Gefährliche WhatsApp-Nachricht: „Stimme für Marielis ab!“

Diese Nachricht ist kein harmloser Aufruf zur Hilfe, sie könnte ein Phishing-Versuch sein.

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Verdächtiger Tanz-Wettbewerb

Die WhatsApp-Nachricht wirkt auf den ersten Blick emotional und wichtig: Ein Mädchen namens Marielis soll angeblich an einem Tanz-Wettbewerb teilnehmen. Ein Klick auf den Link könnte ihr zu einem kostenlosen Studium verhelfen. Doch bei näherem Hinsehen zeigt sich: Die Nachricht ist alles andere als seriös.

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Stimme für Marielis / Screenshot WhatsApp
Stimme für Marielis / Screenshot WhatsApp

„Hallo, bitte stimme für Marielis ab, sie ist die Tochter meiner Freunde, und der Sieg wird ihr im nächsten Jahr ein kostenloses Studium ermöglichen, was für sie sehr wichtig ist, danke“, lautet der Text des Aufrufs.

Die zentrale Behauptung: Marielis ist die Tochter eines Freundes oder einer Freundin. Sie nimmt an einem Wettbewerb teil, und der Gewinn würde ihr ein kostenloses Studium ermöglichen. Die Webseite, auf die verwiesen wird, lautet: https://stardancesk. live /home / voteGR3. Bereits die Domainendung „.live“ ist ein erstes Warnzeichen, da sie oft für temporäre oder betrügerische Inhalte verwendet wird.

Zudem zeigt sich bei genauer Analyse: Das Bild, das angeblich Marielis darstellen soll, stammt aus einer lizenzfreien Datenbank. Es handelt sich um ein Stockfoto, das jedermann verwenden kann. Quelle: Freepik, Girl gym ballet lesson.

Update 04.08.2025: Ein Nutzer hat uns darauf aufmerksam gemacht, dass dieser „Wettbewerb“ nun auch unter der Domain https://thebestdance. world/ home/ voteGR3 zu finden ist.
Es ist durchaus möglich, dass es noch weitere Domains gibt. Dies ändert jedoch nichts daran, dass es sich hierbei um einen Fake handelt.

Update 15.09.2025: Ein Nutzer teilte uns mit, dass dieselbe Masche nun mit dem Aufruf „Hallo, bitte stimme für Emma in dieser Umfrage.“ mit demselben Foto des Mädchens über WhatsApp verbreitet wird. Die Domain lautet nun https://thebestbance. top/ home/ voteDE10. Auch hier handelt es sich wieder um eine Fake-Nachricht.

Die Kombination aus emotionaler Geschichte, einem fremdgehosteten Foto und einem verdächtigen Link macht die Nachricht zu einem typischen Beispiel für virales Phishing.

Keine offizielle Quelle, keine Bestätigung, kein Wettbewerb

Eine einfache Websuche nach „stardancesk.live“ liefert keine offiziellen Ergebnisse. Es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass diese Domain zu einer bekannten Tanzorganisation oder Bildungsinstitution gehört. Die vermeintliche Aktion ist nirgends dokumentiert, weder auf sozialen Netzwerken noch auf Nachrichtenseiten.

Auch eine Überprüfung ähnlicher Namen bringt keine Treffer: Weder „Star Dance Alliance“ noch andere legitime Tanzwettbewerbe in Europa oder international arbeiten mit einem solchen Abstimmungssystem oder vergeben Studienplätze über WhatsApp-Kettennachrichten.

Zudem ist auffällig, dass sich der Text der Nachricht immer wieder ändert, je nachdem, wer sie weiterleitet. Mal heißt das Kind Marielis, mal taucht ein anderer Name auf. Das ist ein weiteres typisches Merkmal von Kettennachrichten, die auf Masse und Reichweite abzielen.

Kettennachricht mit System: So funktioniert die Masche

Solche Nachrichten funktionieren nach einem simplen Prinzip: Emotionaler Inhalt kombiniert mit sozialem Druck. Niemand will, dass man ihn/sie für nicht hilfsbereit hält, und schon gar nicht, wenn es angeblich um die Zukunft eines Kindes geht. Genau darauf setzen die Betrüger.

Wenn Nutzer den Link anklicken, kann Verschiedenes passieren: Manche Seiten versuchen, Login-Daten oder E-Mail-Adressen abzufangen. Andere generieren nur Werbeeinnahmen durch Klicks. In schlimmeren Fällen landen Nutzer auf gefälschten Formularseiten, die gezielt Daten abfragen oder Schadsoftware verbreiten.

Wir von Mimikama warnen: Nicht klicken, nicht teilen, nicht glauben

Wir von Mimikama warnen seit Jahren vor genau solchen Nachrichten. Sie nutzen harmlose Inhalte, oft mit Kindern, Tieren oder angeblich todkranken Personen, um massenhaft Klicks zu generieren.

Der entscheidende Hinweis kommt oft zu spät: Erst wenn Nutzer ihren Account verlieren oder Spam erhalten, wird klar, dass etwas nicht stimmt.

Auch in diesem Fall gibt es keinerlei Impressum, keine Nachweise für den angeblichen Gewinn und keine erkennbare Organisation hinter der Aktion. Der Einsatz eines frei verfügbaren Bildes ohne Bezug zur echten Person ist ein starker Hinweis auf Manipulation.

Wer unsicher ist, sollte die Nachricht einem Faktencheck unterziehen, oder direkt bei der Person nachfragen, die sie verschickt hat.

Ein Beispiel für einen solchen Hinweistext könnte lauten: „Hey, ich habe die Nachricht gesehen. Bist du sicher, dass das echt ist? Die Seite sieht nämlich nicht sehr seriös aus.“

Fazit zum Thema

Die Nachricht „Bitte stimme für Marielis ab“ ist ein klassischer Kettenbrief, der auf Gutgläubigkeit und Hilfsbereitschaft setzt. Hinter der emotionalen Geschichte verbirgt sich mutmaßlich ein Versuch, Klicks zu sammeln oder Daten zu stehlen.

Deshalb gilt: Nicht klicken, nicht teilen, kritisch hinterfragen. Wenn eine Nachricht zu schön klingt, um wahr zu sein, ist sie es wahrscheinlich auch nicht.

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