Trolle: Cybermobber weisen häufig auch Persönlichkeitsmerkmale wie Psychopathie oder Sadismus auf!

Internet-Nutzer, die Cybermobbing betreiben und so zu Trollen werden, sind oft einsame Menschen. Das besagt eine Studie der japanischen Otemon Gakuin University . Im Zusammenhang mit bestimmten psychologischen Eigenschaften wie Psychopathie erhöht Einsamkeit die Wahrscheinlichkeit, dass ein Internetnutzer zum Troll wird.

Trolle wie „Puppenspieler“

„Was die meisten Trolle gemeinsam haben, ist in der Regel ein mangelndes Empathievermögen. Das heißt, sie spüren den Schmerz nicht, den sie mit ihren Worten anrichten, was durchaus sadistische Züge hat. Andererseits empfinden insbesondere die Machiavellisten und Narzissten Genugtuung und ein Gefühl von Macht, wenn sie aus sicherer Entfernung, die Gefühle anderer anonym fernsteuern“, sagt Kommunikationsexperte Christian Scherg gegenüber pressetext. Ihm zufolge sehen sich Trolle in der Rolle des „Puppenspielers“.

Laut Studienautor Keita Masui ist die Persönlichkeit von Menschen, die zu Trolling neigen, von der sogenannten „Dunklen Tetrade“ geprägt. Diese besteht aus vier psychologischen Faktoren:

Trolle: Sadismus, Psychopathie, Narzissmus und Machiavellismus

  1. Einer davon ist Sadismus, also die Lust daran, anderen Menschen Leid zuzufügen.
  2. Psychopathie ist ein weiterer Faktor, sie bedeutet geringe Empathie für andere.
  3. Narzissmus ist auch Teil der Tetrade und meint ein Selbstbild, das einen Menschen über sein Umfeld erhebt. Ebenfalls entscheidend ist
  4. Machiavellismus, also eine Neigung zu manipulativem Verhalten.

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Diese vier Eigenschaften haben die Forscher mit dem Gefühl der Einsamkeit in Verbindung gebracht. Sie befragten 513 Menschen im Alter zwischen 20 und 69 Jahren, davon waren 51 Prozent weiblich. Es zeigte sich, dass sowohl die Eigenschaften der „Dunklen Tetrade“ als auch Einsamkeit in Verbindung mit Cybermobbing standen. Die männlichen Befragten stellten sich als deutlich eher zum Online-Trolling geneigt heraus. Auch die „Dunkle Tetrade“-Eigenschaften waren bei Männern häufiger zu finden. Bei einem hohen Grad an Einsamkeit wurde Trolling besonders durch die Eigenschaften Psychopathie und Machiavellismus wahrscheinlicher. Dennoch war Sadismus die stärkste Basis, um ein Troll zu werden.

Mobbing besser verstehen

Das Ergebnis der Studie solle laut den Forschern Cybermobbing nicht entschuldigen. Vielmehr soll dadurch klar werden, dass das Handeln von Trollen oft aus Einsamkeit resultiert. Dieses Wissen könne für Betroffene ein erster Schritt sein, sich vom Mobbing emotional zu distanzieren und so dessen Wirkung zu reduzieren. Scherg sieht es auch als wichtig, Distanz zu Trollen aufzubauen:

„Als Opfer sollte ich mich niemals auf dieses gefährliche Spiel einlassen, sondern Trollangriffe konsequent ignorieren – nur damit kann ich die Fäden durchschneiden und dem Puppenspieler seine Macht nehmen“, so der Experte.

Quelle: pte


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