Die Behauptung
Die Aufnahme mit Tobi Beck und Jim Baird belege, dass Donald Trump und seine Regierung gezielt Wahlen manipulieren.
Aufgestellt von: https://www.the-independent.com/news/world/americas/us-politics/midterms-2018/midterms-elections-video-voting-machine-malfunction-indiana-democrat-republican-a8621101.html
Irreführend
Der Manipulationsvorwurf ist irreführend. Die fehlerhafte Auswahl am Bildschirm ist im Video tatsächlich zu sehen. Die Aufnahme wurde bereits 2018 veröffentlicht; eine gezielte Manipulation durch Trump oder seine Regierung ist damit nicht nachgewiesen.
Ein Wähler tippt auf die Demokratin Tobi Beck, doch auf dem Bildschirm wird zunächst der Republikaner Jim Baird markiert. Dieser Fehler ist im verbreiteten Video tatsächlich zu sehen. Bereits im November 2018 berichtete The Independent über die Aufnahme aus Indiana.
Everything that fat son of a b!tch Trump and his administration of pedoph!le protectors have said or accused the Democrats of was nothing but a confession. They rig elections because it’s the only way for them to stay in power. I really hope that voter turnout will be so high that it will be impossible for them to rig this election
— TheFrenchie (@ML3democrats) October 22, 2026
Auf X wird der Clip nun mit dem Vorwurf verbreitet, Donald Trump und seine Regierung manipulierten Wahlen, um an der Macht zu bleiben. Dafür liefert die Aufnahme keinen Beleg: Sie zeigt die falsche Auswahl am Bildschirm, lässt aber deren Ursache und eine mögliche Absicht nicht erkennen. Unsere Bewertung „irreführend“ bezieht sich auf diesen Manipulationsvorwurf. Der sichtbare Fehler an der Wahlmaschine wird damit nicht bestritten.
Am Ende lässt sich Tobi Beck auswählen
Das Kreuz erscheint mehrfach bei Baird, dessen Name oberhalb von Beck steht. Der Wähler kann die falsche Auswahl wieder entfernen. Als er weiter unten auf den Bildschirm tippt, gelingt es ihm schließlich, Beck auszuwählen. Dieser Ablauf passt zur Beschreibung des Videos im damaligen Bericht des Independent. Der Mann erklärte dem Medium, in diesem Bereich des Bildschirms sei jeweils die Person oberhalb seiner gewünschten Auswahl markiert worden. Er habe den Vorgang aufgenommen, um ihn den Wahlhelfern zu zeigen.
Gegenüber dem Independent betonte der Filmende auch, dass er mit der Veröffentlichung keine böswillige Absicht oder Wahlbetrug unterstellen wollte. Seine Sorge galt der Zuverlässigkeit der Stimmabgabe. Die Aufnahme endet, ohne die endgültige Stimmabgabe oder die spätere Auszählung zu zeigen. Wie die Stimme letztlich gezählt wurde, lässt sich daraus nicht feststellen.
Schon damals gab es Beschwerden über die Touchscreens
Bereits bei der vorzeitigen Stimmabgabe in West Lafayette hatten sich Wähler über vergleichbare Probleme beschwert. Ein bei The Voting News wiedergegebener Bericht des Journal & Courier schilderte, dass beim Antippen demokratischer Kandidaten republikanische Kandidaten markiert worden seien. Die zuständige County Clerk Christa Coffey kündigte daraufhin an, die Kalibrierung der Geräte überprüfen zu lassen. Gemeint ist die Abstimmung zwischen der berührten Stelle und dem Punkt, den der Bildschirm als Eingabe erkennt. Das war eine damals diskutierte technische Erklärung; die genaue Ursache des Geräts im vorliegenden Clip ist durch diese Berichte allein nicht abschließend nachgewiesen.
Die damals eingesetzten Geräte wurden später ersetzt. Die Purdue University berichtete im Mai 2022, Tippecanoe County habe 2021 neue Wahlmaschinen gekauft und damit die seit 2006 verwendeten Geräte abgelöst. Der alte Clip erlaubt deshalb auch keine Aussage darüber, wie die heute dort eingesetzten Maschinen funktionieren.
Quellen
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