Marktcheck Cold Brew Tee – abgekühlt statt heiß aufgebrüht

Im Sommer ein beliebtes Erfrischungsgetränk: Cold Brew Tee. Cold Brew Tee bezeichnet Tee, der kalt aufgegossen wird. Kinderleicht zubereitet, einfach die Teebeutel mit kaltem Wasser übergießen.

Autor: Susanne Breuer

Doch nicht jeder Tee eignet sich für diese Art der Zubereitung als Cold Brew Tee. Der Grund dafür: Keime. Die Verbraucherzentrale Bremen erklärt, auf was es ankommt.

Umfangreiches Angebot

Das Angebot auf dem Markt ist vielfältig: Die kalt aufgegossenen Tees gibt es in Pulverform, als Stick oder Teebeutel sowohl online als auch im Handel zu erwerben. Wilde Mischungen versprechen eine kalorienfreie und zuckerfreie Alternative zu herkömmlichen Erfrischungsgetränken. Den Geschmacksrichtungen sind keine Grenzen gesetzt: klassische Sorten wie Pfirsich und Zitrone ergänzen sich mit Wassermelone, Minze oder Kirsche.

„Manche Hersteller setzen Süßstoffe, Aromen oder auch Vitamine hinzu. Im Marktcheck hat die Verbraucherzentrale Bremen sieben Cold Brew Tees unter die Lupe genommen“.

Jasmin Scholz, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Bremen

Wie sicher sind kalt aufgegossene Tees? 

Gerade in den Sommermonaten werden vermehrt spezielle schwarze Tees, Kräuter- und Früchteteemischungen verschiedener Hersteller angeboten, die sich zum Kaltbrühen eignen. Diese Teemischungen werden durch ein Heißdampfverfahren behandelt, um den Keimgehalt zu senken. Daher sind sie teurer als normale Teebeutel. Die Bitterstoffe und Gerbstoffe lösen sich nur bei hohen Temperaturen. Somit schmeckt der Tee milder.

„Einige Hersteller weisen trotzdem darauf hin, dass diese Art der Teezubereitung nicht für Säuglinge und Kinder empfohlen wird, da Cold Brew Tees in der Regel auf schwarzen Tee basieren, der Koffein enthalten kann“.

Jasmin Scholz, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Bremen

Herkömmliche Kräuter- und Früchtetees müssen grundsätzlich mit sprudelnd kochendem Wasser aufgegossen werden. Der Grund: In manchen Fällen können sich Keime wie Bakterien, Hefen oder Schimmelpilze in den pflanzlichen Produkten befinden. Bei zu niedriger Temperatur des Wassers könnten keimbelastete Kräuter- oder Früchtetees für Säuglinge, kleine Kinder und Kranke zu einem Gesundheitsrisiko werden. Die Kräuter und Früchte werden nach der Ernte nur getrocknet, aber nicht mit Hitze behandelt. Abgekühlt sind diese aber als Eistee weiterverwendbar.

Cold Brew Tee ist nicht gleich Cold Brew Tee

Die sieben Fertigprodukte enthielten zwölf beziehungsweise 20 Beutel pro Packung und lagen preislich zwischen 2,50 Euro und neun Euro. Ein genauer Blick auf die Zutatenliste ist empfehlenswert. Ein Hersteller wirbt mit einem Pfirsich-Maracuja-Geschmack. Dabei stehen zahlreiche andere Früchte wie Äpfel oder Hagebutten an erster Stelle. Der Pfirsich- und Maracuja-Geschmack entfaltet sich durch ein Aroma und nicht durch den Einsatz echter Früchte. Bei der Verwendung der Bezeichnung „Geschmack“ sollten Verbraucher:innen demnach genauer hinschauen.

Eine weitere Marke enthält bei ihrer Pfirsichsorte 77 Prozent schwarzen Tee. Die Pfirsichfruchtstücke stehen auch hier ganz zum Schluss. Nur eines der sieben Produkte erhält zu 100 Prozent schwarzen Tee. Ohne Aromen, Süßstoffe oder Fruchtstücke. Die restlichen fünf Teesorten basierten auf aromatisierten Früchtetees.

Trinken nicht vergessen!

Ob nun Wasser, Cold Brew Tee, Fruchtschorlen oder abgekühlter Kräutertee: Das Trinken ist vor allem während der warmen Jahreszeit wichtig.

„Bevorzugen Sie dabei ungesüßte Getränke in Zimmertemperatur. Anderthalb bis zwei Liter Flüssigkeit sollten es täglich sein, um den Wasserhaushalt des Körpers im Gleichgewicht zu halten“.

Jasmin Scholz, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Bremen

An heißen Tagen oder bei großen Anstrengungen benötigt der Körper jedoch mehr:

„Je nach Körpergröße und Aktivität kann der Flüssigkeitsbedarf auf das Drei- bis Vierfache ansteigen“.

Jasmin Scholz, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Bremen

Wer zu wenig trinkt kann Kopfschmerzen, Schwindel, Vergesslichkeit oder Verwirrtheit bekommen.

Quelle: Verbraucherzentrale Bremen

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