Meta unter Beschuss: Kartellverfahren könnte WhatsApp und Instagram spalten

Meta droht die Zerschlagung – ein Prozess mit Signalwirkung für die Tech-Branche.

Die Behauptung

Meta habe durch die Übernahmen von Instagram und WhatsApp ein illegales Monopol geschaffen und gezielt Wettbewerber ausgeschaltet. Die US-Handelsaufsicht FTC will Meta zwingen, die Plattformen abzustoßen.

Aufgestellt von: Unbekannt

Irreführend

Vorsichtig! Die Vorwürfe sind gravierend und gut dokumentiert – auch mit internen E-Mails von Zuckerberg. Doch der Prozess ist komplex, und die Erfolgsaussichten der FTC ungewiss. Eine Zerschlagung ist möglich, aber noch längst nicht sicher.

Kurze Faktenübersicht:

  • Strategie offengelegt: Interne E-Mails zeigen Zuckerbergs Ziel, Konkurrenz zu „neutralisieren“.

  • Buy-or-Bury-Taktik: Meta kaufte Start-ups oder drängte sie gezielt vom Markt.

  • Trump als Joker: Politische Einflussnahme und Nähe zwischen Zuckerberg und Trump sorgen für Empörung.

  • Signalwirkung: Es ist das bedeutendste Kartellverfahren gegen einen Tech-Riesen seit Jahrzehnten.

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Ein historisches Verfahren gegen einen Daten-Giganten

Der Rechtsstreit zwischen der FTC und Meta ist mehr als ein juristisches Scharmützel, er ist ein Wendepunkt im Kampf gegen die Marktmacht digitaler Plattformen. Und er könnte darüber entscheiden, ob ein einzelnes Unternehmen weiterhin die globale Kommunikationsinfrastruktur kontrollieren darf.

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Der Vorwurf: Monopol durch Milliardenzukäufe

2012 übernahm Facebook (heute Meta) Instagram für rund eine Milliarde US-Dollar, damals ein kleiner, wachsender Fotodienst. Zwei Jahre später folgte WhatsApp für satte 22 Milliarden. Beide Käufe waren umstritten, wurden aber zunächst von den Wettbewerbsbehörden genehmigt.

Heute sehen wir die Konsequenz: Fast drei Milliarden Menschen nutzen WhatsApp, Instagram ist das wertvollste Produkt des Social Media-Riesen. Und der Konzern kontrolliert wesentliche Teile der digitalen Kommunikation weltweit.

Die FTC erhebt nun schwere Vorwürfe: Das Unternehmen habe nicht konkurriert, sondern systematisch gekauft, „buy or bury“. Potenzielle Rivalen wurden entweder geschluckt oder durch unfaire Mittel vom Markt verdrängt. Interne Mails von Zuckerberg, etwa mit dem Satz „Es ist besser zu kaufen als zu konkurrieren“, untermauern diese Strategie.

Die politischen Verflechtungen, Zuckerbergs Flirt mit Trump

Brisant ist auch der politische Kontext. Mark Zuckerberg sucht zunehmend die Nähe zu Ex-Präsident Donald Trump, nicht aus politischer Überzeugung, sondern wohl aus Kalkül. 25 Millionen Dollar zahlte Meta jüngst an Trump, um eine Klage wegen Kontosperrung beizulegen. Zusätzlich rückte der Konzern inhaltlich näher an Trumps Positionen: Abschaffung professioneller Faktenchecks, Aufweichung von Moderationsregeln.

Der Verdacht liegt nahe, dass Zuckerberg auf Trumps Einfluss auf die neu besetzte FTC-Führung setzt. Trump ernannte Andrew Ferguson, einen politischen Loyalisten, zum neuen FTC-Vorsitzenden, und entließ zwei demokratische Kommissare. Die Unabhängigkeit der Behörde ist stark angekratzt.

Was wirklich auf dem Spiel steht

Die Klage der FTC stützt sich auf klare Zahlen: Zwischen 2016 und 2020 hatte Meta bei täglich aktiven Nutzern Marktanteile von bis zu 98 % auf dem PC. Und: Konkurrenz wie Snapchat oder MeWe gilt als irrelevant. Selbst alternative Netzwerke wie X oder BlueSky schaffen es kaum, nennenswerte Marktanteile zu gewinnen, Nutzer bleiben, wo ihre Freunde sind.

Mark Zuckerberg versucht, das Gegenteil zu beweisen. Meta konkurriere sehr wohl mit YouTube, TikTok oder iMessage, behauptet die Verteidigung.

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Die Käufe hätten Innovation gefördert, doch die E-Mails des Meta-Chefs sprechen eine andere Sprache.

Die Beweise, und ihre Sprengkraft

In den Gerichtsdokumenten tauchen etliche belastende Aussagen auf:

  • Zuckerberg schrieb 2012, dass das Potenzial von Instagram „beängstigend“ sei, und dass der Kauf notwendig sei, um die eigene Position zu sichern.
  • Eine weitere E-Mail zitiert ihn mit den Worten, man müsse Wettbewerber „neutralisieren“.
  • Die FTC spricht von „Einstiegsbarrieren“, die Meta durch diese Käufe geschaffen habe.

Auch wenn Meta argumentiert, dass die Übernahmen damals genehmigt wurden, ist das kein Freifahrtschein: Neue Beweise, neue Umstände, und die Erkenntnis, dass ein solches Monopol massive gesellschaftliche Folgen haben kann, rechtfertigen eine Neubewertung.

Zerschlagung möglich, aber politisch heikel

Das Gericht könnte Meta dazu zwingen, Instagram und WhatsApp abzustoßen, ein historischer Schritt, der seit der Zerschlagung von AT&T in den 1980ern beispiellos wäre.

Doch es bleibt ein langer Weg: Der zuständige Richter James Boasberg gilt als skeptisch, was die Argumentation der FTC betrifft. Und sollte Meta verlieren, ist eine Berufung wahrscheinlich. Auch Trumps Einfluss könnte eine überraschende Wende bringen.

Fazit

Der Prozess gegen Meta ist mehr als ein Streit über Geschäftsmodelle, er ist ein Lackmustest für die Regulierung digitaler Macht. Die FTC bringt starke Beweise vor, doch politische Einflüsse und juristische Hürden machen den Ausgang ungewiss. Sollte Meta tatsächlich gezwungen werden, sich von Instagram und WhatsApp zu trennen, wäre das ein Erdbeben in der Tech-Welt, mit globaler Signalwirkung.

Quellen: BBC, SZ, ZDF heute, Meta

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