Impf-Behauptung: Verdienen Ärzte 12.000 Euro monatlich durch Impfungen?

Ein angebliches „Demonstrationsgeld“ und hohe Gewinne: Was ist dran?

Die Behauptung

Ärzte verdienen monatlich bis zu 12.000 Euro zusätzlich durch Impfungen und erhalten 10 Euro „Demonstrationsgeld“ für Patienten, die sich verweigern.

Falsch

Diese Behauptung ist falsch. Es gibt weder ein „Demonstrationsgeld“ noch pauschale Zusatzeinnahmen von 12.000 Euro. Impfungen werden nach festgelegten Vergütungssätzen abgerechnet, die Kosten für Beratung und Infrastruktur mit einschließen.

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Was wird behauptet?

In sozialen Netzwerken kursiert die Aussage, Ärzte würden durch Impfungen bis zu 12.000 Euro monatlich zusätzlich verdienen. Zusätzlich sollen sie ein „Demonstrationsgeld“ von 10 Euro pro Patient erhalten, der eine Impfung verweigert. Diese Behauptungen zielen darauf ab, Misstrauen gegenüber dem medizinischen System zu säen und den Eindruck zu erwecken, Impfungen würden hauptsächlich aus Profitgründen durchgeführt.

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Screenshot der Behauptung
Screenshot der Behauptung

Was sind die Fakten?

  1. Vergütung für Impfungen: Ärzte erhalten für Impfungen eine festgelegte Vergütung pro Impfung. In Deutschland liegt diese in der Regel bei 8 bis 12 Euro (abhängig von Krankenkasse und Bundesland). Dies umfasst die Kosten für:
    • Beratungsgespräche mit Patienten
    • Lagerung der Impfstoffe
    • Durchführung und Dokumentation der Impfung
      Während der COVID-19-Pandemie galten höhere Sätze:
    • 28 Euro pro Impfung unter der Woche
    • 36 Euro an Wochenenden und Feiertagen
    • Hohe Einnahmen sind also theoretisch möglich, etwa bei einer sehr hohen Impfzahl (z. B. 200 Impfungen pro Tag), wie es während der Corona-Pandemie üblich war. Allerdings müssen Ärzte hiervon zusätzliche Kosten wie Personal, Organisation und Material decken. Ein Gewinn von 12.000 Euro monatlich ist daher keinesfalls garantiert oder pauschal.
  2. Gibt es ein „Demonstrationsgeld“? Die Behauptung, Ärzte erhielten 10 Euro, wenn ein Patient eine Impfung verweigert, ist frei erfunden. Es existiert keine gesetzliche oder vertragliche Regelung, die ein solches Honorar vorsieht. Diese Aussage entbehrt jeder Grundlage.
  3. Transparente Abrechnung: Alle Abrechnungen von Ärzten unterliegen strengen Kontrollen der Kassenärztlichen Vereinigungen und Krankenkassen. Jeder Leistungsanspruch muss nachgewiesen werden. Unregelmäßige Vergütungen oder erfundene Honorare sind nicht möglich.
  4. Motivation zur Impfung: Impfungen sind ein wichtiger Teil der Prävention im Gesundheitswesen. Ärzte haben die Verantwortung, die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen und Krankheiten vorzubeugen. Impfvergütungen decken die Kosten für Aufklärung und Durchführung, stellen aber keinen überproportionalen Gewinn dar.

Wie wurde geprüft?

  • Analyse der Abrechnungsmodalitäten für Impfleistungen durch die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV).
  • Vergleich von Vergütungssätzen aus verschiedenen Quellen, u. a. Krankenkassen und Ärzteverbände.
  • Prüfung von gesetzlichen Regelungen und offiziellen Aussagen zu angeblichen Honoraren wie dem „Demonstrationsgeld“.

Zuverlässige Informationen stammen aus offiziellen Stellen wie dem Robert Koch-Institut (RKI), der KBV und seriösen Medienberichten.

Warum ist das wichtig?

Solche Behauptungen können zu Misstrauen gegenüber Ärzten und Impfungen führen. Impfungen sind jedoch ein zentrales Instrument der Gesundheitsvorsorge. Falsche Informationen können Menschen verunsichern und dazu beitragen, dass wichtige Schutzimpfungen nicht wahrgenommen werden.

Fazit zum Thema

Die Behauptung, Ärzte würden monatlich 12.000 Euro durch Impfungen verdienen oder 10 Euro „Demonstrationsgeld“ erhalten, ist falsch. Impfungen werden nach festgelegten Honoraren vergütet, die die Kosten für Beratung und Durchführung abdecken. Es gibt keine pauschalen Zusatzgewinne oder Honorare für Impfverweigerungen. Solche Aussagen sind Desinformation, die das Vertrauen in Ärzte und Impfungen untergraben können.

Quellen:

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