Samsung warnt: Spracherkennung lässt Fernseher private Gespräche mithören – Vorsichtig mit Wohnzimmer-Smalltalk

Andre Wolf, 9. Februar 2015

Diese Warnung von Samsung hat in den letzten Tagen für viel Wirbel gesorgt. Was ist denn nun dran an der Meldung?

Ahja, jetzt haben also nicht nur die Wände Ohren, sondern nun auch schon die Smart-TVs. — Wie jetzt ein Smart-TV hat Ohren?

Ohr
(Bildquelle: Petra Bork  / pixelio.de )

Ja genau, denn diese smarten Fernsehgeräte nutzen tatsächlich das Prinzip der Spracherkennung. Grundsätzlich sollen die Geräte damit einfacher zu bedienen sein.
Statt also erst nach der Fernbedienung zu suchen, reicht es, mit seinem Fernseher zu reden. Wer zum Beispiel „Volume Up“ sagt, kann die Lautstärke verändern. Es ist ein Prinzip, das sich aktuell bei vielen Geräten und Apps durchsetzt. Wer z.B auf Facebook Nachrichten verschicken will, kann das tun, ohne tippen zu müssen

Und der Elektronikkonzern Samsung warnt selber vor seinen eigenen Smart TV’s?

Ja! Bereits in den Lizenzvereinbarungen des Herstellers Samsung heißt es u.a:

„Bitte seien Sie sich bewusst, dass wenn Sie persönliche oder sensible Informationen sagen, diese zu den Inhalten zählen, die durch die Spracherkennung aufgezeichnet und an dritte Parteien weitergeleitet werden.”

Samsung rät den Besitzern eines solchen TVs dazu dann folgendes:

Seien sie vorsichtig  bei privaten Gesprächen im eigenen Wohnzimmer und verlassen sie besser den Raum, denn das Gerät hört mit was in dem Raum geschieht.

Was, das Gerät hört alles mit? Ups, und was, wenn der TV nicht im Wohnzimmer, sondern im  ……NEIN jetzt das Kopfkino sofort wieder auf off schalten bitte und zurück zum Thema!

Zeichnet ein Smart TV tatsächlich jedes Wort auf?

JA aber NUR WENN die Bedienung per Sprache eingeschaltet ist! Die Warnung von Samsung sorgte am Wochenende für Diskussionen und den Datenschützer gefällt das ganze so logicherweise auch nicht wirklich. Der Elektronikkonzern erklärte der US-Webseite „The Daily Beast“ aber:

Man nehme die Privatsphäre der Kunden sehr ernst. Die Daten würden verschlüsselt übertragen, um sie gegen Fremde zu schützen. An welche Drittanbieter die Daten übermittelt werden, teilte Samsung jedoch nicht mit.

(Quelle: thedailybeast.com)

Ein Smart TV hat zwar Ohren, aber NUR wenn man diese auch weit aufsperrt.

Wer also nicht  beabsichtigt, die Sprachsteuerungsfunktion zu deaktivieren, weil er weiterhin gemütlich auf dem Sofa liegen bleiben möchte um von dort OHNE Fernbedienung sein TV zu bedienen, dem sei angeraten, künftig jedes Wort mit Bedacht zu wählen oder – während des Fernsehens ohnehin sinnvoll – zu flüstern.
Wer allerdings nicht flüstern möchte, der kann auch einfach die Spracherkennung abschalten und das Smart TV auf ganz altmodischer Art mit seiner Fernbedienung bedienen.
Somit werden auch keine gesprochenen Wörter und natürlich auch keine anderen Geräusche oder Töne *hüstel* aufgezeichnet.

Autor: Marlene, mimikama.org


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