“Wenn Du jemanden mit einem schwarzen Punkt in der Handfläche siehst, ruf die Polizei!”
Wir erhielten eine Anfrage, zu einem Thema, das sehr ernst zu nehmen ist.
Auch wenn man auf den ersten Blick meinen könnte, dass es sich um einen Fake handelt.
Diese Geschichte ist leider nicht erfunden.
Worum geht es?
Quelle: Email-Anfrage / Screenshot Mimikama
Bild im Klartext:
Nutzeranfrage:
Vielleicht stimmt das ja auch, oder sammelt hier auf Facebook nur wieder jemand Likes?
Angeblich sollen Leute, die auf der Handfläche einen schwarzen Punkt tragen, Opfer häuslicher Gewalt sein und das als Hilferuif meinen. Man soll, wenn man solche Menschen sieht, sofort die Polizei informieren.
Mir erscheint das etwas weit hergeholt, denn wenn jemand schon Leuten einen schwarzen Punkt auf seiner Hand zeigt, dann kann er doch auch gleich selber zur Polizei gehen oder sagen, dass er Hilfe braucht. Oder liege ich jetzt falsch?
Link
Dieser schwarze Punkt soll also ein Erkennungszeichen für Opfer häuslicher Gewalt sein. Stimmt das?
[vc_message message_box_color=“green“ icon_fontawesome=“fa fa-check“]Dies ist KEIN FAKE![/mk_info]
Die Hintergründe:
Häusliche Gewalt ist und bleibt ein Tabuthema, doch es gibt Menschen, die wollen Bewusstsein für dieses Thema schaffen.
So war die Gründerin der “Black Dot Campaign” (“Schwarze Punkt Kampagne”) ebenfalls von häuslicher Gewalt betroffen, sie wollte andere schützen und rief eine Initiative ins Leben, bei der man als stummen Hilfeschrei einen schwarzen Punkt in die Handfläche malte.
Laut Snopes wurde die Kampagne Anfang September 2015 auf Facebook veröffentlicht. Die Facebookseite gibt es heute nicht mehr.
Zitat von Snopes:
Die Black Dot Kampagne soll es Opfern möglich machen, die nicht in der Lage sind, verbal nach Hilfe zu fragen, sich durch einen schwarzen Punkt bei Personen bemerkbar zu machen. Dies ist eine Kampagne für die verletzlichsten Opfer von häuslicher Gewalt. Sie malen sich einfach einen schwarzen Punkt auf die Hand und Behörden, Familien, Freunde, Gemeindezentren, Doktoren, Krankenhäuser können dadurch feststellen, dass diese Person Hilfe braucht, aber nicht einfach danach fragen kann.
Kritik an dieser Methode
Schnell wurden Stimmen laut, je mehr Personen wissen, was dieser Punkt bedeutet, desto höher wird die Wahrscheinlichkeit, dass die Peiniger ebenfalls die Bedeutung des schwarzen Punktes kennen und das geheime Zeichen ist plötzlich keines mehr.
So stellt diese Möglichkeit des Hilferufes nicht unbedingt eine perfekte Lösung dar. 2015 versuchte man jedoch diese Methode noch populär zu machen.
The black dot campaign is a great tool to aid victims.. Spread the word! #DomesticAbuse #DomesticViolence pic.twitter.com/Wys44JB1EI
— Kimber Begano (@SilentNoMore101) 13. September 2015
Die Gründerin hatte durchaus gute Absichten, anderen zu helfen und konnte sogar 6 Frauen durch diese Methode retten.
Trotzdem weiß der Großteil der Betroffenen, vor allem jene, die keine sozialen Netzwerke nutzen, nichts von dieser Kampagne.
Ergebnis:
Der schwarze Punkt in der Handfläche als Erkennungszeichen für häusliche Gewalt ist WAHR.
Auch wenn es die Kampagne heute offensichtlich nicht mehr gibt (die Facebookseite wurde gelöscht, es gibt keine aktuellen Berichte mehr) – 2015 versuchte man durch das Teilen dieser Methode auf sozialen Netzwerken, Bewusstsein für diesen stummen Hilfeschrei zu schaffen.
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Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)


