, Oscar-nominierter Regisseur, erklärten öffentlich ihren Ausstieg:
„Ich versuche, den immer dümmer werdenden Ideen dieser Plattformen aus meinem Leben zu verbannen.“
Selbst ein Rechtsprofessor, der Meta vor Gericht vertreten hat, kündigte an, das Unternehmen zu boykottieren, und sprach von einer „toxischen Mischung aus Maskulinität und Neo-Nazi-Madness“.
Wie groß ist die Wirkung?
Zugegeben: Noch ist der Anteil der Boykottierenden im Vergleich zur riesigen Nutzerbasis von Meta relativ klein.
Doch Symbolik und mediale Wirkung sind beachtlich:
- Facebook hat in den USA rund 200 Millionen aktive Nutzer
- Instagram ca. 170 Millionen
- WhatsApp über 100 Millionen
Ein vollständiger Boykott dieser Dienste ist für viele schwer: WhatsApp ist Kommunikationsmittel Nr. 1, gerade für Familien und Freundeskreise. Viele kleine Unternehmen und Organisationen sind von Reichweite und Werbung abhängig.
Und dennoch: Der Druck wächst. NGOs wie Equal Access Public Media rufen öffentlich zum Verlassen der Plattformen auf:
„Wir leben unsere Werte, und sagen ganz klar: Das hier ist nicht okay.“
Was bedeutet das für dich?
Egal ob du Meta liebst, nutzt oder längst verlassen hast, der Meta-Boykott ist mehr als nur ein Protest gegen einen Konzern.
Es geht um grundlegende Fragen:
- Wie politisch dürfen oder müssen Social-Media-Plattformen sein?
- Was passiert, wenn Konzerne Faktenchecks abschaffen und Hass dulden?
- Wie viel Macht geben wir Big Tech über unsere Kommunikation und Demokratie?
Fazit: Meta steht an einem Scheideweg, und wir auch
Der Boykott vom 5. bis 11. Mai ist nicht die Revolution, aber ein deutliches Warnsignal.
Immer mehr Menschen hinterfragen, ob ihre digitale Heimat noch zu ihren Werten passt.
Und sie fordern Alternativen, Schutz und Haltung. Denn wer schweigt, wenn Rechte feiern, wird Teil des Problems.
Was kannst du tun?
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✅ Und wenn du willst: Mach mit beim Boykott.
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