Sharepic „Internetzensur Deutschland vs. Nordkorea“ – der Faktencheck
Erfahren Sie die Wahrheit über Internetzensur in Deutschland und Nordkorea. Mimikama klärt Falschinformationen auf und bietet fundierte Fakten zum Thema
Deutschland soll laut einem Sharepic Nordkorea in Sachen Internetzensur überholt haben. Die Aufrechnung geht so jedoch nicht ganz auf.
Internetzensur Deutschland vs. Nordkorea
Ein Sharepic behauptet, Deutschland habe mehr YouTube-Videos gesperrt und Bücher auf den Index gesetzt, als Nordkorea.
Die Behauptung ist an den Haaren herbeigezogen.
Es geht dabei um folgendes Sharepic, das immer wieder auf Social Media neu geteilt wird:
Screenshot des angefragten Sharepic auf Facebook
Wussten Sie eigentlich:
„In Deutschland sind mehr als 6000 YouTube-Videos aufgrund der aktuellen Gesetzgebung gesperrt, sowie über 900 Bücher stehen auf dem Index.
Dadurch hat Deutschland still und heimlich Nordkorea im Eiltempo abgehängt und steht weltweit in der Internetzensur auf Platz 1.“
Und jetzt alle: „Eine Zensur findet nicht statt.“ (Art. 5 (1) Grundgesetz)
Doch auch im letzten Jahr war diese Art der Behauptung nicht neu. So kursierte davor ein ähnliches Sharepic, das wir ebenfalls geprüft hatten. Das Ergebnis:
Nordkorea ist weitgehend vom globalen Internet sowie unabhängigen ausländischen Nachrichtenquellen abgeschottet, Staatsbedienstete genießen Sonderrechte. Es existiert ein einziger Mobilfunkanbieter, allerdings sind sowohl Auslandsgespräche als auch die mobile Nutzung des Internets und die Anfertigung von Videoaufnahmen verboten. Die „Ausstrahlungskriterien“ des einzigen Fernsehsenders sind geradezu haarsträubend. So werden beispielsweise Spiele im Rahmen der Fußball-WM, die durch ein „feindliches“ Land gewonnen werden, nicht ausgestrahlt. [vergleiche]
Fazit:
Diese Behauptung ist schlicht und einfach an den Haaren herbeigezogen. Spätestens hier sollte jedem klar sein, dass es dem Verbreiter nicht um Fakten geht, sondern um bewusste Irreführung und Stimmungsmache.
Dabei geht es in Deutschland bei nicht öffentlich zugänglichen Medien häufig um jugendgefährdende Inhalte oder auch Urheberrechtsverletzungen, was rein gar nichts mit einer Zensur, sondern mit Jugendschutz und Lizenzrechten zu tun hat.
Unser gesamter Faktencheck zu diesem Sharepic und dem Vorwurf der Internetzensur inklusive der Erklärungen findest du in diesem Artikel:
Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum. Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG). Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein. (Mehr zur Arbeitsweise)
0 €: Faktenstimme mit Dienstags-Newsletter und kostenlosem Mitmach-Bereich. Ab 4 €: vollständiger Mimikama-Club. Die Mitgliedschaften laufen über Steady und sind jederzeit kündbar.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.