Die Behauptung
Das „Klaasohm“-Fest auf Borkum, eine vermeintlich harmlose Tradition, beinhaltet gewalttätige Übergriffe auf Frauen, die jahrelang unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfanden.
Wahr
Nach massiver Kritik distanzieren sich die Veranstalter vom gewalttätigen Aspekt des Brauchs und versprechen Reformen. Die Polizei fordert die Opfer auf, Anzeige zu erstatten, und die öffentliche Diskussion über den Umgang mit alten Traditionen wird neu entfacht.
Fakten im Überblick:
- Gewalt beim Fest: Frauen berichten, mit Kuhhörnern geschlagen worden zu sein.
- Reaktion der Veranstalter: Der Brauch des Schlagens wird offiziell abgeschafft.
- Kritik an der Berichterstattung: Vertreter der Insel werfen den Medien Verzerrung vor.
Bewertung: Die Gewaltvorwürfe sind gut dokumentiert. Verein und Inselgemeinschaft übernehmen Verantwortung, weisen aber auf Fehlverhalten Einzelner hin.
Gewalt im Gewand der Tradition
Das „Klaasohm“-Fest auf Borkum gilt als jahrhundertealte Tradition, bei der verkleidete Männer als „Klaasohms“ durch die Straßen ziehen. Nun wurden jedoch vermehrt Vorwürfe laut, dass es während des Festes zu körperlichen Übergriffen auf Frauen kommt. Vor allem eine Panorama-Reportage brachte diese Vorfälle ans Licht und löste bundesweit Empörung aus.
Festhalten und Schläge: Die Vorwürfe im Einzelnen
Zentraler Vorwurf ist das gezielte Schlagen von Frauen mit Kuhhörnern. Anonyme Zeugenaussagen und Videobeweise dokumentieren, wie sogenannte „Fänger“ Frauen festhalten, während sie von den „Klaasohms“ geschlagen werden. Viele Opfer beschreiben dies als erniedrigend und schmerzhaft.
Der Verein „Borkumer Jungens“, der das Fest organisiert, hatte in der Vergangenheit Berichte über Gewalt gegen Frauen vehement bestritten. Mit der Veröffentlichung von Videobeweisen wurde diese Haltung jedoch unhaltbar.
Neuer Umgang mit alter Tradition?
Nach dem Bericht gelobte der Verein Besserung. Man distanzierte sich ausdrücklich von jeglicher Gewalt und entschuldigte sich für vergangene Übergriffe. Gleichzeitig wurde betont, dass das Fest eigentlich für die ganze Insel gedacht sei und Gewalt kein wesentlicher Bestandteil sei.
„Wir distanzieren uns ausdrücklich von jeder Form der Gewalt gegen Frauen und entschuldigen uns für die historisch gewachsenen Handlungen vergangener Jahre“, teilte der Verein mit. Dieser Teil der Tradition habe jedoch nie den Kern des „Fests für die ganze Insel“ ausgemacht und sei in den vergangenen Jahren „fast gar nicht mehr“ erfolgt.
Die Polizei sicherte zu, das Fest in Zukunft streng zu überwachen und rief Betroffene auf, sich zu melden. Besonders heikel: Straftaten wie gefährliche Körperverletzung verjähren erst nach Jahrzehnten.
Kontroverse Berichterstattung
Nicht alle sehen die Berichterstattung positiv. Bürgermeister Jürgen Akkermann und einige Inselbewohner kritisierten, der Panorama-Bericht sei einseitig und werfe ein verzerrtes Licht auf die Inselgemeinschaft. Es handele sich um das Fehlverhalten Einzelner, das in keiner Weise den Charakter des Festes widerspiegele.
Fazit zum Thema „Klaasohm“-Fest
Das „Klaasohm“-Fest steht exemplarisch für den schwierigen Umgang mit problematischen Traditionen. Während der Verein nun Verantwortung übernimmt und Reformen ankündigt, bleibt die Frage offen, ob die Maßnahmen ausreichen, um das Vertrauen der Öffentlichkeit wiederherzustellen.
Quelle: Tagesschau
Abonnieren Sie unseren Newsletter, um auf dem Laufenden zu bleiben. Erkunden Sie auch unser umfangreiches Medienbildungsangebot.
Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise) Welche Quellen wir verwenden und was für uns kein Beleg ist, steht auf unserer Quellenseite.
