Die US-Wahl könnte auf sieben Staaten hinauslaufen, in denen jede Stimme zählt. Diese „Swing States“ sind wie ein Tanz auf dem Vulkan – sie sind unberechenbar und wechseln je nach Wahl die Seite. Harris könnten sie genauso gewinnen wie Trump, der weiter auf eine Rückkehr ins Weiße Haus hofft.
Alles dreht sich um diese Staaten, die bei den letzten Wahlen oft knapp entschieden wurden und wo derzeit Harris und Trump in Umfragen Kopf an Kopf liegen. Wer sind die VIPs dieses Wahlkampfs? Los geht’s mit einem Überblick, warum Pennsylvania, Georgia, North Carolina, Nevada, Arizona, Wisconsin und Michigan im Wahljahr 2024 so heiß umkämpft sind.
Was sind Swing States und warum konzentriert sich hier alles?
Ein kurzer Überblick: In vielen Staaten der USA steht das Wahlergebnis praktisch fest, bevor die Wahl überhaupt beginnt. An der Ost- und Westküste werden vorwiegend die Demokraten gewählt, während in ländlichen Regionen und im konservativen Süden die Republikaner dominieren. Aber dann gibt es diese paar Staaten, die für beide Seiten unverzichtbar sind – hier entscheidet sich das Rennen. Diese Bundesstaaten, auch „Swing States“ oder „Battleground States“ genannt, haben in der Vergangenheit mal die eine, mal die andere Partei unterstützt und sind entsprechend hart umkämpft. In Pennsylvania, Georgia, North Carolina, Nevada, Arizona, Wisconsin und Michigan ist alles offen. Hier entscheidet sich, ob die Demokraten die Macht behalten oder ob Trump und seine Republikaner zurückkehren.
Pennsylvania: Ohne diesen Staat geht es nicht (19 Wahlleute)
Pennsylvania, ein Bundesstaat mit starker Mittelschicht und 19 Wahlleuten, ist bei jeder Wahl der Schlüssel zum Sieg. Hier zählen Themen wie die hohen Lebenshaltungskosten und das umstrittene Fracking. Für einen Eklat sorgte zuletzt ein rassistischer Witz bei einer Trump-Veranstaltung – das dürfte in der großen puerto-ricanischen Gemeinschaft für alles andere als Begeisterung sorgen. Pennsylvania ist ein heiß umkämpftes Pflaster, auf das beide Parteien nicht verzichten können.
Georgia: Der Wandel im Süden (16 Wahlleute)
Georgia war lange fest in der Hand der Republikaner – bis Joe Biden 2020 für die Demokraten gewinnen konnte. Der Wandel hier ist auch den vielen schwarzen Wählern zu verdanken, die rund ein Drittel der Wählerschaft ausmachen. Doch die junge Generation wird zum Unsicherheitsfaktor: Harris muss insbesondere jüngere schwarze Männer zurückgewinnen, die sich zuletzt vermehrt Trump zuwandten. Georgia könnte auch diesmal wieder das Zünglein an der Waage sein.
North Carolina: Konservativ mit Überraschungspotenzial (16 Wahlleute)
In North Carolina haben die Republikaner die konservative Tradition tief verankert. Trotzdem hoffen die Demokraten hier auf eine Überraschung, und das aus gutem Grund: Mark Robinson, der republikanische Gouverneurskandidat, sorgt mit extremen Ansichten, darunter Holocaust-Leugnung und Abtreibungsverbot, für Empörung. Dazu kommt, dass der Bundesstaat noch immer unter den Folgen von Hurrikan „Helene“ leidet. Trump greift die Krise auf, um Biden und Harris als inkompetente Krisenmanager darzustellen – natürlich begleitet von diversen Falschinformationen.
Nevada: Kleiner Staat, große Rolle (6 Wahlleute)
Nevada mag mit seinen sechs Wahlleuten klein erscheinen, aber dieser Staat könnte das Rennen entscheiden. Besonders die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie wirken hier nach: Hohe Arbeitslosigkeit und eine schleppende Erholung sorgen für Unmut. Hier lebt die Mehrheit der Bevölkerung in und um Las Vegas – was in dieser „Glücksspielhauptstadt“ geschieht, wird also in vieler Hinsicht das Wahlergebnis beeinflussen.
Arizona: Migration im Fokus (11 Wahlleute)
Arizona, an der Grenze zu Mexiko gelegen, ist nicht nur für die Präsidentschaftswahl, sondern auch für die Verhältnisse im Senat von großer Bedeutung. Migration ist das Hauptthema, und die hitzige Debatte darüber wird in Arizona besonders intensiv geführt. Die Kandidatur von Kari Lake, einer bekannten Trump-Anhängerin, verschärft die Fronten zusätzlich. Außerdem steht ein Volksentscheid zur Abtreibung an, der für zusätzliche Stimmen bei den Demokraten sorgen könnte.
Wisconsin: Der Zitterstaat (10 Wahlleute)
In Wisconsin dürfte es wieder bis zur letzten Stimme spannend bleiben: 2016 verlor Clinton hier knapp gegen Trump, 2020 holte Biden nur mit einem minimalen Vorsprung den Sieg. Auch diesmal sind Drittparteien ein wichtiger Faktor, denn sie könnten entscheidende Stimmen abzweigen. Wisconsin ist also wieder einmal das Zitter-Wahlkampfgebiet schlechthin.
Michigan: Industriestaat mit arabischer Gemeinschaft (15 Wahlleute)
Michigan hat eine beliebte demokratische Gouverneurin, Gretchen Whitmer, die in der Bevölkerung großen Rückhalt genießt. Aber das Wahlergebnis bleibt ungewiss. Hier lebt eine bedeutende arabischstämmige Gemeinschaft, und Bidens Nahost-Politik könnte zum Stolperstein werden. Besonders Harris steht als amtierende Vizepräsidentin in der Kritik.
Warum sind die Swing States so wichtig?
Die Antwort ist simpel: Ohne sie kann weder Trump noch Harris auf einen Sieg hoffen. Diese Staaten sind die letzten Bastionen, die das Ergebnis drehen können. Sie haben genug Wahlleute, um das gesamte Wahlergebnis auf den Kopf zu stellen – und sind gleichzeitig die Einzigen, in denen die Parteien noch echte Konkurrenz haben. Die Wählerinnen und Wähler in diesen „Swing States“ entscheiden also maßgeblich, wer im Weißen Haus sitzen wird. Am Ende steht eine Frage: Wollen die Menschen die bisherigen Krisenpolitik weiterführen oder zurück zu „America First“?
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