Nacktfotos unter Verliebten verschicken, das sogenannte „Sexting“, ist weit verbreitet.
Dumm nur, wenn die Liebe entzwei geht und der Ex-Partner die Nacktfotos vielleicht unerlaubt verbreitet. Facebook möchte dem Nutzer nun eine Möglichkeit bieten, dies zu unterbinden.
Es ist so eine Sache mit intimen Fotos. Zwar hat der Bundesgerichtshof in einem Urteil vom Oktober 2015 entschieden, dass Fotos und Filme, die „im Rahmen einer intimen Beziehung“ entstanden sind, vom Ex-Partner zu löschen sind, jedoch kann man sich nicht darauf verlassen. Schlimmer noch: Wenn die Beziehung mit einem Knall in die Brüche ging, befürchtet so manche Dame (und auch so mancher Herr), dass die Fotos nun hämisch unter den Bekannten per Messenger oder in einschlägigen Facebook-Gruppen geteilt werden. Dagegen möchte nun Facebook künftig eine Möglichkeit bieten.
Pilotprojekt in Australien
In Kooperation mit eSafety Commisioner, einer australischen Regierungsorganisation, haben nun im Rahmen eines Testes australische Facebook-Nutzer die Möglichkeit, die Verbreitung ihrer Nacktfotos zumindest auf den Plattformen Facebook und Instagram zu unterbinden.
Technisch läuft dies folgendermaßen ab:
Zuerst unterrichtet man das „Office of the eSafety Commisioner“ über einen möglichen Mißbrauch eines oder mehrerer Bilder. Diese fordern einen dann auf, die entsprechenden Bilder im Facebook-Messenger an sich selbst zu schicken. Facebook wird dann von diesen Bildern sogenannte „digitale Fingerabdrücke“ nehmen. Die Technik ist nicht neu bei Facebook, so werden durch die gleichen Logarithmen beispielsweise Bilder mit nackten Brüsten erkannt und gelöscht, jedoch wird hier spezifischer vorgegangen, da ein sehr viel genauerer „Fingerabdruck“ genommen wird, um spezielle Bilder zu löschen.
Ist mein Foto dann sicher?
Dazu äusserte sich Antigone Davis, globale Sicherheitsbeauftragte bei Facebook, gegenüber der australischen ABC News:
„Die Bilder werden nicht gespeichert. Es wird ein Link gespeichert, Programme mit künstlicher Intelligenz und andere Programme zur Bilderkennung kommen dann zum Einsatz.“
Ein Tropfen auf den heißen Stein?
So löblich das Vorgehen der beiden Unternehmen auch ist, so kann es doch den Nutzer nur begrenzt beruhigen. Facebook und Instagram zählen sicherlich zu den größten sozialen Plattformen, doch ist es nicht das einzige digitale Medium. WhatsApp beispielsweise wurde zwar von Facebook einverleibt, jedoch hat Facebook keinen Zugriff auch deren Daten (auch wenn sie das gerne hätten), hat also keinerlei Einfluss darauf, ob solche Bilder nicht über jenen beliebten Messenger verbreitet werden.
Auch gibt es für missgünstige Ex-Partner noch viele andere Möglichkeiten, die freizügigen Bilder zu verbreiten, angefangen bei anderen sozialen Plattformen und einschlägigen Internetseiten über andere Messenger bis zum Darknet. So können sich Nutzer, die solche Bilder an den Partner verschickt haben, eigentlich nie mehr wirklich in der Sicherheit wiegen, dass sie nicht doch noch irgendwo im Netz oder im Bekanntenkreis auftauchen.
Stichwort: Prävention
Liebe verliebte Paare!
Die meisten von euch sind jung und verknallt und glauben, dass die Liebe ewig halten wird. Dies sei euch auch gegönnt, doch müsst ihr leider auch daran denken, dass eure Partnerschaft vielleicht auch in die Brüche gehen kann, und die geliebte Person vielleicht nicht mehr ganz so lieb ist. So sind Menschen eben.
Um also gar nicht erst in eine solche unangenehme Lage zu kommen, solltet ihr lieber drei- bis zwölfmal darüber nachdenken, ob der Partner nun wirklich unbedingt ein Nacktfoto eurer Brüste oder ein Penis-Bild braucht, um glücklich zu sein.
Fantasie entsteht nämlich im Kopf. Nicht im Messenger.
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