Die Behauptung
Unbekannte sollen kleine Proben von Markenparfums in Briefkästen als Teil einer angeblichen „Neujahrsaktion“ hinterlassen. Diese Proben seien giftig, und schon wenige Atemzüge würden tödlich wirken.
Falsch
Die Behauptung ist vollkommen unbegründet und frei erfunden. Sie stammt ursprünglich aus dem Jahr 2001 und wurde seitdem in vielen Ländern und Sprachen verbreitet, stets in leicht abgewandelter Form. Weder wissenschaftlich noch praktisch ist das Szenario plausibel. Es gibt keinerlei dokumentierte Fälle, die diese Paniknachricht stützen.
Kurze Faktenübersicht
- Der Ursprung: Die Falschmeldung wurde erstmals 2001 nach den Terroranschlägen vom 11. September verbreitet.
- Wissenschaftlich unhaltbar: Die in der Nachricht behauptete Wirkung eines Giftes ist in der beschriebenen Form unrealistisch.
- Erneut widerlegt: Faktenchecker und Behörden in verschiedenen Ländern, darunter auch in Kasachstan, Estland und Deutschland, haben die Nachricht wiederholt untersucht und widerlegt.
Herkunft der Falschmeldung der vergifteten Parfumproben
Die Geschichte hat ihren Ursprung im Jahr 2001, als kurz nach den Anschlägen vom 11. September in den USA Kettenmails kursierten. Diese behaupteten, Terroristen würden giftige Parfumproben per Post verschicken, die sieben Frauen das Leben gekostet hätten. Der Text wurde über die Jahre mehrfach angepasst, um in neue Kontexte zu passen, und seit 2014 werden häufig Bilder von Parfumproben hinzugefügt, um der Geschichte Glaubwürdigkeit zu verleihen.

In der aktuellen Version fehlt ein konkreter Bezug zu Ort oder Zeit, was ebenfalls typisch für solche Desinformationen ist. Die Nachricht verbreitet sich derzeit besonders stark in WhatsApp- und Telegram-Gruppen sowie auf Plattformen wie Facebook. Auch in den deutschsprachigen Raum ist die Meldung nun eingedrungen, wo sie vor allem in Chatgruppen weitergeleitet wird.
Der genaue Wortlaut der Nachricht lautet:
“Бросают в почтовые ящики маленькие пробники духов известных брендов. Типа новогодняя акция. Открывать их и нюхать нельзя. Несколько вдохов приводит к летальному исходу.
Предупредите своих близких и знакомых.”„Jemand wirft kleine Proben von Markenparfums in Briefkästen. Angeblich eine Neujahrsaktion. Öffnen und daran riechen sollte man nicht. Nach wenigen Atemzügen kommt es zum tödlichen Ausgang. Warnt eure Freunde und Familie.“
Die aktuelle deutsche Version lautet hingegen (sic!):
„Solche kleine Parfümproben berühmter Marken werden in die Briefkästen eingeworfen, wie eine Neujahrsaktion! Man darf sie nicht öffnen und daran riechen. Ein paar Atemzüge sind tödlich! Warnen Sie Ihre Lieben und Freunde!“
Warum die Behauptung der vergifteten Parfumproben falsch ist
1. Wissenschaftlich nicht plausibel
Die Behauptung, dass wenige Atemzüge einer Parfumprobe tödlich wirken können, ist unhaltbar. Es gibt nur wenige Substanzen, die in winzigen Mengen sofort tödlich sind, und diese sind weder leicht herzustellen noch einfach zu verteilen. Zudem wäre die Konzentration in einer Parfumprobe viel zu gering, um solche Wirkungen auszulösen.
2. Keine dokumentierten Fälle
Weltweit wurde kein einziger Vorfall registriert, der der beschriebenen Situation entspricht. Wären die Behauptungen wahr, hätten Medien und Behörden längst darüber berichtet.
3. Muster klassischer Desinformation
Wie estnische Experten betonen, trägt die Nachricht alle Merkmale typischer Desinformation:
- Sie enthält keine konkreten Beweise.
- Es fehlt eine verlässliche Quelle.
- Sie nennt weder ein Land noch eine Region, wo die Vorfälle angeblich passiert sind.
Reaktionen in verschiedenen Ländern
Die Paniknachricht tauchte in den letzten Jahren immer wieder in unterschiedlichen Ländern auf:
- Kasachstan: Die Behörden bestätigten, dass es sich um einen Fake handelt, der bereits früher kursierte.
- Estland: Die Polizei warnte vor der Nachricht und riet zur kritischen Prüfung von Informationen.
- Deutschland und Österreich: Die Nachricht hat mittlerweile auch deutschsprachige WhatsApp-Gruppen erreicht.
Wie schützt man sich vor solchen Fakes?
- Nachweise prüfen: Gibt es Belege, die die Behauptung stützen?
- Offizielle Quellen konsultieren: Hat eine Behörde oder ein glaubwürdiges Medium die Warnung bestätigt?
- Nachdenken vor dem Teilen: Verbreiten Sie Nachrichten nur, wenn sie nachweislich seriös sind.
Zusammenfassung
Die Warnung vor vergifteten Parfumproben ist ein altbekannter Fake, der nun erneut Panik verbreitet. Wissenschaftlich unplausibel und ohne jegliche Beweise bleibt diese Geschichte das, was sie schon immer war: ein Beispiel für die Gefahren von Desinformation.
Unser Appell: Bewahren Sie einen kühlen Kopf und prüfen Sie die Quellen solcher Nachrichten kritisch. Vermeiden Sie es, Falschmeldungen weiterzuverbreiten – sie stiften nur Angst und Unsicherheit.
Quelle:
„Fake über vergiftete Parfums in Briefkästen verbreitet sich im Netz“.
Erschienen auf der Website von Factcheck.kz , einer Faktenprüfungsplattform aus Kasachstan.
Link zur Quelle
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