Die Behauptung
Ein Video zeigt angeblich den Sprecher des US-Außenministeriums, Matthew Miller, wie er sich zu Belgorod äußert und behauptet, es gebe dort keine Zivilisten mehr. Dieses Video soll beweisen, dass die USA Angriffe auf Belgorod unterstützen.
Falsch
Das Video ist eine Fälschung. Verschiedene Szenen wurden zusammengeschnitten und die Tonspur manipuliert. Eine solche Aussage hat es nie gegeben.
Gerüchte/Behauptungen zu Belgorod
Ein Video, das auf Facebook und anderen sozialen Medien kursiert, soll den Sprecher des US-Außenministeriums, Matthew Miller, zeigen, wie er behauptet, es gebe keine Zivilisten mehr in Belgorod. Dem Clip zufolge soll Miller gesagt haben, Belgorod sei voller militärischer Einrichtungen und die USA würden ihre Verbündeten bei allen Maßnahmen unterstützen.

Bewertung
Die Authentizität des Videos ist zweifelhaft. Schon die Unterschiede in der Kleidung von Matthew Miller und die unpassenden Lippenbewegungen im Video werfen Fragen auf. Ein Abgleich mit offiziellen Aufzeichnungen der US-Regierung zeigt, dass diese Aussagen nie gemacht wurden.
Die Fakten
- Manipuliertes Video: Im kursierenden Video trägt Miller zunächst ein weißes Hemd und eine dunkelblaue Krawatte, später ein hellblaues Hemd und eine lila Krawatte. Dies deutet auf einen Zusammenschnitt von zwei verschiedenen Videos hin.
- Offizielle Abschriften: Die offiziellen Transkripte des US-Außenministeriums enthalten keine derartigen Aussagen. Eine Suche nach dem Stichwort „Belgorod“ liefert keine Ergebnisse, die die angebliche Aussage bestätigen.
- Originalmaterial: Der Journalist aus dem Video stellte seine Frage tatsächlich auf einer Pressekonferenz am 9. Mai 2024 und bezog sich dabei auf den Gazastreifen, nicht auf Russland. Millers Antwort bezog sich auf die US-Politik gegenüber Israel, nicht auf Belgorod.
- Falsche Tonspur: Eine künstlich erzeugte Tonspur wurde über das Bildmaterial gelegt, um den Eindruck zu erwecken, Miller habe sich zu Belgorod geäußert.
- Bestätigung der Echtheit: Nach einem Bericht der „New York Times“ sprach Miller von „offensichtlichen Fälschungen“ und machte Russland für die Verbreitung verantwortlich. Russische Stellen, darunter die russische Botschaft in Südafrika, hatten das manipulierte Video in sozialen Medien geteilt.
Weiterführende Informationen
- Russische Desinformation: Die russische Regierung setzt regelmäßig auf Desinformation, um ihre politischen Ziele zu erreichen und die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Eine gängige Taktik ist die Verbreitung gefälschter Videos.
- Klarstellung: Die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass berichtete inzwischen, der Chef des Menschenrechtsrates beim russischen Präsidenten, Valery Fadeev, habe eingeräumt, dass das Video mit Matthew Miller eine Fälschung sei.
- Internationale Reaktionen: Offizielle Stellen in den USA und anderen Ländern haben wiederholt betont, dass solche Fälschungen Teil einer gezielten Kampagne sind, um das Vertrauen in westliche Regierungen zu untergraben.
- Technologie und Fälschungen: Der Einsatz künstlicher Intelligenz zur Erstellung gefälschter Video- und Audioaufnahmen stellt eine zunehmende Bedrohung dar. Die Fähigkeit, reale Szenen glaubwürdig zu manipulieren, erschwert die Unterscheidung zwischen Wahrheit und Fiktion.
Fazit
Die Behauptung, US-Regierungssprecher Matthew Miller habe gesagt, es gebe keine Zivilisten in Belgorod, ist nachweislich falsch. Das kursierende Video ist manipuliert und dient der Verbreitung von Desinformation. Solche Fälschungen sollen Misstrauen schüren und die öffentliche Meinung beeinflussen.
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Quelle: dpa-factchecking
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