Ein Artikel auf diversen, einschlägig bekannten Plattformen berichtet über eine Autopsie-Studie, die zunächst veröffentlicht, dann zurückgezogen und nach erneuter Prüfung durch Experten wieder veröffentlicht wurde. Die Studie bezieht sich auf „plötzliche und unerwartete“ Todesfälle nach COVID-19-Impfungen.
Wir haben einige der Behauptungen untersucht, hier unser Ergebnis:
1. Die Studie beweist, dass 74 % der Todesfälle durch die Impfung verursacht wurden.
Falsch. Die Autoren der Studie haben selbst eingeräumt, dass ihre Ergebnisse keinen Kausalnachweis liefern, sondern nur auf mögliche Zusammenhänge hinweisen. Methodische Einschränkungen, fehlende Daten und das Vorhandensein von Vorerkrankungen machen eine eindeutige Zuordnung unmöglich. Eine Kausalität zwischen Impfung und Tod wurde in keinem Fall nachgewiesen.
2. Zensur verhinderte frühere Veröffentlichung der Studie
Auch diese Behauptung ist haltlos. Die Studie wurde von zwei Fachzeitschriften abgelehnt – ein normaler Vorgang im wissenschaftlichen Publikationsprozess. Ablehnungen sind keine Zensur. Schließlich wurde die Arbeit in einer weniger renommierten Zeitschrift veröffentlicht, deren Peer-Review-Verfahren nicht den höchsten wissenschaftlichen Standards entspricht.
3. Autopsien zeigen „eindeutig“, dass Herztod und Herzmuskelentzündung durch die Impfung verursacht wurden.
Hier wird irreführend argumentiert. Die Studie beschreibt lediglich zeitliche Zusammenhänge und weist selbst darauf hin, dass weitere Faktoren – wie z.B. Vorerkrankungen – berücksichtigt werden müssen. Eindeutige Beweise für einen kausalen Zusammenhang gibt es nicht.
4. Renommierte Wissenschaftler garantieren die Seriosität der Studie.
Dies ist irreführend. Unter den Autoren der Studie befinden sich bekannte Kritiker der COVID-19-Impfung, darunter Dr. Peter McCullough, der wiederholt durch umstrittene und widerlegte Aussagen aufgefallen ist. Darüber hinaus haben einige Autoren Verbindungen zu impfkritischen Organisationen, was die Neutralität der Studie in Frage stellt.
5. Die meisten Todesfälle traten innerhalb einer Woche nach der Impfung auf.
Dies ist ein klassischer Trugschluss: Die Studie beschreibt eine zeitliche Nähe (Median: 3 Tage), aber das allein beweist noch keine Kausalität. Es ist bekannt, dass viele Faktoren – auch die natürliche Sterblichkeit – zeitlich mit der Impfung zusammenfallen können.
6. Die Studie fordert die Rücknahme von Impfstoffen
Dies ist falsch. Die Studie schlägt lediglich vor, dass weitere Untersuchungen notwendig sind. Die Autoren betonen, dass ihre Ergebnisse vorläufig sind und nicht als Grundlage für drastische Entscheidungen dienen sollten.
7. Impfstoffe sind gefährlicher als bisher angenommen.
Eine verzerrte Darstellung. Die Studie untersucht nur Fälle, bei denen bereits ein Zusammenhang mit der Impfung vermutet wurde. Sie ist weder repräsentativ noch geeignet, allgemeine Aussagen über die Sicherheit von Impfstoffen zu treffen. Wissenschaftliche Konsensusstudien bestätigen, dass COVID-19-Impfstoffe weltweit Millionen von Menschenleben gerettet haben.
Fazit
Die Behauptungen über die sogenannte „Autopsie-Studie“ zu COVID-19-Impfungen beruhen auf Übertreibungen und Fehlinterpretationen. Die Studie selbst ist methodisch eingeschränkt und liefert keine Beweise für kausale Zusammenhänge. Sie sollte als Teil eines größeren wissenschaftlichen Diskurses und nicht als endgültige Wahrheit betrachtet werden.
Die Studie unterstreicht auch die Bedeutung einer differenzierten Betrachtung von Impfnebenwirkungen, ohne die grundsätzliche Impfempfehlung in Frage zu stellen. Sie fordert, die Sicherheitsdaten kontinuierlich auszuwerten und schwerwiegende Nebenwirkungen weiter zu erforschen.
Quelle: A Systematic Review Of Autopsy Findings In Deaths After COVID-19 Vaccination – Science, Public Health Policy and the Law
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