Wenn es um das Internet und die Suchmaschine geht, kann es wie eine doppelte Schneide Schwert sein. Sie bieten einerseits unendlich viele Möglichkeiten, andererseits aber bergen sie auch Gefahren – vor allem, wenn es um den Schutz der Privatsphäre geht. Google unternimmt nun einen weiteren Schritt, um seine Nutzer dabei zu unterstützen, private Informationen im Web aufzuspüren und löschen zu lassen. Wie das funktioniert und welche Features das beinhaltet, erfahren Sie in diesem Artikel.
Im digitalen Zeitalter ist der Schutz der Privatsphäre zu einem zentralen Thema geworden. Die Frage ist nicht mehr, ob man Informationen über sich preisgeben sollte, sondern wie man die Kontrolle darüber behält. Unfreiwillig im Netz veröffentlichte persönliche Details wie Telefonnummern oder Wohnadressen können unangenehme Folgen haben, angefangen bei unerwünschten Werbeanrufen bis hin zu ernsthaften Bedrohungen wie Identitätsdiebstahl. Google hat nun Tools eingeführt, die dabei helfen sollen, diese Kontrolle zurückzugewinnen.
Überwachung der persönlichen Daten mit Google
Ein neues Dashboard für mehr Kontrolle
Google hat kürzlich ein neues Feature vorgestellt, das sogenannte „Results about you“-Dashboard. Hiermit können Nutzer Google automatisiert nach ihren persönlichen Informationen im Netz suchen lassen. Neben der im Google-Konto hinterlegten Adresse werden auch nach E-Mail-Adresse und Telefonnummer gesucht. Finden sich dabei Übereinstimmungen, werden diese auf dem Dashboard angezeigt.
So bleibt es nicht nur bei der Aufdeckung, Nutzer haben auch die Möglichkeit, den entsprechenden Eintrag aus dem Google-Index löschen zu lassen. Zwar bleibt die Information auf der ursprünglichen Webseite bestehen, doch wird sie durch Google nicht mehr indiziert und ist somit schwerer auffindbar.
Um darauf zuzugreifen, öffnen Sie die Google App auf Android und iOS, tippen Sie auf Ihr Profilbild in der oberen rechten Ecke und suchen Sie im Menü nach “Results about you”. Sie können auch goo.gle/resultsaboutyou besuchen, wobei diese Funktion zuerst in US-Englisch verfügbar ist, bevor sie mehr Standorte und Sprachen unterstützt.
Zwei Services vereint
Das neue Dashboard von der Google-Suchmaschine ist eine Kombination aus zwei bestehenden Services. Einerseits beinhaltet es Elemente des „Rechts auf Vergessen“, das es Nutzern in der EU ermöglicht, bestimmte Suchergebnisse über sie zu löschen. Andererseits nutzt es Funktionen des „Dark Web Report“, den Google-One-Abonnenten in den USA zur Verfügung stellt. Letzterer durchforstet automatisiert Datenlecks und informiert den Nutzer, wenn seine privaten Daten auftauchen.
Verbesserter Schutz vor unerwünschter Verbreitung freizügiger Bilder
Safesearch-Update der Suchmaschine
Die „Safesearch“-Funktion von Google hat ebenfalls ein Update erhalten. Freizügige Bilder werden nun generell verschwommen dargestellt. Wer das nicht möchte, kann dieses Feature deaktivieren, sofern es nicht von einem Administrator bei Firmen- oder Kinderkonten untersagt ist. (Remove explicit or intimate personal images from Google – Google Search Help)
Bildentfernung auf Nutzeranfrage
Google geht noch einen Schritt weiter: Nutzer haben nun die Möglichkeit, die Entfernung freizügiger Bilder ihrer selbst aus der Google-Suchmaschine zu beantragen. Dies gilt auch dann, wenn Nutzer diese Bilder selbst einmal auf einer Plattform hochgeladen haben und sie später entfernen möchten, nur um festzustellen, dass sie bereits auf anderen Seiten geteilt wurden.
Wie bereits erwähnt, kann Google diese Bilder nicht von der ursprünglichen Website oder aus dem Index anderer Suchmaschinen entfernen. Aber dank der dominanten Stellung von Google im Suchmaschinenmarkt, wird dies dazu beitragen, dass Dritte weniger wahrscheinlich über diese Bilder stolpern.
Fazit: Die zunehmende Digitalisierung hat die Bedeutung des Datenschutzes in den Vordergrund gerückt. Google hat sich als Suchmaschine dieser Herausforderung gestellt und Nutzern Werkzeuge an die Hand gegeben, um ihre persönlichen Daten besser zu schützen und zu kontrollieren. Obwohl diese Tools keine absolute Sicherheit bieten können, sind sie ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Im endlosen Meer des Internets hat Google somit einen Leuchtturm für die Privatsphäre seiner Nutzer errichtet.
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