- Verbraucher:innen können Weidemilch nicht unbedingt am Produktnamen erkennen.
- Die Aussagen zur Weidedauer waren unterschiedlich, manchmal schwammig formuliert oder fehlten ganz.
- Die Herkunft der Milch ist für Verbraucher:innen kaum nachzuvollziehen. Der Einkauf regionaler Milch wird dadurch erschwert. Von einer „lückenlosen Rückverfolgbarkeit“ ist die Weidemilch noch weit entfernt.
Verbraucher:innen treffen im Handel auf eine Vielzahl an Frischmilch, auf der mit Weidehaltung geworben wird oder bei denen Hinweise dies vermuten lassen. Erschwerend kommt hinzu, dass der Begriff „Weide (-haltung“) gesetzlich gar nicht definiert ist. Eine Vielzahl an privatwirtschaftlichen Siegeln bedeutet, dass vor dem Einkauf erst einmal recherchiert werden muss.
Besonders bei Milch besteht der Wunsch nach regionalen Produkten. Da im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern Milchkühe auf der Weide nicht zum alltäglichen Bild zählen, stellt sich für Verbraucher:innen hier die Frage, wo die im Handel erhältliche Weidemilch herkommt.
Weidemilch nicht immer am Produktnamen erkennbar
Von 20 Produkten, die sich als Weidemilch erwiesen, trugen neun den Begriff „Weide“ im Produktnamen, viermal wurde die Weidenutzung ausschließlich in Informationstexten auf der Verpackung erwähnt. Besonders verwirrend für Verbraucher:innen war: nur bei der Hälfte der Bio-Produkte wurde die Weide im Produktnamen oder im Text erwähnt.
Unterschiedliche Aussagen zur Weidedauer verwirren
Aussagen zur Weidedauer waren in den Informationstexten auf der Verpackung zu finden. Auf sechs Erzeugnissen wurde die Weidedauer „mindestens 120 Tage für 6 Stunden“ garantiert. Viermal war die Aussage eher schwammig, sie lautete beispielsweise „mit Weidegang“ oder „viel Weidegang“.
Suche nach regional erzeugter Weidemilch schwierig
Siebzehnmal wurden Aussagen zur Herkunft der Milch gemacht, im Produktnamen, durch Informationstexte oder Siegel. Achtmal wurden der Norden bzw. Norddeutschland genannt. Es gab in Rostock aber auch Weidemilch „Regional aus dem Frankenland“ zu kaufen. Da eine Herkunftsangabe auf Frischmilch nicht vorgeschrieben ist, kann als beste Information nur das Identitätskennzeichen der abfüllenden Molkerei herhalten. Woher die Milch genau kommt, ist damit aber nicht geklärt.
Auf vier Produkten wurde für die Rückverfolgbarkeit ein QR-Code abgedruckt. Dieser führte bei der Recherche allerdings meist zu einem Umkreis um die Molkerei oder zu einer Gruppe von Milchbetrieben.
Siegelvielfalt trägt nicht immer zur Transparenz bei
Fast alle Produkte trugen ein bis fünf Siegel zur Haltung, Fütterung oder zum Tierwohl. Am häufigsten (15 Mal) wurde im Marktcheck das Siegel „Ohne Gentechnik“ gefunden. Dreimal wurde das ProWeideland-Siegel erfasst und zweimal das Pro-Planet-Label „Für mehr Tierwohl“, das einen ähnlichen Anspruch hat. Milch mit dem Tierschutzlabel des Deutschen Tierschutzbundes wurde fünfmal gefunden. Hier schreibt allerdings nur die Premiumstufe Weidegang im Sommer vor.
Informiertes Einkaufen ist bei Weidemilch nicht einfach:
- Es fehlt eine gesetzliche Definition für den Begriff Weidemilch.
- Die Öko-Verordnung bleibt bei der Weidedauer vage.
- Vor dem Einkauf sind aufwendige Recherchen nötig.
- Die Suche nach regional erzeugter Weidemilch bleibt schwierig.
- Die Hilfsmittel zur Rückverfolgbarkeit sind noch ausbaufähig.
- Eine Siegelvielfalt trägt nicht unbedingt zur Transparenz bei.
Quelle: Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern
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