Das Vertrauen in die Lebensmittelindustrie ist nicht gerade groß. Doch sind die Erkenntnisse in diesem Video wirklich so „schockierend“?
Faktencheck: Mit Jod erkennt man gesundheitsschädliche Mayonnaise. Dass Verbraucher vielen Lebensmitteln nicht trauen, ist verständlich. So manche Seite berichtet oft alarmistisch über Gifte in der Nahrung. Ein Video soll nun demonstrieren, wie mit einfachen Methoden festgestellt werden kann, dass Lebensmittel manipuliert wurden.
Zeigen diese einfachen Methoden wirklich das, was behauptet wird?
In dem Video werden zwei Sorten Mayonnaise mit Jod beträufelt und damit vermischt. Die linke Mayonnaise verfärbt sich daraufhin stark – angeblich ein Anzeichen dafür, dass sie gesundheitsschädlich ist.
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Mit Jod (oder Iod) kann man Stärke in Lebensmitteln nachweisen – das kennen manche vielleicht noch aus dem Chemieunterricht. Unter Stärke in Lebensmitteln versteht man einen Mehrfachzucker (Polysaccharid bzw. Kohlenhydrat), der aus langen Ketten von Traubenzucker besteht. Stärke findet sich in vielen Lebensmitteln in natürlicher Form, beispielsweise in Kartoffeln, Backwaren, Reis- und Getreideprodukten.
Die klassische Mayonnaise besteht nur aus Eigelb, Gewürzen und Öl. Industriell hergestellte Mayonnaise (insbesondere die fettarme Variante) enthält zusätzlich als Dickungsmittel unter anderem Gelatine, Pektin, Agar Agar (kennt man auch aus dem Chemieunterricht) – und eben Stärke.
Ist diese Stärke nun also gesundheitsschädlich?
Nein! Stärke findet sich in unzähligen Lebensmitteln, auch und gerade in fettarmer Mayonnaise. Der Grund ist simpel: Echte Mayonnaise ist normalerweise sehr kalorienhaltig und hat einen Fettgehalt von mindestens 80%, Salatmayonnaise und Remoulade haben mindestens 50%. Bei fettarmer Mayonnaise fehlt jedoch ein Großteil des Fettes, weswegen u.a. Stärke als Dickungsmittel dient. Diese Stärke ist jedoch nicht gesundheitsschädlich, weder in Mayonnaise noch in allen anderen Lebensmitteln, in denen sie vorkommt.
Die Behauptung „Mit Jod erkennt man gesundheitsschädliche Mayonnaise“ ist falsch.
Die Färbung entsteht durch die Stärke, welche nicht gesundheitsschädlich ist.
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Artikelbild: Shutterstock / Von Andrey Starostin
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