Einige Zeit war es ruhig, doch jetzt tauchen sie wieder vermehrt auf: Die Facebook-Profile mit eindeutigen Beschreibungen und Links.
Die Profile enthalten nicht viele Infos, doch die wenigen Worte sind eindeutig und zudem immer gleich. Nicht weiter verwunderlich, scheinen doch die Profile doch alle nur dazu da zu sein, um Nutzern erst eine Freundschaftsanfrage zu schicken und sie dann auf dubiose Sex-Datingseiten zu locken:

??? Hallo …. ??
??? Ich habe große rosa Nippel und schöne Vaginallöcher, siehe jetzt ?
Bei einem Klick auf den gekürzten Link (Facebook soll ja nicht gleich merken, dass eine Sex-Seite beworben wird) wird es grafisch eindeutig:

Nachdem man sich durch einen Fragenkatalog über Aussehen, Wohnort, sexuelle Vorlieben etc. gequält hat, kommt man schon zum Eingemachten:

Es geht nämlich darum, die Nutzer zur Mitgliedschaft auf eine kostenpflichtige Sex-Datingseite zu überreden.

Schnupperangebot für 14 Tage? Was kann da schon schief gehen?
Eine ganze Menge sogar, denn der Inhaber der Seite, „Ideo Labs GmbH“ laut dem Impressum, ist kein Unbekannter. So finden sich auf der Seite „Anwalt.de“ mehrere Berichte über die Methoden der GmbH, welche mehrere Sex-Datingseiten ihr Eigen nennt.
„Anwalt.de“ schreibt dazu:
Nach Ablauf der 14 Tage wandeln sich die scheinbar risikofreien Mitgliedschaften schließlich in langfristige kostenpflichtige Mitgliedschaften um. Die Nutzer sehen sich plötzlich Forderungen von mehreren Hundert Euro gegenüber. Ordnungsgemäße Kündigungen oder Widerrufserklärungen werden den Nutzern hingegen erheblich erschwert oder gar nicht erst akzeptiert. Anstelle des erhofften Seitensprungs hat dann die Abofalle zugeschnappt. Rechnungen und Schreiben von Inkassounternehmen sind die Folge.
Was kann ich machen, wenn ich in die Falle getappt bin?
Die geforderten Beträge sollte man weder ganz noch teilweise bezahlen, stattdessen in die Offensive gehen.
- Einzugsermächtigung widerrufen
- abgebuchte Beiträge zurückbuchen
- Einschreiben an die im Impressum angegebene Adresse mit Widerruf sowie Anfechtung wegen Täuschung
- Beschreibung, warum man (der eigenen Ansicht nach) über die entstandenen Kosten getäuscht wurde (z.B. keine eindeutige Kennzeichnung, dass das Schnupperangebot automatisch in eine kostenpflichtige Mitgliedschaft übergeht)
- Eine Frist von 14 Tagen für die Beantwortung des Schreibens setzen, in der der Betreiber bestätigen soll, dass keine Forderungen mehr bestehen
Sollte der Betreiber der Seite daraufhin nicht oder nicht wie erhofft reagieren, ist es ratsam, einen Anwalt einzuschalten.
Fazit
Hinter diesen Sex-Profilen auf Facebook steckt ein knallhartes Geschäftsmodell, um Nutzer auf eine kostenpfliche Sex-Datingseite zu locken.
Ratsam ist es, die Beiträge bei Facebook zu melden, da seit einiger Zeit nun auch gegen sexuelle Dienstleistungen vorgegangen wird.

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