Krieg in der Ukraine: Nicht nur regional, sondern landesweit

Russische Angriffe finden in fast allen Teilen des Landes statt, was die landesweite Gefährdung der Bevölkerung unterstreicht.

Die Behauptung

Der Krieg beschränke sich nur auf den Südosten der Ukraine und somit bestünde kein Grund für eine Flucht in „unsere Sozialsysteme“.

Falsch

Der Krieg in der Ukraine beschränkt sich nicht auf den Südosten. Die dokumentierten russischen Angriffe zeigen, dass die gesamte Ukraine betroffen ist. Die Behauptung des Sharepics ist eindeutig falsch.

Kurzer Faktenüberblick:

  • Fluchtbewegungen: Mehr als sechs Millionen Menschen haben die Ukraine seit Beginn der russischen Invasion verlassen.
  • Angriffe außerhalb des Südostens: Dokumentierte Angriffe, etwa in Lemberg und Kiew, belegen landesweite Kämpfe.
  • Rückkehrwille: Trotz der Gefahren wollen laut UNHCR-Umfragen viele Flüchtlinge zurückkehren, sobald es sicher ist.
→Wie wird Desinformation in Konflikten eingesetzt? Antworten finden Sie im Leitfaden Krieg & Konflikt-Desinformation.

Russische Angriffe treffen die ganze Ukraine

Seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine vor fast drei Jahren ist das gesamte Land von kriegerischen Handlungen betroffen. Obwohl die heftigsten Kämpfe entlang der Frontlinie im Südosten stattfinden, wurden Angriffe in fast allen Regionen registriert, auch in weit im Westen gelegenen Gebieten wie Lemberg nahe der polnischen Grenze.

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So traf im September 2024 ein russischer Raketenangriff Lemberg. Zwei Kinder und fünf Erwachsene starben, 53 Menschen wurden verletzt. Dieses Ereignis zeigt, dass keine Region des Landes sicher ist.

Desinformation durch Sharepics

Ein im Umlauf befindliches Sharepic behauptet, der Krieg beschränke sich auf einen schmalen Streifen im Südosten. Diese Darstellung ist falsch. Projekte wie „Eyes on Russia“ und das Recherchekollektiv „Bellingcat“ zeigen anhand von Kartenmaterial, dass russische Angriffe im ganzen Land dokumentiert wurden. Allein seit Oktober 2024 gab es zahlreiche Angriffe außerhalb der Hauptfrontlinien.

Screenshot der Behauptung auf Facebook (hier archiviert)
Screenshot der Behauptung auf Facebook (hier archiviert)

Fluchtbewegungen als Folge des Krieges

Mehr als sechs Millionen Menschen haben die Ukraine seit Kriegsbeginn verlassen. Der Vorwurf des Sharepics, die Flüchtlinge hätten keine legitimen Gründe zu fliehen, ist unbegründet. Krieg, Zerstörung und unsichere Lebensbedingungen zwingen Menschen aus allen Teilen des Landes zur Flucht.

Die Motivation der Flüchtlinge

Laut einer UNHCR-Umfrage wollen viele der Vertriebenen zurückkehren, sobald ein sicheres Leben in der Ukraine wieder möglich ist. Diese Tatsache widerlegt die Behauptung, dass Flüchtlinge nur Sozialleistungen in Anspruch nehmen wollen.

Fazit zum Krieg in der Ukraine

Der Krieg betrifft das ganze Land. Die russischen Angriffe und ihre verheerenden Folgen sind landesweit dokumentiert. Die Behauptung, der Krieg sei auf den Südosten beschränkt, entbehrt jeder Grundlage und untergräbt die realen Gefahren, denen die ukrainische Bevölkerung ausgesetzt ist.

Quelle: DPA

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