Die Behauptung
Facebook-Beiträge zeigen Steffi Graf in Schwarz-Weiß mit „Ruhe in Frieden“ und dem Satz „Vor 11 Minuten wurde Steffi Graf als … bestätigt“. Damit wird der Eindruck erweckt, die Tennislegende sei gestorben.
Aufgestellt von: Facebook-Gruppen (u. a. Rezeptgruppen und eine Gruppe zur Hundeerziehung)
Faktencheck: Falsch
Steffi Graf ist nicht gestorben. Ende September war sie beim Laver Cup in London zu Gast. Die Facebook-Beiträge deuten ihren Tod nur an und führen auf eine Werbeseite, auf der von einem Tod keine Rede ist.
Steffi Graf saß Ende September beim Laver Cup in London auf der Tribüne. Das ist ein Tennisturnier, bei dem ihr Mann Andre Agassi ein Team anführt. Die italienische Sportzeitung Gazzetta dello Sport berichtete am 26. September direkt aus der Halle und erwähnte Graf ausdrücklich. Auch andere Sportmedien schrieben über ihren Besuch, und Agassi zeigte auf Instagram ein Foto von ihr mit den Worten „My Angel“, also „Mein Engel“.
Trotzdem wird in Facebook-Gruppen ihr Tod angedeutet, vor allem in Gruppen für Rezepte. Wer diese Beiträge dort postet und auf welche Seiten sie noch führen, zeigen wir in unserer Recherche „Klickköder statt Kuchen“. Hier geht es um die Frage: Was ist dran an der Todesmeldung?
Was steht hinter dem Link?
Der Link führt auf eine Seite namens kochrezepte.techevs.com. Dort steht keine Todesnachricht. Es gibt nur einen kurzen Text über Grafs Karriere. Die Seite behauptet selbst gar nicht, dass Graf tot ist. Sie schreibt sogar, Graf sei 2026 wieder in den Nachrichten, weil sie neue Aufgaben übernommen habe. Dafür ist die Seite voller Werbung, und der kurze Text ist auf mehrere Seiten verteilt.
Auch das „Vor 11 Minuten“ stimmt nicht. Die Zeit läuft nicht mit, der Satz ist fest in der Seite gespeichert. Das zeigt ein Blick in den Quellcode, also in den Bauplan der Seite, den man im Browser anzeigen lassen kann.
Ist der Link gefährlich?
Wir haben keine falsche Facebook-Anmeldung gefunden. Die Seite fragt auch nicht nach Passwörtern oder Kreditkartendaten. Nach unserem Stand will sie also keine Daten stehlen, sondern Besucher für ihre Werbung. Das gilt aber nur für diesen Link. Andere Beiträge mit derselben Masche können auf gefährliche Seiten führen.
Interessant ist noch eine Einstellung der Seite: Sie hat Google gebeten, sie nicht in den Suchergebnissen zu zeigen. Wer nach Steffi Graf googelt, landet also nicht dort. Das spricht dafür, dass die Besucher über Beiträge wie jene auf Facebook kommen sollen.
Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
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(Mehr zur Arbeitsweise) Welche Quellen wir verwenden und was für uns kein Beleg ist, steht auf unserer Quellenseite.
