Irren ist bekanntlich menschlich. So entpuppt sich die Pistenraupe, welche nach Norddeutschland geliefert wurde, anstatt ins verschneite Tirol, als anschauliches Beispiel dafür, wie ein Gag der besonderen Art, zu einem medialen Fake werden kann.
Viele bekannte Medienunternehmen, sowie unzählige Leser, hatten die aberwitzige Story geglaubt. Die Geschichte um “Zlatko”, der eine Pistenraupe ins falsche Seefeld gekarrt hatte, war bundesweit in aller Munde:
.@BILD @dpa @ORF @ZappMM @der_rosenkranz Das ist eine ziemliche Klatsche für viele große Medienhäuser: https://t.co/DSVNHfjCBG #Seefeld
— Jörg Jacobsen (@joerg_jacobsen) 27. November 2016
Doch wie auf den Webseiten von NDR und WAZ berichtet, war der Pistenbully, welcher fälschlicherweise nach Seefeld in Schleswig-Holstein geliefert wurde anstatt nach Seefeld in Tirol, lediglich eine PR-Aktion des Tourismusverbandes aus dem österreichischen Seefeld.
„Wir wollten eigentlich nur einen netten Film für Facebook produzieren“,
sagte Verbandschef Elias Walser dem NDR.
Quelle: Facebook – derwesten.de – WAZ
„Die Aktion ist immer größer geworden und irgendwann aus dem Ruder gelaufen.”
Der PR-Gag wuchs so zu einem medialen Fake heran, der durch viele offizielle Medienunternehmen veröffentlicht wurde.
Laut Walser haben nur wenige Journalisten nachgefragt, ob “Zlatko” wirklich für die Spedition arbeite. Nach seinen Angaben, war dies sehr überraschend für ihn, da nur eine Tiroler Lokalzeitung und der NDR Zweifel an der Echtheit hatte und Belege forderten. Dabei war der österreichische Schauspieler Alex Kröll für die Rolle des Lkw-Fahrers gebucht worden.
Obwohl einige Pannen während der Dreharbeiten zustande kamen, (Namen der Spedition unkenntlich mache, PR-Leiter Karl Royer, der behauptete er selbst und „Zlatko J.“ seien erst seit Kurzem Mitarbeiter der Spedition, … ) die die Werbeaktion entlarven hätten können, entschied sich nur das Schleswig-Holstein Magazin, die Story nicht zu bringen.
„Wir waren erschrocken, dass es trotz offensichtlicher Fehler bei so vielen Medien geklappt hat”,
sagte Elias Walser, nachdem es ein Foto des vermeintlichen Lkw-Fahrers Zlatko mit Ansteckmikrofon in die Zeitung schaffte.
Fake wird aus dem Verkehr gezogen
Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) zog am Sonntagabend ihre drei Berichte zu dem Thema zurück und bittet darum, die Meldungen nicht weiter zu verwenden.
“Wir haben viel gelernt. Das machen wir nicht noch einmal“,
bekundet Walser und bereut, die Aktion in Auftrag gegeben zu haben.
Trotz allem, erheiterte “Zlatkos” Aktion viele Menschen, die solche Gags mit einem lächelnden Auge betrachten. Der Kreativität des Menschen ist keine Grenze gesetzt!
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