Auf Social Media sind Videos aufgetaucht, die den Künstler Xavier Naidoo zeigen. Die Videos haben einen kryptischen Text und werden unterschiedlich aufgenommen.
Metaphern von Wölfen, Anspielungen auf Menschen, die „Ich bin hier“ rufen, das Narrativ von täglichen Morden durch Gäste: Durch diese Clips, die aus Messengergruppen stammen und öffentlich wurden, hat es viel Wirbel um Xavier Naidoo gegeben (wir haben berichtet).
Die wohl tiefgreifendste Reaktion hat RTL selbst geliefert, indem sie Naidoo als Juror aus der Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS)“ entfernten (vergleiche).
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Neben diesen Konsequenzen gab es zu dem Thema auf Social Media massenweise Reaktionen, die sich am Ende in zwei Lager sortieren lassen. Auf der einen Seite das Verständnis für die Worte und die Unterstützung, dass hier ein wichtiger Punkt angesprochen wird, demgegenüber jedoch die Aussagen, dass Naidoo sich rassistisch und unreflektiert äußert und somit Hass sät.
Gegenstimmen sehen Rassismus
Eine der prominentesten Äußerungen dürfte seitens Pro7 getätigt worden sein. Der offizielle Account des Senders (verifiziert) postete: „Lieber Xavier #Naidoo, mit Hass, Hetze und alternativen Fakten hat noch niemand eine Gesellschaft besser gemacht. Sie auch nicht.“
Lieber Xavier #Naidoo, mit Hass, Hetze und alternativen Fakten hat noch niemand eine Gesellschaft besser gemacht. Sie auch nicht.
— ProSieben (@ProSieben) March 11, 2020
Ebenso finden sich Reaktionen von Journalisten auf Twitter, die ebenfalls die Clips und Aussagen von Naidoo ablehnen, bzw. gar eine Intention darin sehen. Hanning Voigts, Redakteur der Frankfurter Rundschau scheibt:
Xavier #Naidoo fühlt sich falsch verstanden. Dabei haben ihn alle genau richtig verstanden.
Sehr ähnlich sieht es Georg Restle. Der Redaktionsleiter der Sendung Monitor (ARD) meint auf Twitter: „Keine Bühne für Rassisten und geistige Brandstifter. Erst recht nicht nach Hanau, Halle, Kassel!“
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Naidoo: Viele Befürworter
Es gibt aber auch viele andere Stimmen auf Social Media, die in seinen Äußerungen ein legitimes Meinungsbild sehen. Kurze Anmerkung: Faktisch gesehen ist die metaphorisch verpackte Aussage „jeden Tag ein Toter Deutscher durch einen Flüchtling in Deutschland“ nicht richtig, wir bewegen uns daher im Bereich eines Narratives oder eben des rhetorischen Stilmittels der Übertreibung.
Unter Naidoos Posting, in dem er sich bemüht, die Situation zu erklären, finden sich über satte 12.000 Kommentare (Stand 12.3.2020, 9:30 Uhr). Die Diskussion ist dort recht lebendig, Fans und Gegner diskutieren über die Videos.
So postet beispielsweise ein Account ohne Profil oder Titelbild unter dem Posting:
Xavier ist ein aufrichtiger ,sympathischer Künstler mit großem sozialen Engagement.Ich glaube jedes Wort seiner Erklärung.Seine Familie kam nach Deutschland und er weiß genau wo von er spricht . Xavier ist und bleibt ein wundervoller Mensch mit einem großen ❤️ für Gerechtigkeit .Danke Xavier
Aus anderen Kommentaren liest man, dass diese Videos und auch die Aussagen keinen Rassismus enthalten, sondern dass es hier wohl eher um Interpretationen gehen würde. So wie dieser Kommentar es zusammenfasst: „Ich habe diesen Text gehört und gelesen. Ich konnte da keinen Fremdenhass daraus erfassen oder spüren. Jeder hat seine eigene Interpretation. Ich finde man sollte den Künstler diese künstlerische Freiheit lassen. Wer es falsch verstehen will versteht es auch falsch.“
Es sind viele Menschen, dem Künstler nun Mut zusprechen. Man liest an verschiedenen Stellen auch Dank, dass eine prominente Person wie Naidoo das Thema angegriffen und verarbeitet hat.
Danke Xavier für deinen Mut dich frei zu äußern. An den teils extremen Reaktionen sieht man wieder mal, dass die Meinungsfreiheit bei bestimmten Themen schon lange nicht mehr existiert. Zur Meinungsfreiheit gehört auch, Meinungen zu respektieren und Personen mit einer anderen Meinung nicht gleich in eine Ecke zu stellen.
Die aufgetauchten Clips haben Naidoo aktuell wieder ins Gespräch gebracht. Der Künstler dürfte dadurch nicht wesentlich an Popularität verloren haben, jedoch Polarität erzeugt haben.
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