Die Behauptung

Es wird behauptet, dass muslimische Frauen ab dem 20. Mai 2024 in öffentlichen Schwimmbädern kein Kopftuch oder keine Burka mehr tragen dürfen.

Unser Fazit

Diese Aussage ist falsch. Es gibt in Deutschland keine generelle Regelung, die das Tragen von Kopftüchern oder Burkas in Schwimmbädern verbietet. Beim Schwimmen selbst muss jedoch geeignete Badebekleidung getragen werden.

Immer wieder gibt es Diskussionen und Missverständnisse über die Bekleidungsvorschriften in Schwimmbädern. Aktuell kursiert die Behauptung, dass ab dem 20. Mai 2024 muslimischen Frauen das Tragen von Kopftüchern und Burkas in öffentlichen Schwimmbädern verboten sei. Dieser Artikel klärt auf, warum diese Behauptung falsch ist und was tatsächlich gilt.

Gerüchte und Behauptungen

Auf Facebook und anderen sozialen Medien wird derzeit ein Video geteilt, in dem behauptet wird, dass muslimische Frauen ab dem 20. Mai 2024 in öffentlichen Schwimmbädern kein Kopftuch oder keine Burka mehr tragen dürfen. Dies sei durch eine neue Verordnung geregelt worden.

Kein Verbot religiöser Kleidung in Schwimmbädern - Screenshot aus den sozialen Medien
Screenshot aus den sozialen Medien

Bewertung

Diese Aussage ist falsch. Es gibt in Deutschland keine generelle Regelung, die das Tragen von Kopftüchern oder Burkas in öffentlichen Schwimmbädern verbietet. Das Grundgesetz schützt die Religionsfreiheit und damit auch das Tragen religiöser Kleidung. Es gibt lediglich spezielle Regelungen für das Tragen von Badebekleidung in Schwimmbädern.

Der Sachverhalt

Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland garantiert in Artikel 4 die Religionsfreiheit und das Recht auf ungestörte Religionsausübung. Das bedeutet, dass religiöse Kleidungsstücke wie Kopftuch, Nikab oder Burka im öffentlichen Raum erlaubt sind.

Allerdings wurde 2017 ein Gesetz verabschiedet, das das Tragen von Gesichtsschleiern in bestimmten öffentlichen Bereichen verbietet. Dies betrifft beispielsweise das Führen von Kraftfahrzeugen, den Dienst von Beamtinnen, Soldatinnen und Richterinnen sowie besondere Situationen wie die Beantragung und Kontrolle von Ausweisdokumenten.

Burkinis in Schwimmbädern

Das Bild, das in den sozialen Medien kursiert, zeigt Frauen in Burkinis und Nikabs, nicht in Burkas. Der Burkini ist ein spezieller Ganzkörperbadeanzug, der von vielen muslimischen Frauen beim Schwimmen getragen wird. Er unterscheidet sich deutlich von einer Burka und ist für das Baden konzipiert.

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In den meisten deutschen Schwimmbädern ist das Tragen von Burkinis erlaubt, sofern sie den hygienischen und sicherheitstechnischen Anforderungen entsprechen. Die Deutsche Gesellschaft für Badewesen (DGfdB) und die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) weisen darauf hin, dass geeignete Badebekleidung aus nicht saugfähigem Material bestehen muss. Häufig werden synthetische Fasern wie Polyamid und Elasthan verwendet.

Zwar gibt es vereinzelt Berichte über Schwimmverbote für Frauen im Burkini (zum Beispiel hier und hier), doch handelt es sich dabei um Ausnahmen und nicht um die allgemeine Regel. Schwimmbadbetreiber können jedoch in ihrer Hausordnung individuelle Regelungen treffen.

Weitere Informationen

Eine gründliche Internetrecherche hat ergeben, dass es keine Hinweise darauf gibt, dass am 20. Mai 2024 ein generelles Verbot von Kopftüchern oder Burkas in Schwimmbädern in Kraft tritt. Diese Behauptung ist unbegründet und soll Unsicherheit verbreiten.

Fazit

In Deutschland gibt es keine generelle Regelung, die das Tragen von Kopftüchern oder Burkas in Schwimmbädern verbietet. Die Religionsfreiheit ist durch das Grundgesetz geschützt und das Tragen von Burkinis im Schwimmbad ist in vielen Bädern erlaubt. Wichtig ist, sich aus seriösen Quellen zu informieren und sich nicht durch Falschmeldungen in sozialen Medien verunsichern zu lassen.

Quelle: dpa

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Hinweise: 1) Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.
2) Einzelne Beiträge entstanden durch den Einsatz von maschineller Hilfe und wurde vor der Publikation gewissenhaft von der Mimikama-Redaktion kontrolliert. (Begründung)