Sechs Gymnasiasten teilten Bilder von Hitler sowie Fotomontagen verfassungswidriger Organisationen in WhatsApp-Gruppenchat.

Schüler verbreiten rechtsradikale Bilder über WhatsApp – Das Wichtigste zu Beginn:

In einem Gruppenchat mit rund 90 Mitgliedern wurden Bilder mit rechtsradikalem Gedankengut geteilt. Schüler meldeten dies der Schulleitung. Die Polizei ermittelt in diesem Fall.

Gruppenchats auf WhatsApp mit verbotenen Inhalten

Am Rainer-Maria-Rilke-Gymnasium in Icking, Bayern, wurden von den Schülern mehrere WhatsApp-Gruppenchats erstellt, die nur von ihnen eingesehen werden können.
In einem dieser Chats mit rund 90 Mitgliedern wurden nun von sechs Schülern Hitler-Bilder sowie Fotomontagen mit verbotenen Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verteilt. Die Polizei schließt einen rechtsradikalen Hintergrund definitiv aus.

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Schüler informierten über Inhalte

Die Reaktionen von weiteren WhatsApp-Gruppenmitgliedern waren eindeutig. So forderten andere Gruppenmitglieder die Schüler auf, dies bleiben zu lassen. Auch die Schule wurde von Gruppenmitgliedern darüber informiert. Das zeigt, dass eine hohe Sensibilität bezüglich rechten Gedankenguts bestehe.

Polizei ermittelt

Die Leiterin des Gymnasiums, Oberstudiendirektorin Astrid Barbeau, informierte umgehend die Schulgemeinde per Rundschreiben und schaltete auch die Polizei ein.
Sie weiß, dass Jugendliche ihre Grenzen austesten, allerdings wurde in diesem Fall durch die Bilder eine Grenze eindeutig überschritten.

Hauptkommissar Steffen Frühauf, Sprecher der Wolfratshauser Polizei, betont, dass ein rechtsradikaler Hintergrund definitiv ausgeschlossen werden könne. Bei einem Besuch am Rilke-Gymnasium hat er die Schüler unter anderem darauf hingewiesen, wo der strafrechtlich relevante Bereich beginnt und welche Folgen dies mit sich ziehen kann.

Schwere Vorwürfe gegen Schüler

Die Vorwürfe gegen die sechs Gymnasiasten wiegen schwer. Darunter fallen Volksverhetzung, Weitergabe von Kennzeichen verfassungswidriger Kennzeichen und auch Bedrohung.  Denn – wie Frühauf berichtet – wurde eine Schülerin im Chat wegen ihrer offenbar missverständlichen Aussage zum Klimawandel übel beleidigt und bedroht.

Gegen die sechs Gymnasiasten wurde ermittelt, über das weitere Vorgehen entscheidet die Staatsanwaltschaft München.

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Schule habe alles richtig gemacht

Steffen Frühauf lobt die Vorgehensweise der Schule in dieser Sache. Auch, dass die Leiterin Astrid Barbeau, ihre Kollegen und ihre Schüler sich bereits seit längerer Zeit intensiv mit dem Thema „Soziale Medien“ auseinandersetzen, hält er für beeindruckend.

Barbeau freut es, dass die Schülersprecher auch auf den Fall reagiert haben und in Begleitung von Lehrern von Klasse zu Klasse gegangen wären, um mit ihren Mitschülern zu diskutieren.

„Uns ist die Vermittlung von Werten, das respektvolle Miteinander sehr wichtig“, so die Oberstudiendirektorin. „Konflikte müssen in einem persönlichen Gespräch gelöst werden. Wir setzen nicht auf Repression, sondern auf Reflektion.“

Mit den Schülern, die im betreffenden WhatsApp-Gruppenchat verbotenes Gedankengut verteilten, wurden sofort nach dem Vorfall Gespräche geführt. Auch die Eltern wurden hinzugezogen, um konstruktiv an die Aufarbeitung des Vorfalls herangehen zu können.
Barbeau schließe erzieherische Maßnahmen allerdings nicht aus. Erst, wenn alle Fakten bekannt sind, und die Staatsanwaltschaft entschieden habe, würden eventuell „individuelle Maßnahmen“ gegen die sechs Schüler unternommen werden.

Aufklärung an Schulen enorm wichtig

Hitler-Fotos oder Pornobilder, die man am Smartphone erhält, werden schnell mal an Freunde weitergeleitet. Polizeisprecher Frühauf bezeichnet dies als „jugendtypisch und Phänomen unserer Zeit“. Meist geschieht dies aus purer Gedankenlosigkeit und selten aus Überzeugung. Darum sei es von enormer Wichtigkeit, dass die Aufklärung an Schulen großgeschrieben werde.

Barbeau ist durch die Reaktion der Schüler, die sofort einsichtig waren, zuversichtlich gestimmt.

Quelle: Merkur.de
Artikelbild: Shutterstock / Von LStockStudio

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