In den Morgenstunden am 4. Dezember veröffentlichte die Webseite Oe24 einen Artikel zum „Nikoloverbot“.
Hierzu erhielten wir sehr viele Nutzeranfragen. Kurz zur Erklärung:
In dem Artikel auf Oe24 lautete es, dass es in Wien ein Schulverbot für das Christkind und dem Nikolo gäbe. Es handelt sich um diesen Statusbeitrag, der im Moment auf Facebook die Runde macht:

Nun hat sich zu diesem heißen Thema, der Medien- und Pressereferat des Stadtschulrates zu Worte gemeldet. In einer aktuellen Pressemeldung heisst es:
Christkind und Nikolo: Willkommen an Wiens Schulen
Heutiger Bericht in der Tageszeitung „Österreich“ vollständig falsch Heutiger Bericht in der Tageszeitung „Österreich“ vollständig falsch
Wien (OTS/RK) – Entgegen eines heutigen Berichts in der Tageszeitung „Österreich“ sind Nikolo und Christkind nicht nur prinzipiell an Wiens Schulen willkommen und somit Teil des schulischen Alltags, sondern stimmen die im Bericht genannten Vorwürfe gegenüber einer Schule in Wien-Floridsdorf ausnahmslos nicht.
Tatsache ist vielmehr:
- Bisher hat der Elternverein, der üblicherweise an Wiener Volksschulen einen Nikoloauftritt organisiert, dies nicht getan. Sollte dieser organisiert werden, würde sich die Schule freuen.
- Der Elternverein der Volksschule 21 Jochbergengasse organisiert jedoch eigene Nikolaussackerl für alle SchülerInnen, welche von den LehrerInnen ausgeteilt werden – es gibt und gab niemals ein „Hausverbot“ für den Nikolaus.
- Seit Jahren steht ein Christbaum im Eingangsbereich, das Schulhaus ist überdies geschmückt – derzeit hängen von den SchülerInnen gebastelte Nikoläuse unterschiedlichster Art in den Gängen, die Aula ist weihnachtlich geschmückt.
- Auf der Einladung zum Winterfest (es gibt analog auch ein „Sommerfest“) wird „Weihnachten“ angeführt, es gibt auch den alljährlichen Adventbastelmarkt.
- Diese Volksschule ist eine Halbtagsschule, daher ist der Vorwurf, dass es kein Schweinefleisch zum Essen gäbe nicht nachvollziehbar: Die Schule bietet kein Essen an!
- Das Kruzifix hängt entsprechend der gesetzlichen Vorgaben hierzu in einigen Klassenräumen.
- Das Bild des Bundespräsidenten hängt vor der Direktion und neben dem Christbaum. Es gibt pro öffentlicher Schule im Bereich der Pflichtschule nur ein Bild des Bundespräsidenten, welches vom Schulerhalter MA 56 zur Verfügung gestellt wird.
- In der Volksschule gibt es 2 Mädchen (Schulneulinge) aus einer Familie, welche ein Kopftuch tragen. Mit den Eltern wurden und werden pädagogische Gespräche geführt, um diese umzustimmen.
- Es gibt keine Abmeldungen vom Turnunterricht, der Schwimmunterricht ist Teil des Pflichtgegenstandes. Eine Abmeldung wäre gesetzlich gar nicht möglich.
- Selbstverständlich gibt es keinen „verpflichtenden Türkischunterricht“. Fakt ist viel mehr, dass die Schule eine Zuteilung von 11 Stunden für den integrativen muttersprachlichen Unterricht Türkisch für SchülerInnen mit Erstsprache Türkisch hat (Muttersprachenunterricht wird in Wien in 23 Sprachen angeboten und ist eine unverbindliche Übung). Der im Artikel abgebildete Auszug entstammt einem österreichischen Schulbuch ( „LILOS Lesewelt“), welches bundesweit auf der Schulbuchliste steht und daher auch vom Bildungsministerium approbiert ist – es wird an zahlreichen Schulen in Österreich verwendet.
Der Stadtschulrat für Wien weist die im „Österreich“ erhobenen Vorwürfe gegenüber der Schule schärfstens zurück. Dass seitens des Mediums überdies ein dem journalistischen Ehrenkodex entsprechender Re-Check der behaupteten Vorkommnisse nicht einmal versucht wurde, stimmt mehr als bedenklich.
Medien- und Pressereferat des Stadtschulrates
Meldung des Österreichischen Presserates
Auf Twitter veröffentlichte der Österreichische Presserat, dass bereits zwei Beschwerden gegen die „Österreich“ vorliegen.
Zum Nikoloartikel in der Tageszeitung „Österreich“ gibt es bei uns zwei Beschwerden #nikololuege pic.twitter.com/5iTOfT2xf0
— Österr. Presserat (@Presserat) 5. Dezember 2017
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