Faktencheck: Der rauchende Afrikaner auf dem Grab!

Entlarven Sie die falschen Assoziationen eines viral verbreiteten Bildes. Mimikama bietet Ihnen die Hintergründe und Fakten zu diesem kontroversen Foto

Erneut kursiert ein uns bekanntes Bild auf Facebook, zu dem weder eine Quelle noch die Hintergründe bekannt sind. Es zeigt eine dunkelhäutige Person, die auf einem Grab liegt und raucht.

Immer wieder wird es neu hochgeladen – zumeist mit einem provokanten Zusatz, der impliziert, dass es sich um afrikanische Migranten auf dem örtlichen Friedhof handelt.

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In diesem Fall gibt es keinen Text zu dem Foto – aber auch keine Quelle oder klärende Hintergründe.

Es geht um dieses Foto:

Screenshot by mimikama.org
Screenshot by mimikama.org

Der Faktencheck

Kollege Ralf hat bereits im Jahre 2018 die Hintergründe aufgedeckt: Das Foto kommt nicht aus Italien, auch nicht aus Frankreich, nicht aus Deutschland, nicht aus Ungarn oder wo sonst noch die Herkunft vermutet wurde, sondern aus Südafrika.

Erstmals tauchte das Bild 2012 auf diversen Seiten auf und wurde immer wieder verwendet, allerdings in einem ganz anderen Zusammenhang: Whoonga.

Whoonga, auch Nyaope genannt, ist eine in Südafrika weit verbreitete Droge mit hohem Suchtpotential auf Marihuana- oder Heroinbasis, oftmals gestreckt mit Rattengift und Waschpulver und versetzt mit Aids-Virostatika. Die Droge ist sehr günstig zu bekommen, weswegen sie leider besonders bei der ärmeren Bevölkerung Südafrikas verbreitet ist.

Das Bild zeigt einen Drogensüchtigen in Südafrika, der gerade jene Droge auf einem Friedhof konsumiert.

Warum auf einem Friedhof?

Südafrika, insbesondere die Gebiete um Johannesburg und Kapstadt, hat ein großes Apartheidsproblem. Obwohl die weiße Bevölkerung die Minderheit darstellt, wird die schwarze Bevölkerung stark unterdrückt, insbesondere Obdachlosigkeit ist ein großes Problem in dem Land.
Die notdürftig zusammengebauten Wellblechhütten von Obdachlosen werden oftmals wieder mit Gewalt beseitigt, so dass jene Menschen sich häufig Orte suchen, von denen sie nicht so einfach mit Bulldozern vertrieben werden können: Friedhöfe.
Das ist keine neue Erscheinung, tatsächlich siedeln sich Obdachlose seit den 90er Jahren dort oft auf Friedhöfen an. So haben sich auf Friedhöfen regelrechte Townships entwickelt, also Wohnsiedlungen, die durch die Rassentrennungspolitik Südafrikas entstanden.

Fazit

Auf dem Bild ist kein Migrant in irgendeinem europäischen Land zu sehen, weder in Italien noch in Deutschland. Es handelt sich um einen höchstwahrscheinlich Obdachlosen in Südafrika, der auf einem Friedhof eine auch für arme Menschen erschwingliche Droge konsumiert.

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