Falschmeldung: „Deutschland finanziert Programme, die Migranten beibringen, sich mit unseren Frauen zu verabreden und Sex zu haben“

Diese Behauptung ist komplett falsch. Es gibt keine staatlich finanzierten Programme in Deutschland, die Migranten beibringen, wie sie sich mit deutschen Frauen verabreden oder sexuelle Kontakte eingehen.

Die Behauptung

Es wird fälschlicherweise behauptet, dass Deutschland Programme finanziert, in denen Migranten lernen, sich mit deutschen Frauen zu verabreden und Sex zu haben. Weiterhin wird unterstellt, dass solche „Dating-Programme“ Schülerinnen mit Migranten über 30 Jahren zusammenbringen.

Aufgestellt von: Unbekannt

Faktencheck: Falsch

Diese Behauptung ist völlig falsch. Es gibt in Deutschland keine staatlich geförderten Programme, die Migranten beibringen, sich mit deutschen Frauen zu verabreden oder sexuelle Kontakte zu knüpfen. Der Ursprung dieser Falschmeldung scheint eine bewusste Fehlinterpretation der Website Zanzu.de zu sein, die Informationen zu sexueller und reproduktiver Gesundheit in verschiedenen Sprachen anbietet. Diese Plattform dient der Aufklärung und Gesundheitsberatung und richtet sich an alle Menschen in Deutschland, insbesondere an Migranten, um den Zugang zu wichtigen Gesundheitsinformationen zu erleichtern. Es gibt keine Hinweise darauf, dass Zanzu oder andere staatlich geförderte Programme solche „Rendezvous-Programme“ unterstützen oder fördern.

Kurzer Überblick über die Fakten:

  • Zanzu.de ist eine Plattform, die Informationen zur sexuellen und reproduktiven Gesundheit in 14 Sprachen anbietet.
  • Es gibt keine Programme, die Migranten vermitteln, wie sie sich mit deutschen Frauen verabreden oder sexuelle Kontakte knüpfen können.
  • Zanzu.de will Migranten und Menschen mit Sprachbarrieren über Gesundheitsthemen wie Verhütung, Schwangerschaft, sexuell übertragbare Krankheiten und die deutsche Gesetzgebung informieren.
  • Die Website dient in erster Linie als Informationsquelle für Beratungsstellen, Ärzte und Betroffene, um über Themen der sexuellen Gesundheit aufzuklären – nicht um Beziehungen oder Verabredungen zu vermitteln.

Bewertung: Falsch. Die Behauptung, es gäbe Programme, die speziell Migranten in Deutschland beibringen, wie man sich mit deutschen Frauen verabredet, entbehrt jeder Grundlage. Es handelt sich um eine irreführende und hetzerische Falschmeldung, die darauf abzielt, Ängste und Vorurteile zu schüren.

📖Wie beeinflussen Narrative die öffentliche Meinung? Antworten finden Sie im Leitfaden Narrative & Meinungsmache.

Was ist Zanzu.de eigentlich?

Die Plattform Zanzu.de bietet verständliche und anschauliche Informationen zur sexuellen und reproduktiven Gesundheit in 14 Sprachen. Sie wurde von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und der belgischen NGO Sensoa entwickelt, um Menschen mit Migrationshintergrund und geringen Deutschkenntnissen den Zugang zu Gesundheitsinformationen zu erleichtern. Die Themen reichen von Verhütung und Familienplanung bis hin zu Rechten und Gesetzen in Deutschland. Ziel ist es, allen Menschen – unabhängig von Herkunft und Geschlecht – eine bessere Gesundheitsaufklärung zu ermöglichen.

Fehlinterpretation: Warum die Behauptung falsch ist

Die Verbreitung der Falschmeldung, Zanzu.de oder andere staatliche Programme würden Migrantinnen und Migranten „beibringen“, wie sie deutsche Frauen daten oder mit ihnen Sex haben können, beruht auf einer bewussten Fehlinterpretation des Angebots der Plattform. Zanzu.de unterstützt oder fördert solche Programme nicht. Die Seite dient lediglich der Aufklärung über Gesundheitsthemen, die oft tabuisiert oder missverstanden werden. Zanzu hilft vor allem Ärzten und Beratern, mit Menschen, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind, über Gesundheitsthemen zu kommunizieren.

Hier 3 Beispiele der Behauptungen – die verwendeten Fotos stammen übrigens zum Teil aus dem Jahr 2015 (hier das Foto unten rechts)

Beispiel 1: Screenshot der Behauptung auf X
Beispiel 1: Screenshot der Behauptung auf X
Beispiel 2: Screenshot der Behauptung auf Facebook
Beispiel 2: Screenshot der Behauptung auf Facebook
Beispiel 3: Screenshot der Behauptung auf Facebook
Beispiel 3: Screenshot der Behauptung auf Facebook

Die Entstehung von Falschmeldungen

Falschmeldungen entstehen häufig durch die gezielte Verbreitung von Fehlinformationen, um Misstrauen gegenüber bestimmten Bevölkerungsgruppen, insbesondere Migranten, zu schüren. In diesem Fall wird der Zweck einer Gesundheitsplattform grotesk verzerrt, um ein Narrativ der Bedrohung und des sozialen „Austauschs“ zu schaffen – eine Strategie, die häufig von populistischen Gruppen verwendet wird.

Es ist wichtig zu betonen, dass die Darstellung einer „realistischen Vielfalt“ auf Zanzu.de, sei es in Bezug auf Hautfarbe, Körperform oder sexuelle Orientierung, eine bewusste Entscheidung ist, um die Vielfalt der Gesellschaft widerzuspiegeln und eine diskriminierungsfreie Aufklärung zu gewährleisten. Sie dient keinesfalls der Bevorzugung oder Benachteiligung einer bestimmten Bevölkerungsgruppe.

Gefährliche Folgen von Falschmeldungen

Falschmeldungen können schwerwiegende Folgen haben. Sie schüren unbegründete Ängste, Vorurteile und Hass gegenüber Migranten und tragen zur Verschärfung gesellschaftlicher Spannungen bei. Die gezielte Verbreitung solcher Desinformationen gefährdet nicht nur das gesellschaftliche Miteinander, sondern untergräbt auch das Vertrauen in wichtige staatliche Aufklärungs- und Gesundheitsprogramme, die allen Menschen nicht nur in Deutschland zugutekommen sollen.

Fazit

Die Behauptung, Deutschland finanziere Programme, in denen Migranten lernen, sich mit deutschen Frauen zu verabreden, ist falsch und beruht auf einer gezielten Fehlinterpretation von Aufklärungsprojekten wie Zanzu.de. Die Plattform Zanzu bietet lediglich Informationen zur sexuellen Gesundheit an, um allen Menschen in Deutschland, insbesondere Migranten, die der deutschen Sprache nicht ausreichend mächtig sind, den Zugang zu wichtigen Gesundheitsressourcen zu ermöglichen. Ziel solcher Programme ist die Verbesserung der Gesundheitsaufklärung, nicht die Förderung von Beziehungen oder sexuellen Kontakten.

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Um das Vertrauen in wichtige Aufklärungsprogramme und die soziale Harmonie zu erhalten, ist es wichtig, diese Falschmeldungen zu entlarven und die Fakten hervorzuheben.

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