Gold- und Pelzankauf: Wie seriös sind diese Angebote tatsächlich?

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Immer häufiger tauchen in Wochenzeitungen und zwischen den Unmengen an Prospekten auffällige Flyer von angeblichen Gold- und Pelzkäufern auf. Diese bieten teils horrende Summen für alte Pelzmäntel und Goldwaren jeglicher Art an. Wie seriös diese Händler wirklich sind, hat der SWR-Marktcheck hinterfragt.

Hält die Werbung, was sie verspricht?

In den Werbeblättern werden hohe Summen für Pelze jeder Art und altes Gold geboten. Unkompliziert und schnell soll die Abwicklung der Geschäfte laufen. Diverse Händler bieten sogar an, direkt zu den Interessenten nach Hause zu kommen, um die Ware dort vor Ort zu prüfen und ein Angebot zu erstellen.

Doch seien Sie vorsichtig! Kein seriöser Händler würde je zum Kunden nach Hause kommen!

Die Pelzmäntel dienen jedoch lediglich als Vorwand. Das wahre Interesse des Händlers gilt dem Gold, welches er seinem Kunden zum Schleuderpreis abkaufen möchte.

Der SWR-Marktcheck hat einen dieser Händler unter dem Vorwand einer Erbschaft zu sich nach Hause geholt.

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Auch dieser Händler war nur am Gold interessiert und erstellte, nach der Prüfung der Ware auf Echtheit, ein erstes Angebot. Dieses lag jedoch 8.000 Euro unter dem geschätzten Wert des Experten. Ein Personalausweis oder sonstige Identitätsnachweise sind zur Abwicklung des Geschäftes nicht notwendig.

Betrügerisches Familienunternehmen

Wer genau hinschaut, dem wird auffallen, dass die Bilder, die die Flyer der Goldhändler zieren, auch auf Werbeblättern von anderen Händlern zu finden sind. Matthias Bauer von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg vermutet dahinter sogar ein größeres Netzwerk, einen Familienverband, mit der Aufgabe, Geschäfte schnell, unbürokratisch und ohne Möglichkeit auf einen Rückgriff des Verbrauchers abzuwickeln.

Warum funktioniert diese Masche überhaupt

Da die Preisgestaltung an sich nicht strafrechtlich angreifbar ist, können erst bei Verdacht auf eine tatsächliche Straftat Maßnahmen getroffen werden.

„Generell ist das Verbraucher- und Lauterkeitsrecht hinreichend flexibel, um neue Geschäftsmodelle und Verhaltensweisen wie die unten geschilderten Verkaufspraktiken zu erfassen. Das BMJ prüft im Rahmen seiner Zuständigkeit fortlaufend, ob Anpassungsbedarf besteht.“

Bundesministerium der Jusitz

Da die Ankäufer sich aber nicht ausweisen, ihre Identität verschleiern oder sogar fälschen, ist es noch schwieriger dagegen vorzugehen.

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Quelle: SWR-Marktcheck


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