Was?! Heiko Maas soll es gewagt haben trotz Quarantäne in den Supermarkt zu gehen? Überführt wurde er angeblich von seiner verlorenen Kreditkarte.
Eine Frechheit, war diese vermeintliche Dreistigkeit des Ministers Heiko Maass für viele Facebook- und Twitternutzer*Innen. Blöd nur, die Anschuldigen sind vollkommen haltlos.
Ausgangspunkt der Aufregungen waren zwei in der „Berliner Zeitung“ erschienenen Artikel vom 23. September 2020 und vom 29. September 2020. Im ersteren wird gemeldet, dass Maas aufgrund einer Coronainfektion seines Personenschützers selbst in Quarantäne musste und im zweiten wird über seine verlorene und dann wiedergefundene Kreditkarte in einem Berliner Supermarkt berichtet.
Und tatsächlich war der Außenminister vom 23. September bis zum 04. Oktober in Quarantäne. Gebrochen hat er sie, um mal schnell in den Supermarkt zu flitzen, dennoch nicht.

Wie kam es zu der Falschmeldung?
Dem Artikel vom 29. September ging einen Tag zuvor ein Twitterpost des zuständigen Reporters voraus, in dem er einen Dankesbrief einer persönlichen Mitarbeiterin von Maas veröffentlichte (vergleiche).
Diese hatte sich für den Wiedererhalt der Kreditkarte und den Einsatz der Polizei bedankt. Was daraus aber nicht ersichtlich wird – und so ist es auch im Artikel vom 29. September der „Berliner Zeitung“ selbst – ist, wann der Außenminister seine Kreditkarte eigentlich verloren hat. Das war nämlich schon am 31. Juli, also fast zwei Monate vor der verordneten Quarantäne.
Die Berliner Polizei hat das Datum des eigentlichen Verlustes bereits am 01. Oktober gegenüber AFP bestätigt. Dennoch kursierte nun tagelang die Meldung im Netz, Maas sei ein Quarantänebrecher. Allerdings scheint es am Ende doch so, als gelten auch für den Minister die gleichen Regeln. Da haben sich einige wohl wieder einmal umsonst aufgeregt.
Die Coronatests, die Maas in dieser Zeit machen musste, waren übrigens beide negativ.
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