Nach Hanau: Kriminalpsychologin wehrt sich gegen politische Falschinterpretation
Die politische Instrumentalisierung von Aussagen zur Hanau-Tragödie sorgt für Kontroversen. Lydia Benecke erklärt die Missinterpretationen auf Mimikama
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Die Kriminalpsychologin Lydia Benecke wehrt sich gegen die politische Instrumentalisierung ihrer Aussagen über den Hanau-Attentäter in einem TV-Interview seitens der AfD.
Warum sich die Kriminalpsychologin wehrt, in der Zusammenfassung:
Lydia Benecke analysierte in einem TV-Interview den Attentäter von Hanau. Der Länge geschuldet kamen darin keine Angaben bzgl. nationalistisch-rassistischer Ideologie vor. Das wird in ihren Augen nun politisch motiviert bewusst missinterpretiert.
Lydia Benecke sieht eine bewusste politische Falschinterpretation. Anlass dazu ist ein Interview, welches sie gegenüber RTL gab (siehe hier). In diesem Interview äußerte sie sich zu der Psyche des Todesschützen von Hanau.
Was zeit- und fragebedingt darin nicht vorkommt, sind ihre Aussagen bezüglich des gestörten Weltbilds des Täters und der nationalistisch-rassistischen Ideologie. Die Kriminalpsychologin erwähnte uns gegenüber, dass RTL hierfür separat einen Terrorismusexperten befragt hat. Diesen Beitrag findet man wiederum hier.
Betrachtet man beide Interviews gemeinsam, wird der Zusammenhang deutlich. Insofern stehen ihrer Ansicht nach das Interview und ihre Aussagen ohne, bzw. mit lediglich einem sehr knappen Verweis auf nationalistisch-rassistischen Ideologien da, was wiederum in ihren Augen dazu führt, dass dieses Interview für ein politisches Framing und die bewusst falsche Interpretation genutzt wird. Auf Facebook wird Benecke deutlich:
Natürlich ist der AfD bewusst, dass ihre Dauerhetze ein relevanter Faktor sein kann, der bei einigen psychisch instabilen oder sogar schwerer erkrankten Menschen eine emotionale und gedankliche Verstärkung von Aggressionen bewirken und diesen dann auch eine entsprechend politisch motivierte Richtung geben kann. Eine solche Entwicklung kann auf unterschiedliche Art und vom Einzelfall abhängig ausagiert werden. Häufig bleibt es bei den systematisch von der AfD provozierten, verbalaggressiven Entgleisungen im Internet. Doch in manchen Fällen bleibt es leider nicht dabei. Selbstverständlich kann ein solcher Prozess einen relevanten Faktor, einen Trigger (also Auslösereiz), für auch körperlich gewalttätiges Verhalten darstellen. Ich wage stark zu bezweifeln, dass dies den höheren AfD-Vertretern nicht bewusst ist.
***Daher ist es auch lächerlich, ein merklich verkürztes RTL-Interview von mir als Rechtfertigung für die Hassindustrie der AfD und fehlende Verantwortungsübernahme seitens dieser angesichts der aktuellen Ereignisse, nutzen zu wollen.***
Diese Leute können und / oder wollen eben nicht mit der Komplexität von Sachverhalten umgehen, geschweige denn Verantwortung für die von ihnen aktiv herbeigeführten Effekte übernehmen, das stünde ja auch diametral entgegengesetzt zu ihrem dichotomen, von Sündenböcken geprägten Weltbild.
Kriminalpsychologin: Täter für rassistische Ideologie empfänglich
In anderen Interviews wird die Erklärung der Kriminalpsychologin deutlich. Auf „Der Westen“ beschreibt sie, wie sein Wahn und der Narzissmus ihn für die rassistische Ideologie empfänglich gemacht haben:
Er teilt die Welt in gute und böse Mächte ein. Ausländer verkörpern für ihn böse Bedrohungen. In der nationalen, rassistischen Ideologie findet er für sich etwas, um seine Wahrheit zu rechtfertigen, die Ideologie bietet ihm eine intellektuelle Art und Weise sich zu rechtfertigen.
Benecke geht insofern deutlich davon aus, dass es Parteifunktionären durchaus bewusst ist, wie sehr Hasspostings und tendenziöse Aussagen manipulativ auf Menschen wirken und die Hemmschwelle zu Bluttaten senken können.
Andre Wolf ist Kommunikationsexperte und Pressesprecher von Mimikama,
Österreichs führender Faktencheck-Organisation. Er vertritt Mimikama
in Medienauftritten und leitet Workshops zu Medienkompetenz und
der Erkennung von Desinformation.
Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum. Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG). Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein. (Mehr zur Arbeitsweise)
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