Einen etwas anderen Weg, eine schnelle Internetleitung zu erhalten, ging der 90-jährige Aaron Epstein aus North Hollywood, Kalifornien. Er schaltete eine viertelseitige Anzeige im Wall Street Journal – das Highspeed-Update folgte.

Anzeige an CEO adressiert: In der Anzeige richtete sich der Pensionist direkt an John Starkey, den CEO seines Internetanbieters AT&T und nennt deren Versorgung North Hollywoods eine „riesige Enttäuschung“ und klagt die „schäbige Behandlung“ der Kunden an. Das Unternehmen selbst werbe damit, führend in elektronischer Kommunikation zu sein und North Hollywood mit einer Bandbreite von bis zu 100Mbit/s zu versorgen, leistete laut Epstein allerdings lediglich maximal drei Mbit/s.

10.000 Dollar Anzeige wegen mangelndem Kundenservice

Da er sich in Sozialen Medien nicht auskenne, machte Epstein seinem Ärger mit der Magazin-Anzeige Luft und ließ sich den ungewöhnlichen Schritt einiges kosten. Die Anzeige kostete ihn rund 10.000 US-Dollar, die er zu zahlen bereit war, um den Stein ins Rollen zu bringen. Zuvor habe er bereits vielfach mit Mitarbeitern von AT&T gesprochen und sei mit dem Hinweis darauf, dass das Netz sich derzeit im Ausbau befinde, immer wieder vertröstet worden.


Medienwirksames Vorgehen

Der Stein kam ins Rollen – und das medienwirksam. Nicht nur, dass seine Anzeige tatsächlich den AT&T-CEO erreichte, der 90-Jährige fand zudem Erwähnung in diversen Nachrichtensendungen, Zeitungsartikeln und sogar in der Late-Night-Show von Stephen Colbert. Die Folge: Epstein erhielt rund eine Woche später einen Glasfaseranschluss mit einer Bandbreite von 300 Mbit/s, obwohl er sich zwischenzeitlich sogar schon einem anderen Anbieter zugewandt hatte. Er wolle den Service der Anbieter nun vergleichen.

Glasfaseranschlüsse seien geplant gewesen

Ein Sprecher von AT&T teilte im Nachgang mit, dass eine Glasfaserleitung ohnehin bereits im Ort geplant gewesen sei und Epsteins Nachbarn teilweise schon mit einer schnelleren Leitung ausgestattet wurden. Der Zugang dazu solle im Laufe des Jahres auf die noch fehlenden Haushalte erweitert werden.

Hohe Preise und fehlende Konkurrenz

Ein Grundlegendes Problem in den USA liegt in teils schlecht ausgebauten Leitungen, nicht ausreichender Netzabdeckung und fehlender Konkurrenz auf dem Telekommarkt. Dies betrifft vor allem die ländlichen Gebiete, die teils noch über Kupfertelefonleitungen und keine oder nicht ausreichende Netze verfügen. Mangelnde Konkurrenz führt zu vergleichsweise sehr hohen Preisen und dazu, dass Kunden in manchen Gegenden auf die Versorgung nur eines Anbieters angewiesen sind. Verbesserungsversuche durch regionale Projekte oder Initiativen, wie Google Fiber oder MVNOs waren bisher nur bedingt erfolgreich.

Quellen:
90-Jähriger schaltete Anzeige für 10.000 Dollar, um endlich schnelles Internet zu bekommen – Webmix – derStandard.at › Web
AT&T scrambles to install fiber for 90-year-old after his viral WSJ ad | Ars Technica
(19) Raju Narisetti auf Twitter: „I mean how upset one must be, over slow home internet speeds, to pay for a personal quarter-page national ad in print @WSJ https://t.co/Zk9umKD0t1“ / Twitter
Gastautorin: Annika Hommer von “Irgendwas Mit Schreiben


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