Die Behauptung
„Ballet of Ukraine“ sei ein ukrainisches Ballettensemble, das klassische Werke wie den „Nussknacker“ in Europa aufführt.
Faktencheck: Falsch
Falsch! „Ballet of Ukraine“ ist kein echtes ukrainisches Ensemble. Hinter der Fassade verbergen sich enge personelle, strukturelle und finanzielle Verbindungen nach Russland. Es handelt sich um ein klassisches Beispiel sogenannter Klontruppen – Gruppen, die unter ukrainischer Flagge auftreten, in Wahrheit aber aus Russland gesteuert werden.
Kurze Faktenübersicht:
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Falsche Adresse: Die angegebene Kontaktadresse in Kiew führt zu einem Einkaufszentrum – keine Spur von einer Ballettschule.
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Russische Hintermänner: Das Booking läuft über ein Unternehmen mit russischem Eigentümer; die Hälfte der Tänzer:innen ist in Russland aktiv.
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Verdächtige Geldflüsse: Zahlungen landeten bei einem Schweizer Unternehmen unter Leitung eines Ex-Sberbank-Managers – kein ukrainisches Unternehmen registriert.
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Offizielle Warnung: Die Nationaloper in Kiew spricht von bewusster Irreführung und warnt: Solche Gruppen könnten Putins Krieg indirekt mitfinanzieren.
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Ein Ballettensemble mit dem Namen „Ballet of Ukraine“ ist 2024 durch Schweden getourt – mit bekannten Stücken wie dem „Nussknacker“. Viele dachten: Das ist ein echtes ukrainisches Ensemble, das trotz Krieg Kultur verbreitet.
Doch die Recherche zeigt:
➡️ Das Ensemble ist nicht in der Ukraine registriert.
➡️ Hälfte der Tänzer:innen arbeitet in Russland.
➡️ Das Geld ging an eine Firma in der Schweiz, die einem Ex-Manager der russischen Staatsbank gehört.
➡️ Die angeblich ukrainische Adresse führt nur zu einem Einkaufszentrum.
Ukrainische Behörden sprechen von „Klontruppen“ – also Gruppen, die sich falsch als ukrainisch ausgeben, um Geld zu verdienen oder sogar Putins System zu unterstützen.
Ein Ballettmärchen mit bitterem Beigeschmack
Es klang nach einer kulturellen Geste der Hoffnung: Ballet of Ukraine – ein Ensemble, das inmitten des russischen Angriffskrieges den „Nussknacker“ auf schwedische Bühnen bringen sollte. Vom Süden bis in den hohen Norden tourte das Ballett im Winter 2024 durch acht Städte – darunter Lund, Varberg, Östersund und Piteå. Auf den Plakaten wehten ukrainische Farben, in den Programmen stand „Kultur aus Kiew“. Für viele Besucher:innen war es ein Zeichen der Solidarität, der Empathie – ein Abend für die Freiheit der Kunst.
Doch was als kultureller Lichtblick begann, entpuppte sich bei genauerem Hinsehen als bitteres Täuschungsmanöver – und möglicherweise sogar als indirekte Kriegsfinanzierung. Hinter den Kulissen verbarg sich alles andere als ukrainische Kultur.
Die große Inszenierung – Was ist passiert?
Im Dezember 2024 tourte das angeblich ukrainische Ballettensemble Ballet of Ukraine durch Schweden. Die Städte Lund, Vänersborg, Varberg, Piteå – sie alle begrüßten enthusiastisch das vermeintlich ukrainische Ensemble. Der Name, das Bühnenbild, die Symbolik: alles deutete auf ein kulturelles Signal der Solidarität hin.
Doch im Januar 2025 brachte ein anonymer Blogbeitrag den Stein ins Rollen – mit einem Verdacht, der später von SVT Verifierar detailliert bestätigt wurde: Das Ensemble Ballet of Ukraine existierte zwar, aber weder als registriertes ukrainisches Unternehmen noch mit realem Sitz oder ukrainischer Struktur. Die angegebene Adresse in Kiew? Ein Einkaufszentrum mit Büroetagen – keine Ballettschule, kein Ensemble, keine künstlerische Infrastruktur.
Was dann folgte, war eine akribische journalistische Rekonstruktion: Unternehmensregister, IP-Adressen, Gesichtserkennungsdatenbanken, Finanzflüsse – Puzzleteile, die sich schnell zu einem Bild fügten.
Innerhalb weniger Wochen wurde klar: Die gesamte Tournee war eine Inszenierung. Nicht auf der Bühne – sondern im Hintergrund. Und die Fäden liefen in Russland zusammen.
Tarnung, Täuschung, Tournee – Wer steckt dahinter?
Die Fassade war perfekt – doch wer zog im Hintergrund die Fäden? Eine zentrale Rolle spielte das Booking-Unternehmen „Touring Actors“, das offiziell in Norwegen registriert ist. Auf den ersten Blick: ein harmloser Eventvermittler. Doch ein Blick ins russische Unternehmensregister zeigt schnell: Eigentümer ist ein russischer Unternehmer, der dort noch immer als Einzelunternehmer aktiv ist – mit entsprechend steuerlicher Pflicht gegenüber der Russischen Föderation. Brisanter wird es, wenn man weiß: Der Mann betreibt parallel ein eigenes Ballettensemble in Sankt Petersburg – jenes Ensemble, dessen Pressetexte, Künstlerbiografien und Bildmaterial später nahezu identisch auf der Website von Ballet of Ukraine auftauchten.
Auch die Besetzung auf der Bühne wirft Fragen auf: Von den vierzehn Tänzer:innen, die das Ensemble öffentlich präsentierte, waren sieben nachweislich an russischen Ballettinstitutionen tätig. Einige tanzten zuvor beim „Moscow Ballet Art Theatre“ oder beim „St. Petersburg Ballet“ – beides russische Gruppen mit Nähe zu staatlich geförderten Kulturstrukturen. Es wurde also nicht nur beim Namen getäuscht, sondern auch beim Personal.
Das Ganze wirkt wie ein sorgfältig umetikettiertes Kulturprodukt – made in Russia, verkauft als ukrainisches Exil-Ensemble.
Spuren des Geldes – Wie Russland mitverdient
Noch gravierender ist der Blick auf die Finanzflüsse. Zahlungen für Auftritte des Ballet of Ukraine gingen nicht etwa an ein ukrainisches Kulturinstitut oder eine gemeinnützige Stiftung, sondern an das „Gutschwald AI Center“, ein in der Schweiz registriertes Unternehmen. Der Name klingt nach Tech-Startup oder Softwarefirma – doch die Recherchen zeigen: Eigentümer ist ein russischer Ex-Bankdirektor, der früher in leitender Position bei Sberbank tätig war – Russlands größtem staatlich kontrollierten Finanzinstitut.
SVT konfrontierte den Mann. Seine Erklärung: Die Gelder aus Schweden seien lediglich „zur Begleichung einer Schuld“ überwiesen worden – ein nebulöser Verweis ohne weitere Details. Doch sechs von acht befragten Veranstaltern bestätigten unabhängig voneinander, dass Zahlungen im Zusammenhang mit der Tournee direkt an dieses Unternehmen gingen.
Ein ukrainisches Unternehmen, das die Einnahmen erhielt? Existiert nicht. Kein Eintrag in den ukrainischen Registern, keine Verbindung zur dortigen Kulturszene. Die Geldflüsse führen nicht nach Kiew – sondern in Richtung Moskau und Zürich.
Verschachteltes Netzwerk zwischen Russland, Schweiz und Deutschland
Recherchen zeigen, dass Grand Ukrainian Ballet kein Einzelfall ist, sondern Teil eines weitverzweigten Netzwerks. Im Zentrum: Agenda Production GmbH (Deutschland), Royal Classical Entertainment (Russland) und Julia Entertainment (Schweiz). Die gleichen Personen tauchen in der Vermarktung zahlreicher Ballettgruppen auf – unter anderem „Ukrainian Classical Ballet“, „Grand Classic Ballet“ (ehemals Moscow Classic Ballet) oder „Royal Classical Ballet“.
Die Websites dieser Gruppen teilen sich dieselbe moldawische IP-Adresse, sind russischsprachig konfiguriert – und laut Archivdaten wurde sogar die Domain von Grand Ukrainian Ballet auf Royal Classical Ballet umgeleitet.
Besonders aktiv ist Rimma Wachsmann, Produzentin und PR-Leiterin bei Agenda Production. Sie promotet russische Ballettmarken unter ukrainischer Tarnung und war 2019 an einem russischen Staatsprojekt beteiligt.
Ihre sozialen Medien zeigen eine klare Nähe zu russischen Akteuren – während ihre Unternehmen in der EU operieren.
Wie Veranstalter reagierten
Die Enthüllungen von SVT Verifierar trafen nicht nur das Publikum – auch die lokalen Veranstalter in Schweden reagierten erschüttert. Viele hatten Ballet of Ukraine mit guten Absichten gebucht, ohne den wahren Hintergrund zu kennen. Erst durch die Recherche wurden die Verflechtungen nach Russland öffentlich – mit weitreichenden Konsequenzen.
Per Welinder, Geschäftsführer von Visit Lund, wo die Tour am 5. Dezember 2024 startete, sagte gegenüber SVT:
„Wir sind genauso getäuscht worden wie das Publikum. Das ist scheiße – natürlich.“
Visit Lund hatte die gesamte Abwicklung übernommen: Buchung, Ticketverkauf und Marketing. Nun kündigte Welinder an, die internen Buchungsprozesse zu überarbeiten.
Auch andere Spielstätten äußerten sich deutlich:
Hugo Nylander (Storsjöteatern, Östersund) schrieb, es sei „sehr irreführend für alle Besucher:innen“, dass sich ein Ensemble als etwas ausgebe, das es nicht sei.
„Die Tragödie in der Ukraine auszunutzen, ist unglaublich kalt gemacht.“
Carl Ceder, Leiter von Folkets Hus Vänersborg, kündigte eine interne Überprüfung der Buchungsvorgänge an:
„Dass die Website des Veranstalters in Russland gehostet wird, hat erst nachträglich unsere Aufmerksamkeit geweckt.“
Christian Steingrüber, Kulturchef der Gemeinde Lerum, erklärte:
„Im Frühjahr 2024 gab es keinen Anlass, die Herkunft des Ensembles zu hinterfragen. Mit dem heutigen Wissen hätten wir kein Engagement vereinbart.“
Auch Sandvikens Folkets Hus und das Studio Acusticum in Piteå gaben an, von der Tarnung überrascht worden zu sein. In mehreren Statements lobten sie die journalistische Arbeit, die geholfen habe, solche Täuschungen künftig besser zu erkennen.
Der russische Veranstalter von Touring Actors hingegen tat alle Vorwürfe als „Schmutzkampagne“ ab – obwohl öffentlich sichtbare Inhalte und Belege das Gegenteil nahelegen.
Warnung aus Kiew – Diese Klontruppen sind kein Einzelfall
Die ukrainische Nationaloper in Kiew warnte bereits 2022 vor sogenannten Klonballetten, die unter falscher Identität auftreten. Bereits im Dezember 2022 veröffentlichte die Nationaloper der Ukraine eine öffentliche Warnung: Immer mehr sogenannte Klonballettkompanien touren durch Europa und geben sich fälschlich als ukrainische Ensembles aus. Ihre Namen – etwa Ballet of Ukraine, Heritage Ballet oder Grand Ukrainian Ballet – klingen authentisch, doch die Realität ist eine andere. In Wahrheit stehen hinter vielen dieser Gruppen russische Staatsbürger, mit teils direkten Verbindungen zu staatsnahen russischen Institutionen.
In einer offiziellen Stellungnahme schrieb die Oper:
„Diese Gruppen nutzen unseren Namen, während unser Land angegriffen wird. Es ist zutiefst zynisch.“
Auch die schwedische Zeitung Sydsvenskan griff das Thema auf. Unter dem Titel „Ukraine warnt vor Welle falscher Ballettkompanien in Europa“ berichtete sie über die systematische Täuschung von Veranstaltern und Publikum – und die Hilflosigkeit vieler Kulturbetriebe, die auf solche Tricks hereinfallen.
Die Forderung der Oper ist klar: Veranstalter in Europa müssen kritischer prüfen, mit wem sie Verträge schließen. Keines der genannten Ensembles ist offiziell akkreditiert oder staatlich ukrainisch legitimiert.
Pressesprecherin Lana Roxy bringt es unmissverständlich auf den Punkt:
„Sie nutzen unsere Notlage schamlos aus – und finanzieren damit womöglich sogar Putins Krieg.“
Auch andere „ukrainische“ Tourneen wurden in den letzten Monaten enttarnt – unter anderem „The Heritage Ballet“ und „Grand Ukrainian Ballet“. Muster: immer gleich. Russische Leitung, fragwürdige Zahlungskanäle, kein Bezug zur Ukraine – außer im Namen.
Auch gegen das „Grand Ukrainian Ballet“ formierte sich Widerstand
Eine Online-Petition mit über 600 Unterschriften forderte im Februar 2025 die Absage von Auftritten in Lund und Göteborg. Laut Recherchen von Sydsvenskan teilten sich deren Website dieselbe IP-Adresse mit „Royal Classical Entertainment“ – einem russischen Unternehmen. Der Verdacht: gezielte Täuschung des Publikums.
Technischer Beweis: Die Website kommt nicht aus der Ukraine
Auch die technische Analyse der Domain grandukrainianballet.com zeigt: Hinter der vermeintlich ukrainischen Ballettgruppe steckt keine ukrainische Infrastruktur.
Laut einem Netzwerkanalyse-Tool wird die Seite:
- von einem moldawischen Hosting-Anbieter betrieben (Tophost.md),
- unter einer russischsprachigen Konfiguration geführt,
- und nutzt eine IP-Adresse aus Chisinau – weit entfernt von Kiew.
Die Website grandukrainianballet.com wurde laut dem Analysetool Netcraft nicht in der Ukraine, sondern auf einem Server in Moldawien (Chișinău) gehostet. Der Hostinganbieter heißt TopHost, die Sprache der Seite war Russisch. Die IP-Adresse 195.178.106.195 gehört zu einem moldawischen Netzblock. Beim Aufruf war die Seite noch aktiv – inzwischen ist sie offline oder nur mit Login erreichbar.
Seit der Veröffentlichung kritischer Recherchen ist die Website grandukrainianballet.com nicht mehr erreichbar. Bis Anfang 2025 präsentierte sie sich als elegantes, professionelles Ensemble ukrainischer Herkunft – samt Tourneedaten und PR-Material.
Diese technischen Details belegen: Auch die digitale Identität des Ensembles ist falscher Flagge.
Was bleibt von „Ballet of Ukraine“?
Was nach außen wie ein künstlerischer Hoffnungsschimmer aus einem vom Krieg verwundeten Land wirkte, war in Wirklichkeit ein wohlkalkuliertes Täuschungsmanöver. Ballet of Ukraine ist kein authentisches ukrainisches Ensemble – weder strukturell noch personell. Die Recherchen zu Personalien, Zahlungsflüssen und Unternehmensverflechtungen zeigen eindeutig: Es handelt sich um ein Projekt mit engen Verbindungen nach Russland.
Hier wurde der Anschein eines ukrainischen Kulturbotschafters systematisch konstruiert – mit professionellem Marketing, bekannten Stücken und gefälschten Herkunftsnarrativen. Das Ziel: Emotionen auslösen, Vertrauen erschleichen, Einnahmen generieren – und womöglich auch russisches Kultursponsoring kaschieren.
Es ist ein Paradebeispiel dafür, wie Kultur zur geopolitischen Waffe wird: nicht mit Panzern, sondern mit Plakaten. Nicht mit Propaganda, sondern mit falscher Nostalgie. In einem Krieg, in dem Wahrheit und Täuschung zentrale Schlachtfelder sind, wurde hier die Bühne zur Frontlinie.
Und Europa? Veranstalter, Theaterhäuser, Kommunen – sie alle ließen sich täuschen, viele ohne es zu merken, manche vielleicht sogar wider besseres Wissen.
Ballet of Ukraine zeigt, wie leicht sich westliche Institutionen durch ein hübsches Plakat und den richtigen Namen blenden lassen – während im Hintergrund vielleicht jene profitieren, die genau diesen Krieg möglich machen.
Kultur als Tarnkappe – Ein globales Muster
Der Fall Ballet of Ukraine ist kein Einzelfall. In Putins Russland ist Kultur längst Teil der politischen Strategie geworden – nicht nur zur Imagepflege im Ausland, sondern auch zur Repression im Inland. Das zeigt sich exemplarisch am renommierten Bolschoi-Theater, das weiterhin Werke des regierungskritischen Choreographen Alexei Ratmansky aufführt – jedoch ohne ihn zu nennen. Gleichzeitig touren russische Kompanien wie das sogenannte Grand Ukrainian Ballet durch Europa und treten unter falscher Nationalität auf – mit nur wenigen tatsächlichen Ukrainern in ihren Reihen.
Ratmansky, der selbst enge familiäre und künstlerische Verbindungen zur Ukraine hat, spricht offen über die Gefahr solcher Kulturmanipulationen. Er fragt:
„Möchte man wirklich eine Eintrittskarte kaufen, um einen Künstler zu unterstützen, der seinerseits Putin und somit den Krieg unterstützt?“
Was als harmlose Ballettaufführung erscheint, kann also Teil einer größeren propagandistischen Kulisse sein – und das Publikum spielt unwissentlich mit.
🔎 So wurde recherchiert
Um herauszufinden, wer tatsächlich hinter dem Ensemble Ballet of Ukraine steckt, analysierte die Investigativredaktion von SVT Verifierar drei zentrale Akteure: das Tanzensemble selbst, das Booking-Unternehmen Touring Actors sowie das Zahlungsempfänger-Unternehmen Gutschwald AI Center in der Schweiz.
Dabei griff SVT auf eine Kombination aus Datenbankabfragen, Gesichtserkennung, Social-Media-Analysen und geleakten Informationen aus russischen und ukrainischen Quellen zurück. Ergebnis: Das angebliche Ensemble Ballet of Ukraine ist nicht in der ukrainischen Unternehmensdatenbank gelistet. Auch der angebliche Eigentümer taucht nirgendwo als aktiver Unternehmer in der Ukraine auf, sondern wurde identifiziert als Mann mit Ausbildung in Lwiw und Moskau, der heute eine Ballettschule in Deutschland betreibt – und früher Tanzlehrer bei einem russischen Ballettensemble war. Gleich mehrere Personen aus dessen Umfeld treten heute unter dem Namen Ballet of Ukraine auf.
Zusätzlich konnte SVT belegen, dass das norwegische Eventunternehmen Touring Actors von einem russischen Unternehmer geführt wird, der in Russland steuerpflichtig ist und bereits ein Ballettunternehmen in Sankt Petersburg besaß. Sogar das Pressematerial des Ensembles war zuvor auf den Seiten eines russischen Balletts im Einsatz.
Die finanzielle Verbindung zur Schweiz führt zum „Gutschwald AI Center“, einem Unternehmen unter der Leitung eines Ex-Direktors der russischen Sberbank. Obwohl dieser gegenüber SVT angab, die Zahlungen aus Schweden seien „zur Begleichung einer Schuld“ erfolgt, konnten sechs von acht Veranstaltern bestätigen, direkt an dieses Unternehmen für Ballettaufführungen gezahlt zu haben.
Diese gründliche Recherche zeigt: Hinter dem vermeintlich ukrainischen Ensemble verbirgt sich ein dichtes Netz aus russischen Akteuren – personell, finanziell und strukturell.
Fazit zum Thema
Was wie kulturelle Solidarität mit der Ukraine erschien, entpuppte sich als professionell inszeniertes Ablenkungsmanöver mit klaren Verbindungen nach Russland. Unter dem Deckmantel von Kunst wurde gezielt Vertrauen erschlichen – mit möglicherweise finanziellen Vorteilen für Akteure, die auf der Seite des Aggressors stehen. Veranstalter und Publikum müssen wachsam bleiben: Der kulturelle Anschein darf nicht über wirtschaftliche und politische Realitäten hinwegtäuschen.
🛡️ Rechtlicher Hinweis: Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen beruhen auf öffentlich zugänglichen Recherchen, Medienberichten, offiziellen Stellungnahmen sowie Daten aus Firmen- und Domainregistern. Alle Angaben wurden mit größter journalistischer Sorgfalt geprüft. Sollten betroffene Personen oder Unternehmen gegenteilige Nachweise erbringen können, nehmen wir entsprechende Hinweise gerne entgegen. Die Nennung von Namen, Firmen und Strukturen erfolgt ausschließlich zur Aufklärung über mögliche Desinformationsstrukturen und erhebt keinen Anspruch auf strafrechtliche Bewertung.
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