Scholz wohnt Enthauptung bei? Postillon-Artikel wird missbraucht!

Faktencheck: Olaf Scholz wohnte keiner Enthauptung bei – das stammt aus einem satirischen Artikel von Mimikama. Falsch verbreitete Falschinformationen

Die Behauptung

Auf Social Media wird behauptet, Scholz sei bei seinem Besuch in Saudi-Arabien auch bei einer Enthauptung gewesen.

Faktencheck: Falsch

Der verbreitete Text und das manipulierte Foto stammen von einem Artikel der Satireseite „Der Postillon“.

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Natürlich wissen die meisten internetaffinen Leute, was der Postillon ist: Eine sehr bekannte Satireseite. Und als solche griffen sie den realen Besuch von Olaf Scholz in Saudi-Arabien auf (siehe HIER) und schrieben übertrieben satirisch, dass er auch einer Enthauptung beiwohnte (siehe HIER). Dies ist jedoch frei erfunden, gute Güte nochmal!

„Scholz war bei einer Enthauptung!“

Auch digitale Unruhestifter wissen um die Bekanntheit des Postillon, weshalb immer nur ein Screenshot ohne das Logo geteilt wird, geschweige denn ein Link zu dem Artikel!

Scholz bei einer Enthauptung?
Scholz bei einer Enthauptung?

Bei der Verbreitung kann man teilweise durchaus von böswilligen Falschbehauptungen ausgehen, da sogar der Text vom Postillon kopiert wurde – inklusive des Pseudokürzels der Nachrichtenagentur dpo, welches einfach nur „Der Postillon“ bedeutet.

Einen ähnlichen Artikel veröffentlichte der Postillon auch am 3. Februar 2016 (siehe HIER), bloß dass es damals Steinmeier war, der im exakt den gleichen Bild stand – was auch aufzeigt, dass das Foto ebenfalls geschickt gefälscht wurde. Und deshalb auch geglaubt wird.

Scholz wohnt Enthauptung bei? Postillon-Artikel wird missbraucht! – mimikama.org
1x Scholz, 1x Steinmeier – gleiche Situation, gleiches Bild

Das Originalfoto zeigt übrigens wirklich Steinmeier (siehe HIER), allerdings hat das echte Foto keine Blutspritzer an der Wand, außerdem schaut er sich da keine Enthauptung an, sondern sieht einen Mann beim Kehren.

Fazit

Es ist natürlich schwer, eine Satire zu erkennen, wenn das Logo des Urhebers böswillig entfernt wurde und auch kein Link geteilt wird.
Deshalb unser Tipp: Googelt doch einfach die Überschrift eines Artikels! Dann seht ihr oftmals gleich im ersten Ergebnis, woher er stammt (oder ob es ihn überhaupt gibt):

Tadaa, es steht beim Postillon!
Tadaa, es steht beim Postillon!

Nichts gegen euch, liebe Kollegen vom Postillon. Aber vielleicht solltet ihr noch Wasserzeichen auf eure Fotos setzen. Das erspart uns so manche Anfrage. 😉

Auch interessant: Julian Reichelt, Chefredakteur der Bild, hat am 13. Mai auf Twitter einen Artikel des Postillons geteilt. Dieser Tweet hat ihm nun eine besondere Aufmerksamkeit beschert.
– Wie der Postillon Julian Reichelt foppte


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