Fanta tötet Krebszellen? Falsch – was hinter der Trump-Erzählung steckt

Im Podcast „Triggered With Don Jr.“ schildert Mehmet Oz eine Szene mit Donald Trump. Die medizinische Aussage dahinter ist nicht belegt.

Die Behauptung

Im Podcast berichtet Mehmet Oz von Gesprächen mit Donald Trump über Softdrinks. Dabei wird Trump die Logik zugeschrieben, Diet Soda oder Fanta könnten Krebszellen zerstören, weil solche Getränke außerhalb des Körpers Pflanzen oder Gras schädigen würden.

Aufgestellt von: Mehmet Oz im Podcast: Triggered With Don Jr.

Falsch

Die Erzählung stammt aus einer Podcast-Anekdote und ist kein Beleg für eine medizinische Wirkung. Für Fanta, Cola oder Diet Soda gibt es keine wissenschaftlichen Hinweise, dass sie Krebszellen im Körper gezielt zerstören. Wer solche Aussagen in einem Podcast hört, erkennt oft sofort das Kuriose daran. Genau das macht sie anschlussfähig: Sie klingt einfach, bildhaft und bleibt hängen.

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Was im Podcast gesagt wurde

Ausgangspunkt ist ein Gespräch im Podcast „Triggered With Don Jr“. Dort erzählt Mehmet Oz von einer Begegnung mit Donald Trump. Oz ist in den USA als Arzt und früherer TV-Moderator bekannt. Mit Gesundheitsthemen wurde er populär, stand damit aber auch immer wieder in der Kritik.

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Nach Darstellung von Oz begründete Trump seinen Konsum von Diät-Limonade mit einer eigenen Logik. Oz formuliert es so:

„Dein Vater argumentiert, dass Diät-Limonade gut für ihn ist, weil sie Gras abtötet – wenn man sie darauf gießt – und deshalb müsse sie auch Krebszellen im Körper zerstören.“

Oz schildert außerdem eine Szene mit Fanta. In der Air Force One habe auf Trumps Schreibtisch eine Flasche Fanta gestanden. Laut Oz soll Trump dazu gesagt haben:

„Weißt du, das Zeug ist gut für mich, es tötet Krebszellen.“

Hinzu kommt eine weitere zugeschriebene Begründung. Laut Oz habe Trump Fanta für unproblematisch gehalten, weil sie angeblich „frisch gepresst“ sei.

Der entscheidende Punkt: Diese Sätze liegen nicht als direkte, überprüfbare Aussagen von Trump vor. Sie werden im Podcast von Oz wiedergegeben. Genau diese Distanz ist wichtig.

Was sich daran belegen lässt

Überprüfbar ist zunächst nur, dass Oz die Geschichte im Podcast so erzählt. Überprüfbar ist auch, dass mehrere Medien die Anekdote anschließend aufgegriffen haben.

Nicht belegt ist dagegen die medizinische Behauptung dahinter. Es gibt keine wissenschaftlichen Studien, die zeigen, dass Fanta, Cola oder Diät-Limonaden Krebszellen im menschlichen Körper gezielt zerstören.

Auch die Inhaltsstoffe geben das nicht her. Fanta besteht im Kern aus Wasser, Zucker und Orangensaft aus Konzentrat. Cola enthält Zucker oder Süßstoffe wie Aspartam. Keiner dieser Stoffe wird in der Medizin als Krebstherapie eingesetzt.

Beim Süßstoff Aspartam entsteht dabei schnell ein falscher Nebengedanke. Die IARC stuft ihn als „möglicherweise krebserregend“ ein. Das ist kein Hinweis auf eine heilende Wirkung. Eher im Gegenteil.

Wo die Logik bricht

Der Denkfehler lässt sich in einem Satz zeigen: Was draußen etwas schädigt, behandelt im Körper nicht automatisch Krebs.

Genau darauf baut die Erzählung auf. Ein Getränk greift Gras oder Pflanzen an. Also müsse es im Körper auch Krebszellen zerstören. Das klingt eingängig. Es funktioniert nur nicht.

Pflanzen sind keine Tumorzellen. Und der menschliche Körper ist kein Blumentopf. Stoffe werden verdaut, verdünnt, verstoffwechselt und im Organismus verteilt. Was außerhalb des Körpers sichtbar wirkt, lässt sich nicht einfach nach innen übertragen.

Ein Alltagsvergleich zeigt den Fehler sofort: Rohrreiniger löst Haare im Abfluss. Deshalb ist er noch lange kein Mittel gegen Tumoren. Die äußere Wirkung auf Pflanzen, Flecken oder Material sagt nichts über eine gezielte medizinische Wirkung im Körper aus.

Der entscheidende Punkt ist einfach: Nicht alles, was zerstört, hilft. Krebsbehandlung braucht kontrollierte, geprüfte und möglichst gezielte Wirkstoffe. Softdrinks erfüllen das nicht.

Auch das Argument, Fanta sei angeblich „frisch gepresst“, trägt nicht. Fanta ist ein industriell hergestellter Softdrink. Die Formulierung wirkt eher wie eine lockere Zuspitzung als wie eine belastbare Aussage.

Warum Trump Jr.s Reaktion nichts belegt

Donald Trump Jr. widerspricht der Logik im Podcast nicht direkt. Stattdessen verweist er auf Trumps Energie, Gedächtnis und Ausdauer.

Das klingt auf den ersten Blick wie ein Gegenargument. Ist es aber nicht. Die sichtbare Verfassung einer Person sagt nichts darüber aus, ob eine konkrete medizinische Behauptung stimmt.

Jemand kann fit wirken und trotzdem Unsinn über Ernährung erzählen. Das eine beweist das andere nicht. Fit wirken ist kein Wirksamkeitsnachweis.

Genau hier verschiebt sich die Diskussion. Plötzlich geht es nicht mehr um die Frage, ob Softdrinks Krebszellen zerstören können. Es geht um Trumps Auftreten. So bleiben falsche Behauptungen oft im Gespräch.

Warum sich solche Sätze so leicht verbreiten

Die Geschichte ist eingängig, weil sie sofort ein Bild erzeugt. Eine prominente Person. Eine Flasche auf dem Schreibtisch. Ein Satz, der absurd klingt und gerade deshalb hängen bleibt.

Hinzu kommt die einfache Logik. Was Gras zerstört, müsse auch Krebs angreifen. Solche Bilder wirken plausibel, weil sie komplizierte Medizin auf Alltagssprache herunterbrechen.

Genau darin liegt das Problem. Krebs ist kein Fleck, den man wegätzt. Und der Körper ist kein Ort, an dem ein aggressiver Stoff automatisch das Richtige trifft.

Deshalb verbreiten sich solche Erzählungen so schnell. Sie sind leicht zu merken, leicht zu teilen und schwer wieder aus dem Kopf zu bekommen. Ein guter Spruch ist noch kein guter Beleg.

Am Ende bleibt eine Podcast-Anekdote, keine medizinische Erkenntnis. Als Erzählung ist sie auffällig. Als Gesundheitsrat taugt sie nicht.

Cola, Fanta und Krebs: Häufige Fragen und Antworten

Töten Fanta oder Cola Krebszellen im Körper?

Nein. Es gibt keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass Fanta, Cola oder andere Softdrinks Krebszellen zerstören oder Krebs heilen können.

Kann Cola Krebs verhindern oder bekämpfen?

Nein. Cola hat keine nachgewiesene Wirkung gegen Krebs. Weder zur Vorbeugung noch zur Behandlung wird sie medizinisch eingesetzt.

Warum behaupten manche, Cola helfe gegen Krebs?

Solche Aussagen basieren oft auf falscher Alltagslogik oder kursierenden Internet-Behauptungen. Eine echte medizinische Grundlage gibt es dafür nicht.

Ist Fanta gesund wegen Orangensaft oder Vitamin C?

Fanta enthält nur einen geringen Anteil Orangensaft aus Konzentrat. Der Zuckergehalt ist deutlich höher, daher gilt sie nicht als gesundes Getränk.

Ist Aspartam in Cola krebserregend oder gefährlich?

Aspartam wird als möglicherweise krebserregend eingestuft, basierend auf begrenzten Hinweisen. Ein direkter Zusammenhang ist nicht eindeutig belegt.

Können Softdrinks Krebs auslösen oder fördern?

Ein direkter Zusammenhang ist nicht eindeutig nachgewiesen. Ein hoher Zuckerkonsum kann jedoch das Risiko für verschiedene Krankheiten erhöhen.

Gibt es Getränke, die Krebs heilen oder stoppen können?

Nein. Es gibt keine Getränke, die Krebs heilen. Medizinische Behandlungen sind notwendig und sollten nicht durch solche Mythen ersetzt werden.

Ist die Behauptung, Cola tötet Krebszellen, ein Fake?

Ja. Diese Behauptung ist falsch und basiert auf einer unbelegten Aussage, die sich im Internet verbreitet hat.

Quellen

NGO
World Health Organization (WHO)
14. Juli 2023
NGO
World Health Organization (WHO)
4. März 2015
NGO
National Cancer Institute
NGO
Cancer Research UK
NGO
World Cancer Research Fund
NGO
U.S. Food and Drug Administration (FDA)
NGO
National Library of Medicine
MEDIA
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Apple Podcasts
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