Die Behauptung
Metas KI-Assistent Muse kann private Angaben über Freunde und Familienmitglieder seiner Nutzer speichern.
Wahr
Wahr. Die veröffentlichten Anleitungen sehen vor, dass Muse solche Angaben speichert. Meta bestätigt, dass der Assistent Informationen über Menschen im Umfeld sammelt. Was Muse über eine bestimmte Person gespeichert hat, lässt sich aus diesen Unterlagen allein aber nicht erkennen.
Muse ist ein KI-Assistent von Meta, dem Unternehmen hinter Facebook und Instagram. Er kann zum Beispiel E-Mails bearbeiten und Termine organisieren, wenn Nutzer ihm den Zugriff erlauben. Muse merkt sich dabei Informationen, damit er später bei anderen Aufgaben helfen kann.
Welche Angaben Muse speichern soll
Die auf futuresociety.ch veröffentlichten Anleitungen sehen eigene Dateien über Freunde und Familienmitglieder vor. Darin können auch private Angaben über die Beziehung stehen. Ein Programm soll jede Stunde prüfen, ob diese Dateien ergänzt werden müssen.
Ein erfundenes Beispiel zeigt, was damit gemeint ist: Eine Nutzerin schreibt Muse: „Meine Schwester Anna hat am 12. März Geburtstag. Sie mag Tulpen. Erinnere mich daran, ihr welche zu schicken.“ Muse könnte daraus festhalten, dass Anna die Schwester der Nutzerin ist und wann sie Geburtstag hat. Auch ihre Vorliebe für Tulpen könnte in der Datei stehen.
Später schreibt die Nutzerin: „Anna und ich haben uns wegen des Erbes gestritten. Ich habe ihr versprochen, mich am Sonntag zu melden. Hilf mir, eine Nachricht zu formulieren.“ Muse könnte nun auch den Streit und das Versprechen speichern. Aus der Bitte um Hilfe beim Schreiben könnte so ein gespeicherter Hinweis auf einen Familienkonflikt werden. Ob Muse in genau so einem Fall diese Einträge anlegt, haben wir nicht selbst getestet.
Anna müsste dafür selbst kein Muse-Konto besitzen. Ihre Schwester hätte dem Assistenten die Angaben über sie geliefert. Laut Anleitung soll Muse nur Informationen übernehmen, für die es Belege gibt. Fehlende Angaben darf es nicht erfinden.
Was belegt ist und was offenbleibt
Ein Meta-Sprecher erklärte gegenüber WIRED, Muse nutze öffentlich zugängliche Informationen und Angaben, die Nutzer selbst geteilt hätten. Laut Meta können Nutzer die gespeicherten Notizen ansehen und bearbeiten. Das Unternehmen sagt außerdem, dass Gespräche und Daten aus dem persönlichen Muse-Rechner nicht an Metas Werbesysteme weitergegeben werden.
Die Auswertung auf futuresociety.ch beruht nach eigenen Angaben auf Dateien vom 24. September 2026 und wurde mit KI erstellt. Beim untersuchten neuen Testkonto gab es noch zu wenige Informationen für solche Beziehungsseiten. Die Dateien beschreiben, wie Muse arbeiten soll. Wie viele Angaben tatsächlich über einzelne Personen gespeichert werden und ob heute noch alle Anweisungen gelten, lässt sich damit nicht prüfen.
Auch beim Wort „Vergessen“ muss man genau hinsehen. Laut veröffentlichter Anleitung kann Muse eine Angabe aus seinen Gedächtnisnotizen entfernen, während sie im ursprünglichen Chatverlauf erhalten bleibt. „Vergessen“ bedeutet daher nicht automatisch, dass die Information überall gelöscht wurde.
Quellen
Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise) Welche Quellen wir verwenden und was für uns kein Beleg ist, steht auf unserer Quellenseite.
