Die Diskussionen über Geschwindigkeitsbegrenzungen und Klimawandel werden oft hitzig und emotional geführt. Wissenschaftler, die sich zu diesen Themen äußern, sehen sich oft heftigen Anfeindungen bis hin zu Morddrohungen ausgesetzt. Wie gehen betroffene Forscher mit diesen Angriffen um und welche Unterstützung steht ihnen zur Verfügung?

Die schwierige Situation der Wissenschaftler

Während der Corona-Pandemie war der Virologe Christian Drosten häufig Ziel von Anfeindungen. Ähnlich ergeht es Forschern, die sich zu kontroversen Themen wie dem Klimawandel äußern. Ein Beispiel ist der Klimaforscher Christian Scharun, der von Politik und Öffentlichkeit heftig kritisiert wurde. Trotz seiner humorvollen und gelassenen Art treffen ihn diese persönlichen Angriffe tief.

Das Ausmaß der Anfeindungen gerade beim Thema Klimawandel

Eine Studie des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) zeigt, dass 45 % der Wissenschaftler bereits Erfahrungen mit Wissenschaftsfeindlichkeit gemacht haben. Die Anfeindungen reichen von herablassenden Kommentaren bis hin zu Morddrohungen und zeigen, dass es sich um ein ernstes und wachsendes Problem handelt.

Soziale Netzwerke als Katalysator

Während persönliche Kritik nach Vorträgen meist sachlich bleibt, sind die Angriffe in sozialen Netzwerken oft besonders heftig. Themen wie Tempolimit und Klimawandel lösen regelmäßig regelrechte Shitstorms aus. Diese Plattformen werden schnell zum Schauplatz unsachlicher Diskussionen, persönlicher Angriffe und Desinformation.

Unterstützungsangebote für betroffene Wissenschaftler

Verschiedene Organisationen bieten betroffenen Wissenschaftlern Unterstützung an. Das Netzwerk für kommunizierende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (WissKon) bietet mit einem „Mayday-Button“ schnelle Hilfe. Außerdem gibt es die Initiative „Scicomm-Support“ des Bundesverbandes Hochschulkommunikation und Wissenschaft im Dialog, die eine Online-Plattform und persönliche Beratung anbietet. Diese Unterstützung deckt ein breites wissenschaftliches Spektrum ab und beschränkt sich nicht nur auf gesellschaftlich relevante Themen.

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Strategien gegen Hass und Hetze

Forscher wie Christian Scharun entwickeln verschiedene Strategien, um mit Anfeindungen umzugehen. Er wählt gezielt aus, auf welche Kommentare er reagiert und nutzt seine Plattform, um sachliche Diskussionen zu fördern und Falschinformationen zu entlarven. Dabei setzt er auf Aufklärung und hofft, dass die Leser die Fakten erkennen.

Fragen und Antworten

Warum nimmt die Wissenschaftsfeindlichkeit zu?
Die Gründe für die zunehmende Feindseligkeit sind vielfältig. Sie reichen von politischer Polarisierung und Misstrauen gegenüber Institutionen über gezielte Desinformation bis hin zu emotional aufgeladenen Themen wie Klimawandel und Tempolimits. Oft spielen auch wirtschaftliche Interessen und ideologische Überzeugungen eine Rolle, die wissenschaftliche Erkenntnisse infrage stellen und Wissenschaftler angreifen.

Wie können sich Wissenschaftler vor Angriffen schützen?
Wissenschaftler können sich mit verschiedenen Strategien schützen. Dazu gehören die Nutzung von Netzwerken wie WissKon, die selektive Nutzung sozialer Medien und die bewusste Entscheidung, auf bestimmte Kommentare nicht zu reagieren. Auch der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen sowie rechtliche Beratung und Unterstützung können hilfreich sein.

Welche Rolle spielen soziale Netzwerke bei der Verbreitung von Hass und Hetze?
Soziale Netzwerke spielen bei der Verbreitung von Hass und Hetze eine zentrale Rolle. Die Anonymität und Reichweite dieser Plattformen ermöglicht es, schnell große Menschenmengen zu erreichen und negative Stimmungen zu verbreiten. Algorithmen, die kontroverse Inhalte bevorzugen, verstärken dieses Problem zusätzlich.

Gibt es rechtliche Maßnahmen zum Schutz von Wissenschaftlern?
Ja, es gibt gesetzliche Maßnahmen zum Schutz von Wissenschaftlern, darunter Gesetze gegen Bedrohung, Verleumdung und üble Nachrede. Darüber hinaus können Wissenschaftler gegen besonders schwere Fälle von Hass und Hetze rechtlich vorgehen und sich an die Polizei oder eine Rechtsberatungsstelle wenden.

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Wie können Gesellschaft und Politik die Wissenschaftler besser unterstützen?
Gesellschaft und Politik können Wissenschaftler unterstützen, indem sie die rechtlichen Rahmenbedingungen stärken, Medienkompetenz fördern und über die Bedeutung wissenschaftlicher Arbeit aufklären. Auch der öffentliche Diskurs sollte wissenschaftsfreundlicher gestaltet werden, indem Fakten anerkannt und respektvoll diskutiert werden.

Fazit

Anfeindungen gegen Wissenschaftler sind ein ernstes Problem, das nicht nur die Betroffenen belastet, sondern auch die Wissenschaftskommunikation und den gesellschaftlichen Diskurs beeinträchtigt. Es ist wichtig, dass Forscher unterstützt werden und dass die Gesellschaft die Bedeutung wissenschaftlicher Erkenntnisse anerkennt und respektiert. Langfristig muss daran gearbeitet werden, die Diskussionskultur zu verbessern und den Schutz von Wissenschaftlern zu gewährleisten.

Quelle: t3n

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