Nutzer in Indien können ab sofort verdächtige Meldungen, Fotos und Videos prüfen lassen
Facebook-Tochter WhatsApp hat in Indien einen eigenen Service zur Faktenkontrolle gestartet, mit dem die grassierende Flut an Fake News im Land bekämpft werden soll.
Die geschätzten 200 Mio. indischen Nutzer des beliebten Messengers können demnach ab sofort eine speziell eingerichtete Hotline anrufen, um mögliche Gerüchte und Falschinformationen zu melden. Nach eingehender Prüfung erhalten sie dann eine Antwort, ob die betreffenden Inhalte wahr, falsch, irreführend, umstritten oder nicht einzuordnen sind.
Missinformationen erforschen
„Von heute an haben die Menschen in Indien die Möglichkeit, bestimmte ungesicherte Informationen oder Gerüchte, die sie bekommen haben, unter der Nummer +91-9643-000-888 an unsere Checkpoint Tipline zu melden“,
zitiert die indische Zeitung „The Hindu“ aus einem aktuellen WhatsApp-Statement. Diese sei in Zusammenarbeit mit dem heimischen Start-up PROTO entwickelt worden, um den Kampf gegen Fake News effektiver zu gestalten und die Verbreitung von Missinformationen in sozialen Medien zu erforschen.
„Wenn User verdächtige Inhalte an unsere Service-Hotline melden, wird das Verifizierungszentrum von PROTO versuchen zu klären, ob dieser Verdacht berechtigt ist und sie dann entsprechend informieren“,
schildern die Verantwortlichen bei der Messenger-App die geplante Vorgehensweise. Geprüft werden könnten nicht nur gepostete Textnachrichten, sondern auch Foto- und Videomaterial.
„Das Kontrollzentrum deckt zudem mit Hindi, Telugu, Bengali, Malayalam und Englisch auch mehrere Sprachen ab“,
so die Ankündigung.
Spitzenreiter bei Fake News
Dass WhatsApp sich gerade in Indien stärker gegen die Verbreitung von Falschinformationen einsetzen will, kommt nicht von ungefähr. Das Land ist schließlich nicht nur der größte und wichtigste Markt für den Messenger-Service, es gilt auch als absoluter Spitzenreiter, wenn es um das Thema Fake News geht.
Einer aktuellen Analyse von Microsoft zufolge haben nämlich schon 64 Prozent der Inder Erfahrung mit derartigen Inhalten machen müssen – das liegt deutlich über dem weltweiten Durchschnittswert von 57 Prozent (pressetext berichtete).
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