Auch wenn die Botschaft dieser aufgewärmten Fake-Geschichte herzzerreißend klingt – sie hat leider so nie stattgefunden.

Seit einiger Zeit wird wieder die Geschichte von Alvaro Munera auf Facebook verbreitet. Der Stierkämpfer soll mitten in einem Kampf zusammengebrochen sein, als er realisierte, dass er den Stier nicht töten wollte. Daraufhin soll er zu einem bekennenden Stierkampfgegner geworden sein.

So sieht der Beitrag aus, der bereits seit 2015 geteilt wird und auch seit Februar 2018 wieder im Kommen ist:

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Bild im Klartext:

“Dieses unglaubliche Foto kennzeichnet das Ende der Torero-Karriere von Alvaro Munera. Er brach mitten im Kampf zusammen, als er realisierte, dass er dieses im Gegensatz freundliche Biest zum Ende zu bekämpfen hatte. Er wurde ein bekennender Stierkampfgegner.

Alvaro Munera zitiert den Augenblick mit den Worten: “Und letztlich schaute ich den Stier an. Er hatte die Unschuld, die alle Tiere haben, in seinen Augen. Und er hatte dieses Flehende in seinem Blick. Es war wie ein Aufschrei nach Gerechtigkeit, tief in mir. Ich beschreibe es wie bei einem Betenden – weil so der eine bekennt, ist es die Hoffnung, dass der andere vergibt. Ich fühlte mich wie der miesteste Haufen Scheisse auf Erden.”

Alle die gegen Stierkämpfe sind, teilen bitte diese Geschichte

Klaus Heinz W.

Wie bereits erwähnt, handelt es sich hierbei um eine erfundene Geschichte. Der Fake wird bereits seit Jahren auf Sozialen Netzwerken immer wieder geteilt.

Der Faktencheck

Die Worte wurden dem Torero einfach in den Mund gelegt. Gesagt hat dies nämlich 1995 ein spanischer Dramatiker namens Antonio Gala Velasco in der spanischen Zeitung El Pais.

Und noch dazu ist auch nicht Álvaro Múnera Builes auf dem Bild zu sehen, sondern Francisco Javier Sánchez Vara.

Zur Erklärung:

Múnera ist tatsächlich ein Tierrechtsaktivist. Er hat früher (1984!) unter dem Namen “El Pilcario” in Kolumbien und Spanien “gekämpft”. In Wirklichkeit war er nämlich ein “Novillero” – also ein Anfänger im Stierkampf und wurde von einem Stier durch die Manege gejagt.

Dabei brach er sich den fünften Halswirbel und war dadurch querschnittsgelähmt. Seine Familie überzeugte ihn, dass Stierkampf keine gute Idee ist und er hörte damit auf.

So viel zu Múnera, der angeblich auf dem Bild zu sehen ist.

Also wenden wir uns dem zu, was wir hier wirklich sehen, nämlich Francisco Javier Sánchez Vara und das Ende eines Stierkampfs.

Das Hinsetzen gehört zur Tradition des Stierkampfs und zeigt quasi ein improvisiertes Schauspiel, das so viel sagt wie: “Würdest du jetzt bitte endlich sterben? Ich bin erschöpft!”.

Was natürlich der Botschaft des Statusbeitrages absolut nicht entspricht, sondern in diesem Zusammenhang besonders geschmack- und herzlos ist.

Leider – bei diesem Statusbeitrag handelt es sich um eine Unwahrheit.

Auch wenn man den Geist der Geschichte weitertragen möchte, weil man der Meinung ist, dass es moralisch so korrekt wäre, sollte man den Hinweis vermerken, dass diese Geschichte auf keiner wahren Begebenheit beruht.

Originaltext 2015/2017 und Recherche: Ralf N. – mimikama.org


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