Vier von fünf in Großbritannien auf mobilen Endgeräten installierte Zyklus-Apps teilen, vermutlich gegen Bezahlung, sensible personenbezogene Daten mit Werbetreibenden. Dazu gehören auch Zyklusdaten, Infos zur Empfängnisverhütung und wie oft die Nutzerin Sex hat. Kontaktdaten werden auch als Marketing-Kontaktlisten weiterverkauft, wie eine Untersuchung der Organisation for the Review of Care and Health Apps (ORCHA) (Hier) im Auftrag des NHS (Hier) zeigt.

Zyklus-Apps ermöglichen maßgeschneiderte Werbung

Experten kritisieren die „leichtfertige“ Behandlung sensibler persönlicher Informationen und warnen davor, dass die Gesundheitsdaten von Frauen verwendet werden könnten, um sie mit maßgeschneiderter Werbung anzusprechen. So stellte sich heraus, dass 21 der 25 analysierten Apps – 84 Prozent – zumindest einige Daten mit externen Dritten teilen, während 24 von 25 die Gesundheitsdaten der Benutzerinnen den App-Entwicklern zur Verfügung stellen. 70 Prozent derjenigen, die Daten mit Dritten teilen, tun dies zu Marketing-Zwecken, 40 Prozent für „Forschungszwecke“ und 40 Prozent zur Verbesserung der Apps.

Zyklus-Apps, also Perioden- und Fruchtbarkeits-Tracking-Apps sind in den vergangenen zehn Jahren immer beliebter geworden. Allein die in London ansässige App „Flo“ hat weltweit 200 Mio. Nutzer. Cycle Tracker machen den Großteil des boomenden „Femtech“-Marktes aus, der im Jahr 2020 rund 22 Mrd. Dollar umfasst hat und in fünf Jahren voraussichtlich 60 Mrd. Dollar wert sein wird.

Daten wertvoll für Unternehmen

„Diese Daten sind unglaublich wertvoll für Unternehmen mit einem direkten oder indirekten Interesse daran zu wissen, wer fruchtbar ist, wer schwanger ist und wer Fruchtbarkeitsprobleme haben könnte“, urteilt der britische Gesundheitstechnologieexperte und Allgemeinmediziner Marcus Baw. Es sei durchaus möglich, dass Unternehmen diese Art von Daten sogar nutzen, um Frauen mit Anzeigen, die Emotionen wecken, zu einem Zeitpunkt in ihrem Zyklus anzusprechen, zu dem sie auf Werbung leicht hereinfallen.

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Fatima Ahmed, Ärztin für Geburtshilfe und Gynäkologie sowie klinische Leiterin von ORCHA für die Gesundheit von Frauen, sagt: „Es ist alarmierend, dass einige dieser innovativen neuen Tools mit den sehr intimen Informationen von Frauen leichtfertig umzugehen scheinen.“

Quelle: Pressetext

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