Schulbeginn in einer Wiener Volksschule 2024 oder doch Dortmund 2023? Ist doch egal! – Die nächste Runde der Fake-Empörung

Ein Video sorgt mal wieder für Empörung: Angeblich zeigt es den Schulbeginn in Wien, wo angeblich nur der Islam vertreten war. Natürlich wird das Ganze mit einem glühenden Aufruf zur Wahl von Herbert Kickl gewürzt. Doch hier ist der Haken – das Video stammt gar nicht aus Wien. Sondern aus Dortmund. Aber was soll’s, Hauptsache, die Empörung läuft, oder?

Die Behauptung

Das Video zeigt angeblich den ersten Schultag an einer Wiener Volksschule, bei dem der Islam die einzige vertretene Religion war. Außerdem soll das als Grund dienen, Herbert Kickl bei der kommenden Wahl zu unterstützen.

Falsch

Das Video stammt nicht aus Wien im Jahre 2024, sondern aus Dortmund im Jahre 2023, und zeigt eine interreligiöse Feier. Der Islam war nicht die einzige vertretene Religion, und die ganze Sache ist wieder mal ein Paradebeispiel dafür, wie Falschinformationen gezielt eingesetzt werden, um Stimmung zu machen.

Kurze Faktenübersicht:

  • Nicht Wien, sondern Dortmund: Das Video stammt von einer Schule in Dortmund, nicht aus Wien.
  • Interreligiöser Gottesdienst: Neben einem Imam war auch ein christlicher Pfarrer anwesend.
  • Bewusste Fehlinformation: Das Video wird absichtlich falsch dargestellt, um politische Propaganda zu betreiben und Ängste zu schüren.

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Was interessiert schon die Wahrheit? Schulbeginn in einer Wiener Volksschule oder doch in Dortmund – egal!

Man kann es schon kommen sehen: Kaum wurde der Schwindel aufgedeckt, schallen die ersten Kommentare durch die sozialen Medien. „Es spielt doch keine Rolle, ob Wien oder Dortmund – sowas darf in unserem Land nicht sein!“ Ach ja? Die Wahrheit interessiert offenbar immer weniger, solange sich die Empörungsmaschinerie auf Hochtouren dreht. Hauptsache, das Narrativ von der „schleichenden Islamisierung“ bleibt intakt, nicht wahr?

Mimikama braucht Verstärkung – hilf uns, eine weitere Person ins Team zu holen

Es handelt sich um dieses aktuelle Video, dass im Netz die Runde macht! Die Beschreibung: „Schulbeginn in einer Wiener Volksschule. Am 29. nur Herbert Kickl. Das darf doch alles nicht mehr wahr sein“

Was für ein Stichwort! Danke dafür, denn es ist NICHT WAHR!

Schulbeginn in einer Wiener Volksschule. Am 29. nur Herbert Kickl. Das darf doch alles nicht mehr wahr sein

Nun, Fakt ist: Das Video zeigt eine Einschulungsfeier aus dem Jahr 2023 in Dortmund, Deutschland. Es handelt sich um eine interreligiöse Feier, an der sowohl ein christlicher Pfarrer als auch ein Imam beteiligt waren. Aber wer braucht schon Fakten, wenn man einen guten Skandal konstruieren kann? Woher wir das wissen? Weil wir bereits 2023 darüber berichtet haben! Tja!

Hier das Original-Video aus 2023

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Interreligiöse Feier – der wahre Hintergrund

Also, für diejenigen, die sich wirklich für die Fakten interessieren: Am 7. August 2023 fand in der Gesamtschule Scharnhorst in Dortmund eine Einschulungsfeier statt. Dort wurde, wie schon öfter, ein interreligiöser Gottesdienst abgehalten. Das bedeutet, dass Vertreter verschiedener Religionen – in diesem Fall ein Imam und ein christlicher Pfarrer – gemeinsam die Schüler begrüßten. Solche Feiern sind übrigens an Schulen mit multikultureller Schülerschaft keineswegs ungewöhnlich. (Quelle)

Schulbeginn in einer Wiener Volksschule  2024 oder doch Dortmund 2023? Ist doch egal! – Die nächste Runde der Fake-Empörung – mimikama.org

Und jetzt kommt der Schock: Niemand wurde gezwungen, zu konvertieren, und das Abendland ist danach auch nicht untergegangen. Die Feier war eine Möglichkeit, Respekt und Verständnis zwischen den verschiedenen Glaubensgemeinschaften zu fördern – eigentlich eine schöne Geste, oder?

Aber was wäre ein Tag ohne die übliche Empörung?

Natürlich darf das alte Argument nicht fehlen: „Egal ob Wien oder Dortmund, sowas darf in unserem Land nicht passieren!“ Ach, wirklich? Es geht also nicht um die Wahrheit, sondern um das Prinzip, Angst und Misstrauen zu säen, ganz gleich, wo das Video tatsächlich aufgenommen wurde. Das Schema ist bekannt: Ein harmloses Ereignis wird aus dem Kontext gerissen, dramatisch aufgebauscht und mit ein bisschen Wahlpropaganda garniert. Et voilà – der perfekte Sturm für die nächste Runde der künstlichen Empörung.

Nicht der Islam, sondern Extremismus ist das Problem

Die Anschläge in München, Solingen, Wien und anderswo sind verheerende Beispiele für das, was radikalisierte Einzelpersonen oder Gruppen anrichten können. Aber diese Taten stehen nicht stellvertretend für den Islam oder die Mehrheit der Muslime. Vielmehr zeigen sie, wie wichtig es ist, zwischen der Religion und jenen, die sie für ihre Zwecke missbrauchen, zu unterscheiden.

Es ist mehr als notwendig, Terrorismus und Extremismus zu bekämpfen, aber dies sollte auf einer fundierten Basis geschehen, die die Ursachen des Problems erkennt – soziale Ausgrenzung, politische Instabilität und ideologische Manipulation. Pauschale Schuldzuweisungen an eine Religion oder Kultur führen nur dazu, dass Gräben vertieft und Missverständnisse geschürt werden, statt echte Lösungen zu finden.

NOCH ETWAS! Für alle, die uns Einseitigkeit vorwerfen

Es gibt immer wieder Nutzer, die behaupten, wir würden einseitig berichten und gezielt nur bestimmte Themen aufgreifen. Doch das Gegenteil ist der Fall. Unser Ziel ist es, Falschinformationen – egal welcher Art – aufzudecken und klarzustellen, wo die Wahrheit liegt. Dabei spielt es keine Rolle, wer die Falschinformation verbreitet oder zu welchem Zweck. Wichtig ist, dass wir uns gegen die Verbreitung von falschen Behauptungen wehren, die unser Zusammenleben vergiften und das Vertrauen in die Gesellschaft untergraben.

Warum ist es so wichtig, Fakes aufzudecken?

Stellen wir uns vor, jemand behauptet, dass in einer deutschen Schule nur noch die Lehren des Christentums erlaubt wären, und verbreitet dazu ein manipuliertes Video. Es wäre schnell die Empörung groß: „Wie kann das sein? Warum werden andere Religionen ausgeschlossen?“ – und plötzlich hat man eine riesige Welle an Wut, basierend auf einem einzigen falschen Video. Dabei war die Wahrheit vielleicht, dass es sich um eine interreligiöse Feier handelte, bei der verschiedene Glaubensrichtungen zusammenarbeiteten – genau wie in dem Fall, über den wir hier sprechen.

Was würde passieren, wenn wir solche Falschinformationen nicht richtigstellen würden? Die Folgen wären verheerend: Menschen würden falsche Annahmen über andere Glaubensrichtungen und Kulturen treffen, was wiederum Misstrauen, Hass und Ausgrenzung fördern würde. Eine Gesellschaft kann nicht gesund funktionieren, wenn sie sich auf Lügen und Propaganda stützt. Deswegen ist es so wichtig, Fakten von Fiktion zu trennen.

Ein Beispiel für Empörung, die ins Leere läuft:

Angenommen, du siehst online einen Beitrag, in dem behauptet wird, dass in deinem Heimatort eine radikale Gruppe einen religiösen Feiertag „übernommen“ habe und andere ausgeschlossen wurden. Du bist empört und teilst das sofort weiter. Doch am Ende stellt sich heraus, dass der Beitrag gefälscht war – es handelte sich nur um eine öffentliche Veranstaltung, an der alle Menschen teilnehmen konnten, egal welcher Religion. Das eigentliche Ziel der Feier war sogar, das Miteinander und die Toleranz zu fördern. Was passiert nun?

  • Dein Misstrauen und deine Wut wurden bewusst angeheizt.
  • Menschen, die du kennst, könnten auf Basis dieser Lüge Vorurteile entwickeln.
  • Die gesellschaftliche Stimmung wird vergiftet, obwohl der Anlass eigentlich ein friedlicher und integrativer war.

Genau das wollen wir verhindern: Falschinformationen dürfen keine Macht über unsere Gedanken und unser Handeln haben. Deshalb decken wir auf, informieren und klären auf – egal, ob es um Wien, Dortmund oder eine ganz andere Stadt geht.

Fakten zählen. Denn nur mit Fakten kann eine Gesellschaft in Frieden und Respekt zusammenleben.

Fazit zum Thema Fake-Video bei Schulbeginn

Also, ja – es spielt eine Rolle, ob Wien oder Dortmund. Denn was wirklich zählt, ist, dass dieses Video absichtlich falsch dargestellt wird, um Unruhe zu stiften und Menschen gegeneinander aufzuhetzen. Interreligiöse Feiern wie diese sind in multikulturellen Gesellschaften nichts Neues und tragen dazu bei, das Miteinander zu fördern. Aber wer sich lieber an aus dem Zusammenhang gerissenen Videos festhält, hat daran wohl kaum Interesse.

MIMIKAMA · FAKTENCHECK

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